Verlag Traugott Bautz |
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ÄGIDIUS, Heiliger, einer der 14 Nothelfer, † um 720. - Ä. war angeblich eine Zeitlang Einsiedler in der Provence und wurde dann Abt eines von ihm gegründeten Klosters, bei dem die nach ihm genannte Stadt St. Gilles bei Arles entstand. - Da die Urkunde Benedikts II. für sein Kloster vom 26.4. 685 (nach Jaffé 2127) unecht ist, läßt sich nichts Sicheres über Ä. sagen. Seit dem 9. Jahrhundert wird er als Heiliger verehrt und ist Patron der stillenden Mütter, weil in der Einöde ihm eine Hirschkuh Milch gespendet hat, wie die Legende erzählt, die aber auf den Namen des Heiligen (griech. aix = Hirschkuh) zurückgeht. - Fest: 1. September.
Friedrich Wilhelm Bautz
Textanmerkung
Ägidius ist auch Patron von Wollaberg (Bayerischer Wald). In der Kirche befindet sich ein neugotischer Ägidius-Hochaltar aus dem Jahre 1845. Ägidius ist mit der Hirschkuh dargestellt, mit Reliefs aus dem Leben des Heiligen.
Literaturergänzung:
1994
Berta Ritscher, Die ehem. Wallfahrt zu d. Vierzehn Nothelfern in Söllitz. Entstehung u. Entwicklung, in: BGBR 28.1994, S. 296-310; -
2007
Livre des miracles de saint Gilles. Dir. Marcel et Pierre-Gilles Girault. Orléans 2007; -
2008
Bodo Heil, Nothelfer. Graz 2008; - Heinrich Fürst, Die vierzehn Nothelfer. Unsere Freunde. Ihre Verehrung von d. Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg. Petersberg 2008; - Luc Campana, Die 14 Heiligen Nothelfer. Herkunft und Verehrung. Konkurrenz zur Medizin . Leben und Legenden. Reichweite und Bildnisse. Schwerpunkt Schweiz. 2., überarb. u. erw. Aufl. Lauerz 2008.
Letzte Änderung: 06.11.2011