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Band XXI (2003) Spalten 24-25 Autor: Ekkart Sauser

ANTONIUS MARIA ZACCARIA: hl. Ordensstifter, geb 1502 in Cremona, gest. 5.7. 1539 in Cremona, Fest: 5.7. - Zunächst tiefgläubiger Arzt, beschloß er mit 26 Jahren, ein völlig neues Leben zu beginnen. Er wurde Priester, gab seinen Arztberuf auf und wirkte nun ganz als Seelsorger. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe gründete er in Mailand 1530 gemeinsam mit Gesinnungsgenossen den Orden der "Regularkleriker des hl. Paulus", die sich auch "Barnabiten" nannten. Der Name "Barnabiten" kommt daher, weil sie ihre Zentrale bei S. Barnaba hatten. Sie waren unter seiner Leitung Volksmissionare, die das Volk zur besonderen Verehrung des Altarssakramentes anleiteten. Nicht lange nach dieser Gründung rief A. einen Frauenorden ins Leben, die sog. "Angeliken", "Die Englischen Schwestern vom hl. Paulus". Diese Schwestern wurden zu echten Schutzengeln der gefährdeten Mädchen der Umgebung. - Bereits im Jahre 1533 bestätigte Papst Clemens VII. diese Neugründungen. - Bedeutsam wurde auch die Gründung einer Laienvereinigung zur christlichen Familienreform. Schließlich wurde A. auch "einer der ersten Vorkämpfer der Katholischen Reform in der Lombardei und in Venetien." (U. M. Fasola). Seine Spiritualität ruht auf dem paulinischen Schrifttum und in seiner Predigt vom Gekreuzigten. Das sog. Vierzigstündige Gebet wie das Freitagsläuten gehen auf seine Anregung zurück. Papst Leo XIII. hat ihn am 27. Mai 1897 heiliggesprochen. In der Kirche der Angeliken zu Mailand, in S. Barbara, sind seine Reliquien aufbewahrt und werden dort verehrt. - In der Kunst wird A. meist mit sehr ähnlichen Gesichtszügen gezeigt. Immer trägt er einen schwarzen Bart. Als Attribute sind ihm beigegeben Kelch, Hostie und Kreuz, manchmal auch eine Lilie. Ein Gemälde von Ponziano Loverini in der Kirche S. Lucca in Cremona zeigt ihn mit den Ordensmitgründern. - A. hatte allerdings auch scharfe Gegner seiner Arbeit: In den Jahren 1534 und 1537 liefen Prozesse der Mailänder Inquisition gegen ihn. Von ihm erhalten sind 12 geistliche Briefe, sowie einige Ansprachen und Entwürfe für Konstitutionen.

Lit.: LThK2 Bd. I, Sp. 676 (U. M. Fasola); - G. Chastel: S.A. Maria Zaccaria, Padua 1930; - G. Boffito: Scrittori Barnabiti, Firenze 1937, 209-264; - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 185, J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972 182; - V. Schauber-H, M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 200l, 336; - MartRom (Ed. 2001) 350; - LThK3 Bd. III, Sp. 794 (K. S. Frank); - A. Gentili: I Barnabiti. Manuale di storia e spiritualita, Roma 1967, 39-97; - G. Cagni-F. Ghilardotti: I sermoni di S. A. M. Zaccaria: Archivio Italiano per la storia della pieta, Roma 1957, 231-284.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 25.06.2008