ARCIMBOLDI, Giovanni Angelo, berüchtigter Ablaßkrämer, * um 1485 in Mailand als Sohn eines Senators, herzoglichen Rats und Statthalters und als Enkel des Kardinals Giovanni A., des Erzbischofs von Mailand, † daselbst 6. 4. 1555. - A. wurde nach dem Tod seiner Frau, die ihm drei Kinder geboren hatte, Kleriker und zog nach Rom. Er wurde apostolischer Referendar und Nuntius. Leo X. ernannte ihn Ende 1514 zum Generalkommissar des Ablasses für Norddeutschland und den skandinavischen Norden. 1519 mußte er wegen seiner politischen Intrigen aus Schweden flüchten. A. wurde 1525 Bischof von Novara und 1550 Erzbischof von Mailand.
Lit.: Filippo Argelati, Bibliotheca scriptorum Mediolanensium 1/2, Mailand 1745, 80 ff.; - J. Weidling, Schwed. Gesch. im Zeitalter der Ref., 1882; - Aloys Schulte, Die Fugger in Rom 1495-1523. Mit Stud. z. Gesch. des kirchl. Finanzwesens jener Zeit, 2 Bde., 1904; - Jules Martin, Gustave Vasa et La Réforme en Suède, Paris 1906; - Conrad Eubel, Hierarchia catholica medii et recentioris aevi III, hrsg. v. Ludwig Schmitz-Kallenberg, 19232, 257. 278; - Nikolaus Paulus, Gesch. des Ablasses im MA III, 1923, 174 f.; - RE I, 793 ff.; - EC 1,1840 f.; - LThK I, 827 f.