Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band I (1990)Spalten 245-246 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

ARNULF, ostfränkischer König, römisch-deutscher Kaiser, * um 850 als einziger, illegitimer Sohn des ostfränkischen Königs Karlmann († 880) und der Edlen Liutswind, † 8.12. 899 in Regensburg. - A. wurde 876 Markgraf von Kärnten und Pannonien. Nach der Absetzung Karls III., des Dicken, wählten ihn die Großen 887 zum ostfränkischen König. A. bemühte sich nicht, seine Herrschaft auch auf den Westen des Reiches auszudehnen. Als ihm 888 ein Teil der westfränkischen Bischöfe und Adligen die Königskrone anbot, lehnte er ab. Auf Lothringen verzichtete A. nicht; 895 machte er seinen illegitimen Sohn Zwentibold zum König von Lothringen. Auch den Anspruch auf die Oberherrschaft in Oberitalien behauptete A. Seine Residenz war Regensburg. A. brachte 891 den Normannen bei Löwen an der Dyle die entscheidende Niederlage bei, so daß sie seitdem nicht mehr in das ostfränkische Reich einfielen. 892 und 893 führte er erfolglose Kriege gegen das mährische Reich Swatopluks. Papst Formosus rief A. 893 nach Italien zum Schutz gegen Wido (Guido) von Spoleto. Wido war 889 nach der Besiegung Berengars, des Markgrafen von Friaul und Königs der Lombardei, König von Italien und 891 von Stephanus V. zum Kaiser gekrönt worden und hatte 892 seinen Sohn Lambert von Formosus zum Kaiser krönen lassen. A. zog 894 über die Alpen, drang aber nur bis Piacenza vor. Wido starb im Dezember 894, und Formosus rief den ostfränkischen König wiederum zu Hilfe. Mai 895 tagte in Anwesenheit A.s die Synode zu Tribur, die eine engere Verbindung des Königs mit dem hohen Klerus begründete. Die von 26 oder 27 Bischöfen und den Erzbischöfen von Köln, Mainz und Trier besuchte Synode ordnete in friedlichem Sinn das Verhältnis zwischen Staat und Kirche. A. setzte seinen Neffen Luitpold zum Regenten des ostfränkischen Reiches ein und trat, wiederum in Begleitung Hattos I., den er 891 zum Erzbischof von Mainz erhoben hatte, seinen zweiten Zug nach Italien an. A. nahm im Sturm Rom und wurde am 22.2. 896 von Formosus zum Kaiser gekrönt. Ohne die Macht der Parteien in Italien wirklich gebrochen zu haben, muße er wegen schwerer Erkrankung nach Deutschland zurückkehren. 899 folgte ihm in der Regierung sein sechsjähriger Sohn Ludwig das Kind.

weiterlesen ...
Lit.: Ernst Dümmler, Gesch. des ostfränk. Reiches III, 18882, 297 ff.; - E. Mühlbacher, Dt. Gesch. unter den Karolingern, 1896, 619 ff.; - Sigmund Riezler, Gesch. Baierns I/1, 19272, 404 ff.; - August Jaksch, Gesch. Kärntens bis 1335, I, 1928, 104 ff.; - Johannes Schur, Königtum u. Kirche im ostfränk. Reiche vom Tode Ludwigs des Dt. bis Konrad I., 1931, 44 ff.; - Paul Fridolin Kehr, Die Kanzlei Arnolfs, 1939; - Die Urkunden der dt. Karolinger. Diplomata regum Germaniae stirpe Karolingorum. III: Die Urkunden Arnolfs. Arnolfi diplomata, bearb. v. Paul Fridolin Kehr, 1940 (= 19552); - Walter Schlesinger, Kaiser A. u. die Entstehung des dt. Staates u. Volkes, in: HZ 163, 1941, 457 ff.; - Gerd Tellenbach, Zur Gesch. Kaiser A.s, ebd. 165, 1942, 229 ff.; - Martin Lintzel, Die Anfänge des Dt. Reiches. Über den Vertrag v. Verdun u. die Erhebung A.s v. Kärnten, 1942; - Wattenbach-Holtzmann I, 227. 274. 549; - ADB I, 599 ff.; - NDB I, 395 f.; - LThK I, 900.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

2002

Kaiser Arnolf. Das ostfränkische Reich am Ende des 9. Jahrhunderts. Regensburger Kolloquium 9.-11.12.1999. Hrsg. von Franz Fuchs. München 2002.

Letzte Änderung: 06.11.2011