ASTERIUS, der Sophist aus Kappadozien, † nach 341. - A. war von Beruf Lehrer der Rhetorik, bevor er zum Christentum übertrat. Er gehörte der Schule des Lucian von Antiochien an, konnte aber, weil er in der Verfolgung unter Maximian 305 abfiel, nicht zu kirchlichen Ämtern gelangen, obwohl die eusebianische Partei sich für ihn einsetzte. A. wirkte als christlicher Lehrer und Schriftsteller und auf Synoden für den Arianismus (s. Arius) in seiner gemilderten Form und wurde darum von Marcellus von Ancyra bekämpft. Er nahm noch 341 an den Verhandlungen der Synode von Antiochien teil.
Werke: Athanasius zitiert wiederholt Stellen aus einem »Syntagmátion« des A., u. Hieronymus weiß v. Komm. z. Römerbrief, zu den Evang. u. zu den Psalmen »et multa alia«. - M. Richard, Asterii Sophiatae Commentariorum in psalmos quae supersunt. Accedunt aliquot homiliae anonymae, Oslo 1956. - Einiges schon früher bei MPG 40, 389 ff.; 55, 35 ff. 539 ff. 549 ff.
Lit.: Theodor Zahn, Marcellus v. Ancyra, 1867, 38 ff.; - Bardenhewer III, 122 f.; - G. Bardy, Recherches sur s. Luden d'Antioche et son école, Paris 1936, 316 ff.; - M. Richard, in: RB 1935, 548 f.; - Ders., in: SO 1947, 54 ff.; 1952, 24 ff. 93 ff.; - E. Skard, in: SO 1940, 86 ff.; 1947, 80 ff.; 1949, 54 ff.; 1955, 138 ff.; - Altaner 240 f.; - Kl. Pauly I, 1964, 659; - RE II, 161 - RGG I, 661 f.; - LThK I, 958 f.
Friedrich Wilhelm Bautz
Letzte Änderung: 06.11.2011