BERNHART, Joseph, katholischer Theologe, Kulturphilosoph und Publizist,
* 8.8. 1881 in Ursberg/Schwaben als erster (überlebender) Sohn des
königlich-bayerischen Rentamtsoberschreibers, dann Oberrechnungskommissärs
(in München) Josef Bernhart (1853-1916) und seiner Ehefrau Petronilla,
geb. Hillenbrand (1858-1941), † 21.2. 1969 in Türkheim/Schwaben
(dort begraben). - B. wuchs mit seinen beiden jüngeren Geschwistern
Max (1882-1952), dem nachmaligen Direktor der Staatlichen Münzsammlung
Bayerns und bedeutenden Numismatiker, und Kreszentia (1888-1977) in
München auf, wohin sich der Vater 1886 hatte versetzen lassen, um
seinen Kindern eine höhere Schulbildung vermitteln zu können. Hier
besuchte er die Volksschule und das Ludwigsgymnasium (1891-1900) und
studierte anschließend an der Münchener Universität Philosopie und
(katholische) Theologie mit dem Ziel, Priester zu werden. 1902 trat
er in das Herzogliche Georgianum (München) ein, in dem er nach Abschluß
seines Universitätsstudiums am 25.7. 1904 (mit Altersdispens) die
Priesterweihe empfing. Er hatte sich für die Diözese Augsburg entschieden;
denn in ihr lag sein Geburtsort und vor allem die Heimat seiner Eltern
(Türkheim und Thannhausen), in der die Familie alle Jahre die Ferien
verbrachte. Infolge der ungünstigen Beurteilung durch seinen Regens
(Prof. Dr. Andreas Schmid), der seine wissenschaftliche Begabung völlig
verkannt hatte, wurde er von der Augsburger Bischöflichen Behörde
zunächst als Bauernkaplan in Markt Wald, Tandern und Hollenbach angewiesen,
1905 als Kaplan in Neuburg an der Donau. B. hat später seine Erlebnisse
und Erfahrungen in der Seelsorge »zwischen Kuhstall und Kammerfenster«
und in der kleinstädtischen Atmosphäre Neuburgs sowie seinen »Bittgang«
zum Augsburger Generalvikar um Versetzung auf einen ihn geistig mehr
fordernden Posten ebenso eindrucksvoll wie hintergründig in seinem
autobiographischen Roman »Der Kaplan« (1919) geschildert. 1907 erlaubte
ihm sein Bischof, die Stelle eines Sekretärs bei der »Deutschen Gesellschaft
für christliche Kunst« in München anzunehmen, die ihn mit dem Problemkreis
»Kirche und moderne Kunst« in Berührung und mit namhaften Künstlern
in Verbindung brachte. Aber nach Jahresfrist gab er diese Stelle wieder
aufgab, um seine theologische Doktorpromotion vorzubereiten. Diese
erfolgte auf Grund einer dogmengeschichtlichen Untersuchung über »Bernhardische
und Eckhartische Mystik in ihren Beziehungen und Gegensätzen« am 19.
Januar 1910 an der Universität Würzburg. Im selben Jahr sprach er
auf dem in Augsburg veranstalteten Katholikentag - als jüngster Redner
in der ganzen Geschichte dieser Institution - über »Bildungsaufgaben
der deutschen Katholiken«: in der durch die damalige »Modernismus«-Krise
aufgeheizten innerkirchlichen Situation eine brisante Thematik, die
ihm nicht nur Applaus, sondern auch scharfen bischöflichen Protest
schon im Vorfeld einbrachte. Eigentlicher Anlaß dieses Protestes war
der Umstand, daß man ihn, einen jungen Mitarbeiter der (seit 1903)
von Carl Muth herausgegebenen katholischen Kulturzeitschrift »Hochland«,
die von einflußreichen kirchlichen Kreisen »modernistischer« Tendenzen
verdächtigt wurde, auf die Rednerliste gesetzt hatte. - B., seit
1908 mit Elisabeth Nieland (1882-1943), einer Westfälin, Sekretärin
des »Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen«, befreundet, steckte
damals bereits in einer tiefen Berufskrise, die durch die kirchliche
Forderung, den »Modernismuseid« abzulegen, noch verschärft wurde.
Zwar kehrte er im Herbst 1910 nochmals in die reguläre Seelsorge seines
Heimatbistums - als Benefiziat in Murnau - zurück; aber 1911 ließ
er sich zum Studium an der Universität Jena beurlauben, in der Absicht,
sich »auf einen weltlichen Beruf«, etwa im höheren Schuldienst, »umzurüsten«.
Ohne diesen Plan verwirklichen zu können, schloß er am 15.2. 1913
mit Elisabeth Nieland aus Gewissensgründen, nach schweren seelischen
Erschütterungen beider, auf einem Londoner Standesamt heimlich die
Ehe, in der Hoffnung, dadurch möglichst jeden öffentlichen Skandal
um seine Person zu vermeiden und einer Ächtung in der katholischen
Welt zu entgehen, was ihm tatsächlich mit Maßen glückte, ohne daß
ihm Verleumdungen und Demütigungen erspart blieben und obwohl er über
zwei Jahrzehnte um die kirchliche Sanierung seiner Ehe (und die Lösung
von der durch seine Eheschließung »ipso facto« eingetretenen Exkommunikation)
kämpfen mußte. Denn aus Überzeugung wollte er katholischer Schriftsteller
bleiben - darin sah er seinen Lebensberuf -, in absoluter Loyalität
gegenüber seiner Kirche (Angebote, einer anderen kirchlichen Gemeinschaft
beizutreten, hatte er strikt abgelehnt). Nach einem gescheiterten
Versuch, als freier Schriftsteller in Berlin Fuß zu fassen, kehrte
er im Herbst 1913 nach München zurück, entfaltete hier als Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften - auch aus
wirtschaftlichen Gründen und zumeist unter wechselnden Pseudonymen
- eine rege religiös-schriftstellerische Tätigkeit, zum Teil mit behutsam
reformistischem Einschlag, und übte sich dabei in nahezu allen literarischen
Gattungen. In der Familienzeitschrift »Sonntag ist's« publizierte
er unter anderem in regelmäßigen Folgen zwei historische Romane: »Der
getreue Ritter. Eine historische Erzählung aus den Kreuzzügen« (1915/16)
und seinen fesselnden Thomas-Morus-Roman »König und Kanzler« (1917/18).
Für das ohnehin schwer gefährdete »Hochland« war er dagegen bis in
die dreißiger Jahre als Autor nicht mehr tragbar. - Doch sein
eigentliches Interesse galt der Geschichte der Theologie, und zwar
im weiten Horizont der abendländischen Geistes-, Kultur- und Kunstgeschichte
und in Auseinandersetzung mit den geistigen Strömungen der Gegenwart,
zumal er im Laufe seiner Studien erkannt hatte, wie sehr die Problematik
des modernen Geisteslebens, soweit sie philosophische Fragen oder
Grenzfragen aufwirft, aufs tiefste mit den mittelalterlichen Geisteskämpfen
zusammenhängt. Dabei artikulierte sich in zwei Schriften die spezielle
Richtung seines Denken: in seiner 1914 erschienenen und damals vielgelesenen
Textauswahl aus Meister Eckhart, angestoßen durch seine Dissertation,
seine Neigung zum Phänomen der Mystik und in seiner 1917 vorgelegten
essayistischen Abhandlung »Tragik im Weltlauf«, angestoßen durch die
»beispiellose Erschütterung« des Ersten Weltkriegs »mit all seinen
Verstrickungen von Schuld und Recht«, die unendliche Frage des Antinomischen
in der Geschichte und im einzelnen Menschenleben sowie die hinter
dieser Frage stehende Urfrage nach dem Bösen, seinem »Woher« und »Wozu«,
und nach dem unergründlichen Rätsel der Verborgenheit Gottes. -
Zum Problemkreis »Mystik« legte er 1920 (in Zusammenarbeit mit seiner
Frau) eine hochdeutsche Übertragung des »Frankfurter. Eine deutsche
Theologie« mit einer profunden Einleitung über Mystik als allgemein-religiöses
Phänomen und deren christliches Erscheinungsbild im Mittelalter vor.
1922 faßte er seine diesbezüglichen Forschungen in der für die weitere
Mystikforschung grundlegenden Monographie über »Die philosophische
Mystik des Mittelalters« zusammen und ließ dieser Darstellung 1926
seine große (wiederholt aufgelegte) Sammlung mystischer Texte »Der
stumme Jubel. Ein mystischer Chor«, 1930 seinen Beitrag über Hildegard
von Bingen in ihrer Sonderstellung als Prophetin und »Sibylle« sowie
als bemerkenswerten »Vergleich für die Gegenwart« 1934 seine Schrift
»Meister Eckhart und Nietzsche« folgen. Durch seine zahlreichen Studien
und Textausgaben zu Augustinus, Albertus Magnus und Thomas von Aquin
erwies er sich darüber hinaus als hervorragender Kenner der abendländisch-theologischen
Tradition, insbesondere der hochmittelalterlichen Scholastik. Doch
spannte sich in Vorträgen, Aufsätzen, Werkausgaben der Bogen seines
Denkens bis in die neue und neueste Zeit: Goethe, Herder und Hamann
beschäftigten ihn ebenso wie Johann Michael Sailer, Joseph de Maistre,
Joseph Görres, Ignaz von Döllinger und Ferdinand Gregorovius, um nur
einige Namen zu nennen. Und meist sind es aktuelle Bezüge, die ihn
ein Thema aufgreifen ließen, so auch seine 1929 aus Anlaß der Lateranverträge
erschienene (alsbald in fünf Sprachen übersetzte) Papstgeschichte
»Der Vatikan als Weltmacht« oder seine kritische »Charakterstudie«
über Franz von Assisi (1932). - Dennoch fehlte dieser (hier nur
angedeuteten) thematischen Verzweigung seiner literarischen Produktion
nicht die Einheitlichkeit der Grundrichtung, die ihm »von Anfang aus
der katholischen Universalität gegeben war«. In fast allen Schriften
aber tritt als eigentümlicher Zug der tragische Aspekt nicht nur des
Daseins in der Vielfalt seiner »Spielarten«, sondern des Seins überhaupt
hervor. Die in »Tragik im Weltlauf« angerissene Problematik ließ ihn
lebenslang nicht mehr los. Immer von neuem thematisierte er sie, suchte
er, tiefer und tiefer schürfend, nach Wegen zu einer Antwort, im klaren
Bewußtsein dessen, daß es eine intellektuell zu bewältigende Lösung
im letzten nicht gibt. Und die von ihm sehr wachen Blickes beobachtete
politische Entwicklung, die in den dreißiger Jahre zur nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft und in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs führte,
verstärkten diese Tendenz in seinem geistigen Ringen und Schaffen.
So erschien 1931 seine monographische Abhandlung »Sinn der Geschichte«,
eine in ihrer Art singuläre, an Augustinus gemahnende gedankenschwere
Auseinandersetzung mit der Urfrage der Menschheit nach ihrem »Wohin«
im Licht der christlichen Offenbarung und der Theodizee, geschichtsphilosophisch
beginnend und geschichtstheologisch endend, und 1934 - nun wieder
in »Hochland« - sein Beitrag »Tragische Welt«, der dann unter dem
Titel »Der Mensch in der tragischen Welt« als dritte und letzte »Betrachtung«
in sein 1935 vorgelegtes Essaybändchen »De profundis« einging. Dieses
enthält als Herzstück eine Meditation über die Ehe als »sacramentum«,
die an Tiefsinn ihresgleichen in der Literatur sucht; es ist zu gutem
Teil eine »innere Biographie« seiner eigenen Ehe. Im großen Einleitungskapitel
»Der Mensch in der Gottlosigkeit« aber bietet er eine beklemmend scharfsichtige
Analyse und Diagnose des Unwesens der eigenen Epoche, ohne allerdings
darüber - im Zeichen des babylonischen Turms, des Sisyphus, Ikarus
und Prometheus in denen sich für ihn »der wahre Mythus des 20. Jahrhunderts«
abbildet - das Vertrauen auf das Unzerstörbare des unwiderruflich
nach dem Gleichbild Gottes geschaffenen Menschen zu verlieren. -
B., auf Grund einer Untersuchung über »Herders Sprach-Aesthetik« am
19.7. 1928 an der Universität Würzburg auch zum Doktor der Philosophie
promoviert, hatte sich mit seinem mutig warnenden Artikel »Arche in
der Sintflut«, am Tag der entscheidenden Märzwahlen 1933 in den »Münchner
Neuesten Nachrichten« veröffentlicht, politisch so stark exponiert,
daß ihn gute Freunde drängten, sich von München abzusetzen. So zog
er sich mit seiner Frau 1934 nach Türkheim zurück, wo der Vater 1909 ein kleines Anwesen erworben hatte. Da ihm fortan das
Publizieren erschwert war, nützte er die Zeit zu Tagebuchaufzeichnungen
in Form von Aphorismen, philosophischen und theologischen »Brocken«
(aus dem Nachlaß 1997 veröffentlicht). Als er 1939, unter dem Eindruck
des Kriegsausbruchs, dennoch wagte, für »Hochland« unter dem Titel
»Hodie« eine geradezu apokalyptische Weihnachtsbetrachtung zu schreiben,
zog dies nicht nur das sofortige Einstampfen des Heftes, sondern alsbald
auch das Verbot der Zeitschrift nach sich. Er selber erhielt 1941
Publikationsverbot; es wurde still um ihn. Im Januar 1942 gelang es
- dank der persönlichen Initiative des Augsburger Bischofs Dr. Joseph
Kumpfmüller - mit großer Mühe endlich, für das Ehepaar B. in Rom -
als Gnadenakt und unter unerträglichen Bedingungen - die formelle
Aufhebung der Exkommunikation zu erwirken. Kaum zwei Jahre später,
am 8.12. 1943, starb nach schwerer Krankheit seine Frau. - Nach
Kriegsende konnte er, inzwischen ein Mittsechziger und als »rekonziliierter«
Witwer auch für kirchliche Kreise wieder »akzeptabel«, nochmals für
rund zehn Jahre eine bedeutende Vortragstätigkeit im ganzen deutschsprachigen
Raum entfalten. Auch wurden ihm große Ehren zuteil, so 1949 die Aufnahme
in die neugegründete Akademie der Schönen Künste in München, 1950
in die Società di Cultura in Venedig, 1951 die Erennung zum Honorarprofessor
für Geistesgeschichte des Mittelalters in der Philosophischen Fakultät
der Universität München, schließlich 1956 die Verleihung des Großen
Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
und 1959 des Bayerischen Verdienstordens. Die Thematik freilich, mit
der er sich auseinandersetzte, blieb die gleiche, die sein Denken
seit Jahrzehnten gefangenhielt, nur der Aspekt der Betrachtung hatte
sich gewandelt. Jetzt galt es für ihn, zu den geistigen Hintergründen
der unmittelbaren Vergangenheit Stellung zu nehmen und Wege aufzuzeigen
sowohl zu ihrer ehrlichen Aufarbeitung als auch für einen geistigen
Neuaufbau des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens Deutschlands
und Europas auf christlichem Fundament. Aus diesen Bemühungen erwuchsen
so gewichtige Abhandlungen wie »Das Dämonische in der Geschichte«
(1945), »Problematik der Humanitas« (1946), »Geschichtslehre aus Philosophie
und Theologie« (1951), »Bildung in dieser Zeit «(1953), »Stufen des
Wissens« (1955), »Sein und Sinn der Geschichte« (1959), seine im Auftrag
der Unesco ausgearbeitete profunde Stellungnahme zu Kardinalproblemen
der Demokratie »Philosophischer Aspekt der demokratischen Krisis«
(1960), endlich die beiden einander ergänzenden, ebenfalls singulären
theologischen Traktate »Chaos und Dämonie. Von den göttlichen Schatten
der Schöpfung« (1950) und »Die unbeweinte Kreatur. Reflexionen über
das Tier« (1961). Der erste Traktat kreist angesichts der ungeheuerlichen
Verbrechen der modernen atheistisch-totalitären Herrschaftssysteme
wieder um die dunkle Frage nach dem Übel in der Welt, letztlich um
die Frage, ob und wie »das Grundproblem jedes Herzens, das Negative
in der Welt, in einem positiven Sinn geborgen« werden könne; der zweite
rückt in den Blickpunkt des Betrachters auch das Leiden des Tieres,
der ächzenden Kreatur, und die allgemeiner theologischer Reflexion
fernliegende Frage der »Weltseele« und der Erlösung des Tieres. Außerdem
erschien 1955 als Frucht langjähriger Bemühung B.s meisterhafte Übersetzung
der »Confessiones« des Aurelius Augustinus mit Kommentar und einem
höchst einfühlsam gezeichneten Lebensbild dieses gleichsam über den
Zeiten stehenden großen abendländischen Kirchenlehrers im Anhang.
B.s »Erinnerungen« schließlich, ein Alterswerk (1956 begonnen) und
in der Hauptsache nur bis 1920 (lediglich fragmentarisch bis 1930)
reichend, beinhalten nicht nur autobiographische Aufzeichnungen, sondern
vermitteln auch ein Stück lebendiger kirchlicher Zeitgeschichte, in
die sein persönliches Schicksal verwoben war. - B., ein schöpferischer
Denker von hohen Graden, zählt zweifellos zu den profiliertesten Vertretern
katholischer Geistigkeit Deutschlands im 20. Jahrhundert, neben Theodor
Haecker, Romano Guardini, Josef Pieper, um nur diese Namen zu nennen.
Sein gewaltiges und so vielgestaltiges literarisches Lebenswerk, aus
den Quellen der christlichen Offenbarung schöpfend und tief in der
abendländischen Tradition verankert, meisterhaft in der sprachlichen
Präzision und durchgehend getragen von der Sorge um den Menschen,
greift im übrigen (bereits in den dreißiger Jahren) hellsichtig Probleme
auf - beispielsweise der Technisierung, der Vermassung, der Gefährdung
der Natur usw. -, deren latente mentale »Sprengkraft« erst heute da
und dort allmählich zu Bewußtsein dringt. - Die 1974 gegründete
Joseph-Bernhart-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Türkheim macht es sich
zur Aufgabe, B.s geistiges Vermächtnis lebendig zu halten und seinem
Werk durch Neuauflagen bzw. Publikation des noch ungedruckten literarischen
Nachlasses neue Leserkreise zu erschließen.
Werkverzeichnis (in Auswahl): 1. Monographien: Bernhardische
und Eckhartische Mystik in ihren Beziehungen und Gegensätzen. Eine
dogmengeschichtliche Untersuchung, Kempten 1912; Tragik im Weltlauf,
München 1917; Der Kaplan, München 1919 [21924, jetzt mit dem
Untertitel: Aufzeichnungen aus einem Leben]; Die Symbolik im Menschwerdungsbild
des Isenheimer Altars, München 1921 [21975]; Die philosophische
Mystik des Mittelalters von ihren antiken Ursprüngen bis zur Renaissance
(= Geschichte der Philosophie in Einzeldarstellungen Abt. III: Die
christliche Philosophie 14), München 1922 [Darmstadt 1974 u. 1980];
Das Spitzwegbuch, München 1925 [21934, 31963]; Der Vatikan
als Thron der Welt, Leipzig 1929, seit 21930 mit geändertem
Titel: Der Vatikan als Weltmacht [31939, 41949, 51951. Übersetzungen: Le Vatican throne du monde, Paris 1930;
Il Vaticano potenza mondiale, Milano 1936; The Vatican as a world
power, London-New York-Toronto 1939; El Vaticano. Potencia mundial,
Barcelona 1947; De drievoudige kroon. Het Vaticaan in de wereldgeschiedenis,
Antwerpen 1953]; Sinn der Geschichte (= Geschichte der führenden Völker
1), Freiburg i. Br. 1931; Franz von Assisi. Der Verkünder der religiösen
Armut (= Colemans kleine Biographien 2), Lübeck 1932 [in erweiterter
Form: Franz von Assisi. Leben und Wort, Kolmar 1944 (Freiburg i. Br.
21947, München 31956, Türkheim 41976)]; Der Engel
des deutschen Volkes, München 1934; Meister Eckhart und Nietzsche.
Ein Vergleich für die Gegenwart (= Greif-Bücherei 13), Berlin 1934;
De profundis, Leipzig 1935 [21939, München 31947, 41952.
- Übersetzung: De profundis (= Biblioteca Hispanica Filosofia), Madrid
1962]; Heilige und Tiere, München 1937 [21959]; Vom Mysterium
der Geschichte, Kolmar [1944]; Der technisierte Mensch (= Abendländische
Reihe 4), Augsburg 1946; Chaos und Dämonie. Von den göttlichen Schatten
der Schöpfung, München 1950; Bonifatius. Apostel der Deutschen, Paderborn
1950; Das Mystische, Frankfurt a. M. 1953; Bibel und Mythus. Ein Vortrag,
München 1954; Wissen und Bildung. Zwei Vorträge, München 1955; Brannte
nicht unser Herz (= Sammlung Sigma), München 1957; Die unbeweinte
Kreatur. Reflexionen über das Tier, München 1961; »Da rief er ein
Kind ...« Was Jung und Alt angeht, Freiburg-Basel-Wien 1962; Max Rößler
(Hrsg.), Joseph Bernhart. Gestalten und Gewalten. Aufsätze, Vorträge,
Würzburg 1962; Ders. (Hrsg.), Joseph Bernhart. Erinnerungen, Köln
1972 (mit einer Einführung des Herausgebers und Joseph Bernharts »Kaplan«
[S. 83-281], jedoch sind die »Erinnerungen«, soweit sie 1961-1966
in »Hochland« erschienen waren, nur auszugsweise aufgenommen).
Herausgegebene Werke, Übersetzungen: Meister Eckhart (=
Deutsche Mystiker 3), Kempten-München 1914; Der Frankfurter. Eine
deutsche Theologie (= Der Dom. Bücher der deutschen Mystik), Leipzig
1920 [München 21946; in der Reihe »Der Dom«, Frankfurt a. M.
21980]; Lieder der deutschen Mystik, München 1922 [in revidierter
Form: Der Cyperwein. Lieder der deutschen Mystik, Paderborn 1940];
Augustinus. Ein Lesebuch aus seinen Werken (= Katholikon III), München
1922; De Maistre, Vom Papste I-II, übersetzt von Moritz Lieber (=
Katholikon V), München 1923; Ignaz von Döllinger. Geschichte und Kirche
(= Bücher der Bildung 3), München 1924; Ferdinand Gregorovius, Rom
im Mittelalter I-II (= Bücher der Bildung 6-7), München 1924-1925;
Ferdinand Gregorovius, Rom in der Renaissance I-II (= Bücher der Bildung
23-24), München 1925; Hermann von Helmholtz. Natur und Naturwissenschaft
(= Bücher der Bildung 11), München 1925; Herder. Von deutscher Art
und Kunst (= Bücher der Bildung 27), München 1926; J. G. Herder. Auswahl
(= Kunstwart-Bücherei 39/40), München 1926; Der stumme Jubel. Ein
mystischer Chor, Bonn 1926 (1. Aufl. anonym) [in erweiterter Form:
Salzburg-Leipzig 21936; München-Heidelberg 31936]; Joseph
von Görres. Mystik, Magie und Dämonie. »Die christliche Mystik« in
Auswahl, München-Berlin 1927; Augustinus. Bekenntnisse und Gottesstaat.
Sein Werk ausgewählt (= Kröners Taschenausgabe 80), Stuttgart 1930
[21934, 31939, 41947, 51965]; Thomas von
Aquino. Summe der Theologie (übersetzt von Wilhelm Hohn) I-III (=
Kröners Taschenausgabe 105-106, 109), Stuttgart 1934-1938 [21938,
31954, [4]1985]; Augustinus. Confessiones / Bekenntnisse.
Lateinisch und deutsch, München 1955 [31966; Frankfurt a. M.
[4]1985 (= Insel Taschenbuch 1002, mit einem Vorwort von Ernst
Ludwig Grasmück)].
Aufsätze und Beiträge: Bernhards Kampf mit Abälard, in:
Hochland 5/I (1908) 527-545; Stimmung in Welt und Seele. Ebd. 6/I
(1908) 257-265; Seliges Leben. Eine Osterbetrachtung im Geiste deutscher
Mystik. Ebd 6/II (1909) 1-15; Eros = Misericordia. Ebd. 7/I (1909)
129-138; Bildungsaufgaben der deutschen Katholiken, in: 57. Generalversammlung
der Katholiken Deutschlands in Augsburg, Augsburg 1910, 387-400; Klerus
und Satire, in: Das Neue Jahrhundert 1913, 54 f. (pseud. »Hildebrand«);
Ein Brevier des Modernismus. Ebd. 193 f. (pseud. »Hildebrand«); Niedergang
und Hebung der katholischen Predigt. Ebd. 229-233 (pseud. »Hildebrand«);
Die Kirche und die Gebildeten. Ebd. 253-257 (pseud. »Hildebrand«);
Bischof Faulhaber über die Gebildetenseelsorge. Ebd. 400 f. (pseud.
»Hildebrand«); Ein neuer Schlag ins Wasser. Ebd. 411 (pseud. »Hildebrand«)
; Ecclesia militans. Ebd. 1914, 338-340 (pseud. »Hildebrand«); Ein
Wort zur Lage. Ebd. 375-377 (pseud. »Hildebrand«); Ignatius von Loyola,
in: Freie deutsche Blätter 1915, 255-265 (pseud. »Dr. Josef Graef«);
Der Krieg und das religiöse Empfinden der Völker. Ebd. 317-321 (pseud.
»E. Hildebrand«); Nunc aeternum. Ebd. 479-483 (pseud. »E. Hildebrand«);
Die Tränen Sauls [Novelle]. Ebd. 588-597; Der getreue Ritter. Eine
Erzählung aus den Kreuzzügen, in: Sonntag ist's 1 (1915/16) [60 Folgen];
König und Kanzler. Roman aus der Zeit der englischen Glaubensspaltung.
Ebd. 3 (1917/18) Heft 1-23 (pseud. »Erik Sanders«); Anmeldungen von
Sterbenden und Ähnliches. Ebd. 3 (1918) 252-256 (pseud. »Dr. Hans
Graef«); Der Symbolismus des Mittelalters, in: Summa. Eine Vierteljahresschrift.
Viertes Viertel, Hellerau 1918, 48-71; Omul. Eine sibirische Geschichte,
in: Sonntag ist's 4 (1919) 332-334 (pseud. »Mich. Grulenko«); Die
hundert Rubel. Eine russische Dorfgeschichte. Ebd. 361-364, 385-388,
409-414 (pseud. »J. Ursberg«); Fénélon und Frau von Guyon, in: Sebastian
Merkle - Bernhard Bess (Hrsg.), Religiöse Erzieher der katholischen
Kirche, Leipzig 1920, 155-182; Literatur zur Mystik, in: Deutsche
Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte
2 (1924) 302-328; Die Ehe als Sakrament, in: Graf Hermann Keyserling
(Hrsg.), Das Ehebuch, Celle 1925, 399-426; Vom Geistesleben des Mittelalters.
Ein Literaturbericht, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft
und Geistesleben 5 (1927) 172-212; Johannes Ev. Wagner und sein Werk,
in: Süddeutsche Monatshefte 26 (1928) 193-204; Buch und Leser. Rede
zum Tag des Buches in München, in: Kunstwart 42 (1929) 73-77; Hildegard
von Bingen, in: Archiv für Kulturgeschichte 20 (1930) 249-260; Eckhart
und Nietzsche, in: Blätter für deutsche Philosophie 3 (1930) 404-425;
Der Mensch in der Gottlosigkeit. Eine Rede, in: Kunstwart 45 (1932)
681-698; Arche in der Sintflut. Bayerns Sinn und Aufgabe, in: Münchner
Neueste Nachrichten, 5. März 1933, 1 f. [wieder abgedruckt in: Franz
Seiler - Otto Kopp (Hrsg.), Bewährtes, gewahrtes, gemehrtes Erbe.
Eine Gabe zum 26. Oktober 1965 (zum 70. Geburtstag von Fürst Joseph
Ernst Fugger von Glött), Zürich 1965, 31-41]; Spengler kontra Spengler.
Kritische Bemerkungen, in: Hochland 31 /I (1933/34) 162-173; Tragische
Welt. Ebd. 481-498; Um das Alte Testament. Ebd. 32/I (1934/35) 99-118;
Göttliches und Menschliches in der Kirche, in: Erich Kleineidam -
Otto Kuss (Hrsg.), Die Kirche in der Zeitenwende. Abhandlungen zu
religiösen Zeitfragen, Paderborn 1935, 238-268 [Salzburg-Leipzig 31938,
330-355]; Kugel und Würfel in Goethes Garten, in: Karlheinz Schmidthüs
(Hrsg.), Christliche Verwirklichung. Romano Guardini zum fünfzigsten
Geburtstag dargebracht von seinen Freunden und Schülern (= Zeitschrift
der Schildgenossen. Beiheft 1), Rothenfels a. M. 1935, 258-266; Metaphysik
und Formideal des Leibes in der griechischen Antike, in: Vom Wert
des Leibes in Antike, Christentum und Anthropologie der Gegenwart,
Salzburg-Leipzig 1936, 9-55; Albertus Magnus 1193-1280, in: Willy
Andreas - Wilhelm von Scholz (Hrsg.), Die großen Deutschen. Neue Deutsche
Biographie I, Berlin 1936 [21943], 215-229 [in erweiterter
Form in: Götz Frh. von Pölnitz (Hrsg.), Lebensbilder aus dem Bayerischen
Schwaben I, München 1950, 57-88]; Begegnungen mit Carl Muth, in: Hochland
34/I (1936/37) 4-6; Dritter Humanismus? Ebd. 34/II (1937) 345-356;
Mensch und Tier in der Legende. Ebd. 35/I (1937/38) 89-107; Die Kirche
in der Auflösung der antiken Kultur, in: Erich Kleineidam - Otto Kuss
(Hrsg.), Die Kirche und die Welt. Beiträge zur christlichen Gesinnung
in der Gegenwart, Salzburg-Leipzig 1938, 91-134 [als Sonderausgabe
in der Reihe »Libelli« XCVII, Darmstadt o. J.]; In den Ruinen von
Port Royal, in: Johannes Maaßen (Hrsg.), Von der Herrlichkeit des
christlichen Lebens, Freiburg 1937, 79-104; Bilder und Bilderstürmer,
in: Hochland 36 (1938/39) 103-119; Hodie. Ebd. 37 (1939/40) Dezember-Heft,
eingestampft [wieder abgedruckt ebd. 43 (1950/51) 105-114], jedoch
als Manuskript vervielfältigt im Caritasverlag und von der Kirchlichen
Kriegshilfe Abt. Schrifttum, Freiburg i. Br.: Das Heute der Zeit vor
dem Heute der Ewigkeit. Eine weihnachtliche Betrachtung zum Sinn der
Geschichte (das biblische Hodie), Advent 1941; Das Dämonische in der
Geschichte (Vortrag in der Martin-Luther-Kirche, Ulm, am 25. Oktober
1945), in: Die Wandlung 1 (1946) 502-521; Das technische Zeitalter
in theologischer Betrachtung, in: Der Brenner, 16. Folge 1946, 73-101;
Problematik der Humanitas, in: Hochland 39 (1946/47) 97-115 [Separatdruck:
Heidelberg 1947]; Chaos und Dämonie. Ebd. 41 (1948/49) 17-36; Metaphysik
der Liebe, in: Karl Borgmann (Hrsg.), Anruf und Zeugnis der Liebe.
Beiträge zur Situation der Caritasarbeit, Regensburg 1948, 19-37;
Leib und Verleiblichung in geschichtsphilosophischer Betrachtung,
in: Beuroner Hochschulwoche 1948, Freiburg 1949, 49-76; Goethe und
die katholische Welt, in: Frankfurter Hefte 4 (1949) 1060-1070; Heiligkeit
und Krankheit, in: Geist und Leben 4 (1950) 172-195; Der Staatsmann
im Christentum, in: Schweizerische Rundschau 52 (1953) Januar-Heft;
Technik und Menschenseele, in: Theologische Quartalschrift 135 (1955)
1-27; Bischof Udalrich von Augsburg, in: Augusta 955 - 1955. Forschungen
und Studien zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Augsburgs, München 1955, 19-52;
Christoph von Schmid, in: Götz Frh. von Pölnitz (Hrsg.), Lebensbilder
aus dem Bayerischen Schwaben 5, München 1956, 307-343 [wieder abgedruckt
in: Hans Pörnbacher (Hrsg.), Christoph von Schmid und seine Zeit,
Weißenhorn 1968, 9-31]; Geschichtslehre aus Philosophie und Theologie.
Drei Vorträge, gehalten am 6., 7. und 8. August 1951 bei den Salzburger
Hochschulwochen, in: Salzburger Jahrbuch für Philosophie und Psychologie
1 (1957) 72-116; Sein und Sinn der Geschichte. Vortrag, gehalten am
30. Juli 1959 auf dem 13. Deutschen Studententag in Bamberg, in: Lebendiges
Zeugnis. Fortsetzung der Akademischen Bonifatius-Korrespondenz, Paderborn,
Dezember/Wintersemester 1959/60, Heft 1/2, 5-40; Peter Dörfler, in:
Götz Frh. von Pölnitz (Hrsg.), Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben
7, München 1959, 406-454; Philosophischer Aspekt der demokratischen
Krisis, in: Philosophisches Jahrbuch 68 (1960) 66-83; Das Böse, in:
Heinrich Fries (Hrsg.), Handbuch theologischer Grundbegriffe I, München
1962, 184-197; Augustinus. »Du, Herr, mir innerlicher als ich mir selbst«,
in: Josef Sudbrack - James Walsh (Hrsg.), Große Gestalten christlicher
Spiritualität, Würzburg 1969, 30-46; Zwei Flügel braucht der Mensch.
Vier Legenden (= Die kleine Gabe 16), Ostfildern 1976; Von allerhand
Käuzen und Schlitzohren. Fünf Erzählungen (= Die kleine Gabe 22),
Ostfildern 1977. - Der literarische Nachlaß Joseph Bernharts befindet
sich in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek
München, die Bibliothek Joseph Bernharts als eigene Abteilung in der
Bibliothek des Priesterseminars der Diözese Augsburg (Stauffenbergstraße
8, 86161 Augsburg). Beide Institutionen verfügen über ein vollständiges
Schrifttumsverzeichnis Joseph Bernharts (maschinenschriftl. Manuskript),
bearbeitet von Franziska Wenger.
Neuausgaben im Auftrag der Joseph-Bernhart-Gesellschaft:
Vermächtnis und Verpflichtung. Auswahl aus Werken Joseph Bernharts.
Festgabe für Lehrer und Schüler des Joseph-Bernhart-Gymnasiums, Türkheim
1975; Franz von Assisi. Leben und Wort, Türkheim 41976; Thomas
Morus. Roman [König und Kanzler, 1917/18]. Mit einem Nachwort »Der
Humanist und der Ernstfall« von Kultusminister Prof. Dr. Hans Maier,
Weißenhorn 1979; Joseph Bernhart. Leben und Werk in Selbstzeugnissen.
Ausgewählt und mit einer biographischen Einführung hrsg. von Lorenz
Wachinger, Weißenhorn 1981; Schwäbische Porträts. Hrsg. von Lorenz
Wachinger mit einem Vorwort von Arthur Maximilian Miller, Weißenhorn
1984; De profundis (mit einem Vorwort zur Neuausgabe von Eugen Biser),
Weißenhorn 51985; Der Kaplan. Aufzeichnungen aus einem Leben. Neu
hrsg. von Georg Schwaiger, Weißenhorn 41986 [51992,
61993]; Die unbeweinte Kreatur. Reflexionen über das Tier.
Neu hrsg. von Georg Schwaiger, Weißenhorn 21987; Chaos und
Dämonie. Von den göttlichen Schatten der Schöpfung. Neu hrsg. von
Georg Schwaiger, Weißenhorn 21988; Tragik im Weltlauf. Hrsg.
(und mit einem Nachwort »Joseph Bernharts `Tragik im Weltlauf' im
Spiegel seiner Biographie« versehen) von Manfred Weitlauff, Weißenhorn
1990 [enthält: Tragik im Weltlauf (1917); Tragik der Welt (1932);
Hodie (1939); Geschichtstheologischer Vortrag (1944, unveröff.); Geheimnis
der Bosheit (1944, unveröff.); Die Frohbotschaft vom Kreuze (1944,
unveröff.); Das Dämonische in der Geschichte (1945); Problematik der
Humanitas (1946); Philosophischer Aspekt der demokratischen Krisis
(1960)]; Erinnerungen 1881-1930. Hrsg. von Manfred Weitlauff. 1. Teil:
Text [teilweise 1961-1966 in »Hochland« erschienen und 1972 nochmals
von Max Rößler herausgegeben; hier der vollständige Text aus dem handschriftl.
Nachlaß], 2. Teil: Anmerkungen und Dokumente, Weißenhorn 1992; Sinn
der Geschichte. Mit Vorträgen und Aufsätzen zum Thema aus den Jahren
1918-1961. Hrsg. von Manfred Weitlauff, Weißenhorn 1994 [enthält:
Sinn der Geschichte (1931); Der Symbolismus des Mittelalters (1918);
Arche in der Sintflut (1933); Geschichtslehre aus Philosophie und
Theologie (1951); Der Geisteskampf des Mittelalters (1952, unveröff.);
Sein und Sinn der Geschichte (1959); Kugel und Würfel in Goethes Garten
(1961, unveröff.)]; Tagebücher und Notizen 1935-1947. Hrsg. von Manfred
Weitlauff, Weißenhorn 1997 [aus dem handschriftl. Nachlaß, unveröff.];
Heilige und Tiere. Mit einem Nachwort von Manfred Weitlauff, Weißenhorn
31997; Die philosophische Mystik des Mittelalters von ihren antiken
Urspüngen bis zur Renaissance [1922]. Mit weiteren Beiträgen Joseph
Bernharts zum Thema (in Vorbereitung).
Lit.: Arthur Maximilian Miller, Die Vorausgegangenen.
Peter Dörfler und Joseph Bernhart. Begegnungen im Zeichen der Freundschaft,
Memmingen 1973; - ders., Joseph Bernhart, Theologe, Kulturphilosoph,
Schriftsteller, in: Adolf Layer (Hrsg.), Lebensbilder aus dem Bayerischen
Schwaben 12, Weißenhorn 1980, 311-336; - ders., Rückblick auf
jene, die Antwort wußten, Würzburg 1981, 7-19; - Albert Lupp,
Joseph Bernhart, ein gegenwartsbezogener Weiser des Überzeitlichen.
Festvortrag am 2. März 1979 in Türkheim, Türkheim (als Manuskript
vervielfältigt) 1974; - Eugen Biser - Theo Waigel, Joseph Bernhart.
Das philosophisch-theologische und politische Werk (= Katholische
Akademie Augsburg. Akademie-Publikationen 51), Augsburg [1979]; -
Eugen Biser, Zur Aktualität von Joseph Bernharts »De profundis«, in:
Renovatio. Zeitschrift für das interdisziplinäre Gespräch 42 (1986)
1-14; - ders., Mystik und Kritik. Joseph Bernhart im Spannungsfeld
von Augustin und Nietzsche, in: Ders., Glaubenszeugnis. Kunst - Kritik
- Mystik. Beiträge zum Jahr der Kultur (= Katholische Akademie Augsburg.
Akademie-Publikationen 89), Augsburg 1991, 57-77; - ders., Die
dunkle Krone. Zu Joseph Bernharts Essays über die Tragik im Weltlauf,
in: Stimmen der Zeit 209 (1991) 357 f.; - ders., Der verwundete
Denker. Ein Durchblick durch die Motivwelt Joseph Bernharts, in: Münchener
Theologische Zeitschrift 45 (1994) 63-68; - Lorenz Wachinger,
Streit um das Tragische, in: Christ in der Gegenwart, Nr. 27 vom 5.
Juli 1992, 221 f.; - Paul Stöcklein, Der unbeugsame Dissident
Josef Bernhart, in: Ders., Einspruch gegen den Zeitgeist. Begegnungen
und Reflexionen aus den Jahren 1930 bis 1990, Bonn-Berlin 1992, 108-118;
- Joseph Bernhart (1881-1969). Theologe - Philosoph - Kulturhistoriker
(= Münchener Theologische Zeitschrift 44, Heft 3), St. Ottilien 1993;
- Rainer Bendel, Das Kirchenbild Joseph Bernharts (= Studien zur
Theologie und Geschichte 10), St. Ottilien 1993; - Manfred Weitlauff,
Joseph Bernhart (1881-1969), ein bedeutender katholischer Denker unseres
Jahrhunderts. Leben und Werk im Spiegel seiner autobiographischen
Schriften, Günzburg [Landratsamt] 1994; - ders., Bernhart, Joseph,
in: Lexikon für Theologie und Kirche 2 (31994) 282 f.; -
ders., Joseph Bernhart - ein christlicher Tragiker?, in: Ders. - Abraham
Peter Kustermann (Hrsg.), Joseph Bernhart (1881-1969). Zwei Reden
über Wissen, Bildung und Akademiegedanken - Deutungen zu Leben, Werk
und Wirkung (= Kleine Hohenheimer Reihe), Stuttgart (Akademie der
Diözese Rottenburg-Stuttgart) 1995, 9-47; - ders., Joseph Bernhart
(1881-1969). Ein Lebensbild. Ebd. 113-174 (dieser Band enthält außerdem
auf S. 49-81 und S. 83-112 Joseph Bernharts Vorträge »Stufen des Wissens«
[1947] und »Bildung in dieser Zeit« [1953]); - ders., »Kore«.
Ein Leben im Dienst Joseph Bernharts und seines literarischen Lebenswerkes,
in: Ders. (Hrsg.), Joseph Bernhart. Tagebücher und Notizen 1935-1947,
Weißenhorn 1997, 731-807; - Otto Weiß, Der Modernismus in Deutschland.
Ein Beitrag zur Theologiegeschichte, Regensburg 1995, 478-485; -
Lydia Maidl - Rainer Bendel, Zum Denken des Gegensatzes bei Romano
Guardini und Joseph Bernhart, in: Münchener Theologische Zeitschrift
47 (1996) 231-252.
Manfred Weitlauff
Werkeergänzung:
1918
Umlernen. Ein Wort zur Stunde an die Intellektuellen, in: Der Tag (Illustrierter Teil) Nr. 270, 27.11.1918, 1f.;
2007
Zeit-Deutungen. Schriften, Beitr. u. bislang unveröffentl. Vorträge zu Problemen d. Politik u. Kultur aus d. Jahren 1918-1962. Komm. u. hrsg. von Manfred Weitlauff und Thomas Groll. Weißenhorn 2007;
2008
Das Dämonische in der Geschichte. Ein Vortrag, in: MThZ 59.2008, S. 365-383.
Literaturergänzung:
2005
Manfred Lochbrunner, Hans Urs von Balthasar u. seine Philosophenfreunde. Fünf Doppelporträts. Würzburg 2005; -
2008
Themenheft von MThZ 59.2008, S. 292-364; -
2009
Klaus Wolf, Literar. Mittelalterrezeption bei J.B. Literaturgeschichtl. Überlegungen zum hist. Roman "Rudolf von Schlüsselberg", in: JVAB 43.2009, S. 7-21.