Verlag Traugott Bautz |
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BÁB, arab. "das Tor", bürgerlicher Name Sayyid 'Ali-Muhammad Shirází, * 20. Oktober 1819 (oder 1821) in Schiraz † 9. Juli 1850 in Tabriz, Kaufmann aus Südpersien, ursprünglich ein schiitischer Muslim, Stifter des Babismus und Vorläufer der Baha´i-Religion, erhob im Jahr 1844 (22. Mai) den öffentlichen Anspruch ein Gesandter Gottes zu sein. Zu seinen ersten 18 Jüngern gehörte auch eine Frau. In den Augen seiner Anhänger und Anhängerinnen ist Bab kein gewöhnlicher Prophet, sondern ein "Erscheinungsort des Göttlichen" (mazhar-i ilahi). Sein Name ‚Bab' verweist in der schiitischen Tradition auf den Anspruch, besondere Beziehungen zum 12. (bzw. verborgenen) Imam zu haben. - Der Anspruch auf nachislamische Gottesoffenbarung führte zu seiner öffentlichen Hinrichtung, zusammen mit einem seiner Anhänger, Aqá Muhammed Ali. Der Leichnam Babs wurde von seinen Anhängern geborgen und viel später (1899 bzw. 1909) in Haifa am Fuß des Karmelberges bestattet. Sein Auftreten sollte auf einen weiteren, noch kommenden neuen Propheten verweisen, als der sich sein Anhänger Bahá'u'lláh (arab./pers.) "Herrlichkeit Gottes", (1817-1892), der Stifter des Bahá'í-Glaubens, später verstand. Hauptwerk zur Reform des islamischen Rechtssystems unter dem Titel "Bayan".
Lit: Andreas, F. C.: Die Babisten in Persien, Leipzig 1896; - Amanat, Abbas: Resurrection and Renewal: The making of the Babi movement in Iran, 1844-1850, London 1989; - Cole, Juan R. I.: Modernity and the Millennium, New York 1998; - Bürgel, Johann Christoph / Schayani, Isabel (Hrsgg.): Iran im 19. Jahrhundert und die Entstehung der Bahai-Religion, Hildesheim 1998 (Religionswissenschaftliche Texte und Studien Bd. 8).
Rainer Zimmer-Winkel
Letzte Änderung: 09.04.2011