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Band I (1990)Spalte 380 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BARRATT, Thomas Ball, Bahnbrecher der Pfingstbewegung in Norwegen, * 1862, † 1940. - Der norwegische Methodistenprediger B., Leiter der Stadtmission in Oslo (damals noch Christiania), reiste 1905 nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, um für den Bau eines neuen Versammlungsraumes seiner Stadtmission Geld zu sammeln. Die Kollektenreise war ein finanzieller Mißerfolg; aber als Entschädigung dafür wurde ihm während seines Aufenthalts in Amerika durch die Bekanntschaft mit der Pfingstbewegung eine Gabe zuteil, die ihm und für seine Arbeit in Oslo wertvoller als viel Geld war: am 7.10. 1906 empfing er in einer Pfingstversammlung in New York die Geistestaufe und die Gabe der Zungenrede. Am nächsten Tag fuhr B. nach Norwegen zurück. In Oslo entfachte er das Feuer einer pfingstlichen Erweckung. Schon am 29.12. vermerkte er in seinem Tagebuch: »Eine große Ausgießung des Heiligen Geistes hat begonnen. Zehn Personen haben ihr Pfingsten erlebt.« Bald trat in seinen Versammlungen das Zungenreden auf. In wilder Ekstase stürzten die Geistgetauften auf den Fußboden, so daß er mitunter »buchstäblich mit hingestreckten Menschen bedeckt« war. 1907 kam der schwedische Baptistenprediger Lewi Pethrus nach Oslo; nach seiner Rückkehr empfingen in kurzer Zeit Tausende von schwedischen Baptisten die Geistestaufe. In demselben Jahr folgte B. einer Einladung nach England, hielt sieben Wochen lang in Sunderland Versammlungen und legte den Grund zu den »Sunderland-Konferenzen«, die seit 1908 zum Brennpunkt der englischen Pfingsterweckung wurden. Im Juni 1907 besuchte Emil Meyer (1869-1950), der Leiter der »Strandmission« in Hamburg, B. in Oslo, um als Augenzeuge sich ein sachliches und gerechtes Urteil über die dortige Erweckung bilden zu können, da der »Brüderbote« laufend ohne jede Kritik Berichte von dem neuen Pfingsten in Norwegen gebracht hatte. Noch am Abend der Ankunft in Oslo besuchte Meyer die Versammlung. »Die erste Begegnung mit solchen Leuten überzeugte mich gleich von der Echtheit der Bewegung.« Es folgten 14 Tage »genauester Überprüfung der einzelnen Geistbegabten«. Was er sah und hörte, weckte in ihm den Wunsch: »Ach möchte Gottes Geist bald auch in Deutschland große Dinge tun!« Mit zwei norwegischen Zungenrednerinnen kehrte Meyer nach Hamburg zurück. Durch diese beiden sprang das Pfingstfeuer von Norwegen nach Deutschland und der Schweiz über: nach kurzem Wirken in Hamburg folgten sie einer Einladung nach Kassel und später nach Zürich.

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Lit.: Kurt Hutten, Seher - Grübler - Enthusiasten. Sekten u. rel. Sondergemeinschaften der Gegenw., 196610, 502 ff.

Friedrich Wilhelm Bautz

Ein weiter Beitrag über Thomas Ball Barratt

Letzte Änderung: 09.04.2011