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Band XXXI (2010) Spalten 79-81 Autor: Jörgen Vijgen

BELMANS, Theodorus (Frans Geert): kath. Theolog, Thomist, Mitglied des Prämonstratenserordens (OPraem.). * 22.1. 1922 in Geel (Belgien), † 27.5. 2007 Herselt (Belgien). - Frans Geert Belmans trat am 2. Oktober 1940 in der Prämonstratenser-Abtei in Tongerlo ein und empfing den Ordensnamen Theodorus. Nach der Ablegung der zeitlichen und ewigen Gelübde, empfing er am 4. August 1946 vom Mgr. Amandus Vanuytven die Priesterweihe. Bis 1963 war er an verschiedenen Orten im Belgischen Congo als Missionar tätig. Nach seiner Rückkehr begann er die philosophischen Studien an der Katholischen Universität Löwen, wo er 1967 ein Lizenziat in der Philosophie erwarb und sich 1970 bei Gerard Verbeke promovierte mit einer Dissertation "Ego und Alter Ego in der Ethik des Thomas von Aquins". Nach sieben Jahren theologischer Studien an der Gregoriana erfolgte 1977 eine zweite Dissertation im Bereich der Moraltheologie bei Joseph De Finance SJ, welche in der Reihe ‚Studi Tomistici' 1979 veröffentlicht wurde: "Le sens objectif de l'agir humain: pour relire la morale congiugale de Saint Thomas". Eine gründlich überarbeitete deutsche Version erschien 1984. Ab 1979 war er am Priesterseminar in Bukavu (Congo) in der Lehre tätig und von 1985 bis 1987 Assistent an der theologischen Fakultät in Bamberg. Seelsorgerische Aktivitäten ab 1987 in Burgkundstadt und Pattendorf. 1997 kehrte er nach Belgien zurück, wo er nach einer lange Krankheit am 27. Mai 2007 (Pfingsten) verstarb. - Bereits in seiner philosophischen Dissertation plädiert Belmans, unabhängig von Karol Wojtyla's Hauptwerk ‚Liebe und Verantwortlichkeit', für eine thomistisch geprägte Intersubjektivität als Alternative für die moderne Illusion eines autonomen Ego. Doch es war sein theologisches Hauptwerk zur Ehemoral des hl. Thomas von Aquins wodurch Pater Belmans am weitesten bekannt wurde. Seiner Überzeugung folgend, daß "es unmöglich ist ohne Treue zu der Grundintuition von Augustin und Thomas in Sachen Ehemoral wahrhaft katholisch zu bleiben" (S. 3), entwirft er eine sehr breit angelegte Untersuchung der thomistischen Lehre des Objekts der Moralität im Bereich der Ehemoral unter Einbeziehung der klassischen Thomaskommentatoren. Seine tiefe Kenntnis der Lehre des Aquinaten führte ihn dazu, daß er sich kritisch mit der voluntaristisch inspirierten Thomasauslegung ("Abelardus redivivus") des Proportionalismus von F. Böckle, J. Fuchs und L. Janssens auseinandersetzte. Sein Hauptwerk stellt ein spekulatives Plädoyer dar für echte Liebe, d.h. Liebe, die "die Seinsordnung, die sich in den Normen des Naturrechts kundgibt, voll respektiert" (S. 479). Die Schwerpunkte seines weiteren Schaffens waren die Vertiefung und Verteidigung dieses Themas. Belmans Leben war geprägt von einer tiefen Liebe zur katholischen Kirche und sein größtes Anliegen war die unverfälschte Weitergabe des überlieferten Glaubens mit Hilfe des Thomas von Aquin. Der Erosion dieses Glaubens, besonders im Bereich der Morallehre, wirkte er entgegen mit scharfen Analysen der von Karl Rahner inspirierten Situations- und Gesinnungsethik.

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Werke (Auswahl): Ego en alter ego in de ethiek van Thomas van Aquino (Diss.: KUL Löwen, 1970); La spécification de l'agir humain par son objet chez S. Thomas d'Aquin, in: Div 22 (1978) 336-56; 23 (1979) 7-61; Hält Thomas von Aquin die menschliche Natur für wandelbar ?, in: MThZ 30 (1979) 208-217; Le sens objectif de l'agir humain: pour relire la morale congiugale de Saint Thomas, Città del Vaticano 1980; Saint Thomas et la notion de 'moindre mal moral', in: RThom 83 (1983) 40-57; Der objektive Sinn menschlichen Handelns: zur Ehemoral des hl. Thomas, Vallendar 1984; Le volontarisme de saint Thomas d'Aquin, in: RThom 85 (1985) 181-196; L'immutabilité de la loi naturelle selon saint Thomas d'Aquin, in: RThom 87 (1987) 23-44; Der Begriff eines 'ontischen' Übels bei Thomas von Aquin; in: Persona, Verità e Morale. Atti del Congresso Internazionale di Teologia Morale, Roma 1987, 653-660; Au croisement des chemins en morale fondamentale, in: RThom 89 (1989) 246-278; Le paradoxe de la conscience erronée d'Abélard à Karl Rahner, in: RThom 90 (1990); Le 'jugement prudentiel' chez saint Thomas. Réponse à R. McInerny, in: RThom 91 (1991) 414-420; Thomas d'Aquin und die 'Wahl des kleineren Übels', in: Div 35 (1991) 256-273; Le 'remedium concupiscentiae' comme fin du mariage, in: RThom 93 (1993) 289-303; Das rechte Gewissen und seine Verdrängung nach Thomas von Aquin, in: Div 44 (2001) 157-174; Ehe und Zölibat bei Thomas von Aquin, in: Theologisches 31 (2001) 105-115.

Lit.: R. McInerny, The right deed for the wrong reason: Comments on Belmans, in: DC 43 (1990) 202-233; - Id., Aquinas on Human Action, Washington D.C. 1992, 70-85; - M. Rhonheimer, Natural Law and practical reason, New York 2000, 445; - J. Pilsner, The specification of human action in Thomas Aquinas, Oxford, 2006, 77.

Jörgen Vijgen

Letzte Änderung: 09.04.2011