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Band XV (1999) Spalten 114-115 Autor: Erich Wenneker

BENEDIKT, Dominicus Simon, ref. Theologe, * 2. November 1767 in Lavin von Tschlin (seit 1809 von Chur), † 23. April 1837 in Chur. - Dominicus Simon Benedikt wurde 17678 in dem Unterengadiner Dorf Lavin geboren. Seine Familie stammt aus Tschlin im Unterengadin. Er erhielt seine erste Ausbildung vom Vater und besuchte danach die Schule in Chur. 1789/90 studierte er an der Universität Basel Philosophie und Theologie und wurde am 18. Mai 1790 als Feldprediger durch die Basler Antistes nach bernischer Vorschrift ordiniert. Er wurde 1792 Feldprediger in den Schweizerregimentern von May und Roverea und stellte sich 1798 auch der Prüfung vor der evangelisch-rätischen Synode in Thusis. Nach der Beendigung seiner Feldpredigerzeit wurde er 1801 Pfarrvikar im bernischen Sutz und noch im gleichen Jahr Pfarrer der Prättigauer Gemeinde Seewis. 1807 wechselte er nach Maladers. Seit 1808 war er zusätzlich als Lehrer an der evangelischen Kantonsschule in Chur tätig, wo er nicht nur Religion, sondern Sprachen unterrichtete. Er war also in Chur kein Unbekannter als er im Jahre 1808 zum Pfarrer an der Regulakirche und bereits im folgenden Jahr, nach dem Weggang von Christian Bavier, an der Martinskirche gewählt wurde. Neben diesem Amt, das er bis 1832 ausübte, war er zur gleichen Zeit auch Rektor der evangelischen Kantonsschule und von 1816-1831 Dekan des Gotteshausbundes. Benedict war der Vertreter einer orthodoxen Theologie, predigte aber selber sehr gefühlsbetont. Für liberale Ansichten, die zu seiner Zeit in Chur vertreten wurden, hatte er kein Verständnis. Während seiner Amtszeit kam es deshalb zu zwei Konflikten. Im Jahre 1821 ging es um den an der Kantonsschule lehrenden Karl Follen, der wegen der reaktionären Tendenzen aus Deutschland geflohen war. Follen verlor seine Stelle und ging später nach Amerika. 1824 kam es zu der Auseinandersetzung mit dem Professor Kaltschmidt, der ebenfalls aus Deutschland stammte und Deutsch, Französisch und Latein unterrichtete. Vertretungsweise hielt er 1824 in der Martinskirche eine Predigt, in der er sich gegen den üblichen Kirchenbegriff aussprach. Benedikt rügte ihn für diese Predigt und für einige Äußerungen in der Schule, die Kaltschmidt aber bestritt. Kaltschmidt war dabei vom Churer Bürgermeister Tscharner denunziert worden und auf dessen Antrag, sollte er zukünftig nicht mehr predigen.

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Werke: Eine Neujahrspredigt in einem vollständigen Auszuge gehalten in Chur, am Neu- jahrstage 1814, Chur 1814

Lit.: J. U. Michel, Eine Kontroverse in Sachen des Glaubens zwischen Dekan Benedikt und Kantonsschulprofessor J. H. Kaltschmidt im Jahr 1825, in: Jahrb. d. »Neuen Bündner Zeitung« pro 1906, 5-24; - Fritz Jecklin, Das Collegium philosophicum in Chur und seine Studenten, in: Bündnerisches Monatsblatt 1914, 165-186; - Martin Schmid, D. Entlassung Karl Follens von d. bündnerischen Kantonsschule 1821, in. Bündnerisches Monatsblatt 1914; - Jakob Rudolf Truog, D. Pfarrer d. evang. Gemeinden in Graubünden u. seinen ehemaligen Untertanenlanden, in: Jahresberichte d. Historisch-Antiquarischen Gesellschaft v. Graubünden 64 u. 65, 1934 u. 1935; - Ders., Aus d. Geschichte d. ev.-rätischen Synode 1537-1937, Chur 1937; - Ders., D. Pfarrer d. evang. Gemeinden in Graubünden u. seinen ehemaligen Untertanenlanden, in: Jahresberichte d. Historisch-Antiquarischen Gesellschaft v. Graubünden (Ergänzungen u. Berichtigungen), in: Jahresber. d. Historisch-Antiquarischen Gesellschaft v. Graubünden 75, 1945, 113-147; - Janett Michel, Hundertfünfzig Jahre Bündner Kantonsschule 1804-1954, Chur 1954; - Hans Berger, Evangelisch Chur - seine Prädikanten, Kirchen u. Friedhöfe, Chur 1978.

Erich Wenneker

Letzte Änderung: 09.04.2011