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Band XXVII (2007) Spalten 78-79 Autor: Konrad Fuchs

BERG, Ludwig, kath. Theologe, * 12.1. 1909 Bensheim (Bergstraße), † 12.7. 1976 Mainz. - M. studierte nach dem am Bensheimer Gymnasium bestandenen Abitur am Mainzer Priesterseminar katholische Theologie. Am 24.2. 1934 empfing er in Mainz die Priesterweihe. Anschließend wirkte er als Kaplan in Pfeddersheim, Viernheim und Eich. B. unterbrach seine seelsorgerische Tätigkeit, um an der Universität Münster ein Promotionsstudium aufzunehmen. 1939 wurde er in Münster in Moraltheologie promoviert. Seine Dissertation, die betitelt war "Der Mensch, Herr seiner Rechte", war eine philosophische Abhandlung, die sich eng an Thomas von Aquin anlehnte. Die Philosophie des Rechts wurde in ihr "aus der gottebenbildlichen Geistnatur des Menschen" abgeleitet. Nach Abschluß seines Promotionsstudiums war B. wieder als Seelsorger tätig, und zwar in Dienheim, Nidda und Kostheim sowie als Pfarradministrator in Mainz-Kastel, obwohl er es vorgezogen hätte, an der Universität zu bleiben, um sich dem Studium der Mathematik und der Astronomie zu widmen. Nach Kriegsende 1945 wurde B. Assistent am Mainzer Priesterseminar (ab Wintersemester 1945/46). Verbunden war damit ein Lehrauftrag für Philosophie. Nach Wiedergründung der Universität Mainz 1946 wurde ihm dort ein Lehrauftrag für Moraltheologie und Sozialethik übertragen. 1948 erfolgte seine Berufung zum außerordentlichen, 1951 zum ordentlichen Professor für Anthropologie und Sozialethik an der Universität Mainz. Vom Sommersemester 1959 bis zum Wintersemester 1960/61 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. B., dessen Wahlspruch lautete "Suaviter in modo, fortiter in re", war wesensmäßig geprägt durch Zuversicht und einen bemerkenswerten Optimismus, gepaart mit Heiterkeit und Offenheit, Eigenschaften, die ihn sympathisch machten. Sein wissenschaftliches Oeuvre ist gekennzeichnet weniger durch strenge Analyse als vielmehr durch die Kunst des Improvisierens.

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Werke: Der Mensch, Herr seiner Rechte (Bensheim l940); Die Gottebenbildlichkeit im Moralsubjekt nach Thomas von Aquin (Mainz 1948); Sozialethik (München 1959, Bd. 9 des "Handbuch(s) der Moraltheologie", italienisch 1961, spanisch 1964); Von der Liebe (Leutesdorf 1963); Ehegemeinschaft in sozialtheologischer Sicht (Münster 1967); Hrsg. der päpstlichen Sozialenzykliken in deutscher Übersetzung mit Erläuterungen: "Pacem in terris", Leutesdorf 1962; "Populorum progressio" (mit M. Rock), Leutesdorf l968; "Octogesima ad veniens" (mit M. Rock, K.A. Wohlfahrt u. W. Zauner), Leutesdorf 1971.

Lit.: Wer ist Wer? Das deutsche Whos Who. XII. Ausgabe von Degners Wer ist's? hrsg. von Walter Habel, Frankfurt/Main 1973, 68; - "Augustinerstraße 34". 175 Jahre Bischöfliches Priesterseminar Mainz. Hrsg.: Bischöfliches Priesterseminar Mainz. Redaktion: Klaus Reinhardt unter Mitarbeit von Ingobert Jungnitz, Eltville/Rhein (1980), 183, 267, 286, 324/25 (m. Bild), 336, 386; - Kurt Flasch. Über die Brücke. Mainzer Kindheit 1950-1949, Mainz 12002, Frankfurt/Main 2005, 55 passim.

Konrad Fuchs

Werkeergänzung:

1929

Das griechisch-slawische Unionswerk in Albertyn (Polen), in: Die katholischen Missionen 57 (1929) 72-77.

Literaturergänzung:

2002

Patrick Bahners, Also sprach der Herr Pfarrer. Kurt Flasch erzählt von einer Kindheit im Krieg. In: FAZ Nr. 244, 21.10.2002, 41.

Letzte Änderung: 09.04.2011