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Band I (1990)Spalte 616 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BLASIUS, Bischof von Sebaste (Armenien), Märtyrer, Heiliger, † angeblich 316 in der Christenverfolgung unter Licinius, wahrscheinlich aber unter Diokletian. - B. wurde mit einem eisernen Kamm zerfleischt und dann enthauptet. Noch im Kerker - so berichtet die Legende - hat er an verschiedenen Kranken seine wunderbare Heilgabe erfolgreich ausgeübt, u. a. auch an einem Knaben, der wegen einer verschluckten Fischgräte dem Ersticken nahe war. B. ist einer der volkstümlichsten Heiligen, einer der 14 Nothelfer, Schutzpatron gegen Halsübel. An seinem Gedenktag wird der B.-segen mit eigener Benediktionsformel erteilt, während man zwei geweihte Kerzen in Form des Andreaskreuzes vor den Hals hält. Die Reliquien des B. kamen nach Paris, St. Blasien (Schwarzwald) und Ragusa (Dalmatien). Fest: 3. Februar, bis zum 11. Jahrhundert 15. Februar, im Orient 11. Februar.

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Lit.: AS Febr. I, 336 ff.; - BHG 276 f.; - BHL 1370 ff.; - Franz Görres, Krit. Unterss. über die Licinian. Christenverfolgung. Ein Btr. z. Kenntnis der Märtyrerakte, 1875, 130 ff.; - Vita e martirio di s. Biagio, Monza 1889; - Heinrich Detzel, Christl. Ikonogr. II, 1896, 209 ff.; - Pastor bonus 16, 1904, 227 ff.; - Adolph Franz, Die kirchl. Benediktionen im MA I, 1909, 202 ff. 458 f. u. 8.; - Siegmund Hellmann, Fragment der Acta S. Blasii, in: Festg. f. Hermann Grauert, 1910, 20 ff.; - S. B., unser Schutzpatron, Münster 1946; - Theodor Briemle, B.segen, in: Ambrosius. Zschr. f. Prediger 57, 1952, 51 ff.; - Alois Siegel, Bauernhll., in: Das Dorf. Führungsorgan der kath. Landvolksbewegung Dtld.s 6, 1954, 18 ff.; - Karl-S. Kramer, »Sankt B. zu leibeigen«, in: Bayer. Jb. f. Volkskunde, 1954, 141 ff.; - AnBoll 73, 1955, 18 ff.; - Maria Kreitner, Hll. um uns, Wien 1956, 59 f.; - Wilhelm Hünermann, Der endlose Chor, 19608, 75 ff.; - Burkhard Peters u. a., Zum Problem des Wetter- u. B.segens, in: Katech. Bll. 93, 1968, 745 ff.; - Holweck 162; - Doyé I, 138; - Künstle 137 ff. 469 ff.; - Braun, TA 141 ff.; - Wimmer3 158 f.; - Torsy 90; - Potthast II, 1214; - DHGE IX, 69; - LThK II, 525; - RGG I, 1319.

Friedrich Wilhelm Bautz

Textanmerkungen:

Reliquien des B. befinden sich auch im Kloster Ag. Blasiou in Trikala, GR 20400 Xylokastro, dessen Stadtaptron Blasios auch ist. Auch im Athoskloster Konstamonitou soll Blasios-Reliquien haben. Eine weitere Reliquie befindet sich im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig in seiner Mittelalterabteilung: ein Armreliquiar aus dem Welfenschatz. Das Reliquiar wurde wahrscheinlich - laut Inschrift auf der Bodenplatte - vor dem Jahr 1077 von der brunonischen Gräfin Gertrud gestiftet. Lange gehörte es zum Schatz der Stiftskirche St. Blasii ('Braunschweiger Dom'), die an die Burg Dankwarderode anschließt.

Literaturergänzung:

1994

Berta Ritscher, Die ehem. Wallfahrt zu d. Vierzehn Nothelfern in Söllitz. Entstehung u. Entwicklung, in: BGBR 28.1994, S. 296-310; -

2004

Armand Tchouhadjian, Saint B. Eveque de Sébaste - Arménie mineure. Paris 2004; -

2008

Bodo Heil, Nothelfer. Graz 2008; - Heinrich Fürst, Die vierzehn Nothelfer. Unsere Freunde. Ihre Verehrung von d. Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg. Petersberg 2008; - Luc Campana, Die 14 Heiligen Nothelfer. Herkunft und Verehrung. Konkurrenz zur Medizin . Leben und Legenden. Reichweite und Bildnisse. Schwerpunkt Schweiz. 2., überarb. u. erw. Aufl. Lauerz 2008; -

2010

Hans-Peter Boucsein, In der Heimat von Sankt B., in: Geschichten verändern Geschichte. Taufkirchen 2010, S. 404-419.

Letzte Änderung: 09.04.2011