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Band XIX (2001)Spalten 69-74 Autor: Sebastian Kranich

BÖHMERT, Karl Viktor, Nationalökonom, Politiker, Staatsbeamter, Sozialreformer, Publizist, Laientheologe, * 23.8. 1829 in Quesitz bei Leipzig, † 12.2. 1918 in Dresden. B. wächst als Sohn des Pfarrers Karl Friedrich Böhmert in Roßwein (Sachsen) auf. Seine Mutter, Henriette Sophie, geb. Gräbner, kommt aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen. Nach dem Besuch der sächsischen Fürstenschule St. Afra in Meißen trägt sich B. mit dem Gedanken das Theologiestudium aufzunehmen, studiert aber schließlich in Leipzig Jura und Volkswirtschaftslehre bei Wilhelm Roscher. Im Anschluß arbeitet er als Gerichtsaktuar in Meißen. Hier begründet er 1853 den ersten genossenschaftlichen Vorschußverein in Sachsen. Studienreisen führen ihn 1855 nach Westeuropa, so auch zur Weltausstellung in Paris. - Roscher holt B. 1856 nach Heidelberg als Redakteur einer neuen liberalen volkswirtschaftlichen Wochenschrift, die dieser dann unter dem Titel "Germania, Centralblatt für die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen Deutschlands" herausgibt. Doch behält B. die Universitätslaufbahn im Blick und will sich gerade in Heidelberg als Privatdozent für Volkswirtschaftslehre und Staatswissenschaften habilitieren, als er eine gutbezahlte Stelle in der Redaktion des Bremer Handelsblattes erhält. 1857 veröffentlicht er im Blatt einen "Aufruf zu einem Kongresse deutscher Volkswirte" (Bremer Handelsblatt 293, 23.5.1857), der sich als Anfangsimpuls für die Gründung des "Volkswirtschaftlichen Kongresses" erweisen sollte. Im Zusammenhang mit B.s Arbeit im Kongreß steht auch seine Beteiligung an der Gründung des deutschen Nationalvereins, wo er sich als Kopf der Bremer Gruppe für die politische Einigung Deutschlands auf dem Wege einer Zollvereinsreform stark macht. 1860 wird B. Syndikus der Bremer Handelskammer und heiratet 1861 die Kaufmannstochter Sophie Elisabeth Löning, die ihm drei Söhne schenkt: Karl, Wilhelm und Otto Victor. - Im Gründungsjahr des norddeutschen Bundes 1866 tritt B. in Zürich eine Professur für Nationalökonomie an. In seiner wissenschaftlichen Arbeit kommt es zu einer Akzentverschiebung: Neben dem Eintreten für liberale Wirtschaftsreformen stellen nun die Lage der Fabrikarbeiter und das Armenwesen neue Schwerpunkte dar. Er gelangt in eine Komission des Kantons Zürich zur Untersuchung der Arbeiterverhältnisse. Hauptfrucht dieser Arbeit, die B. für die eidgenössische Regierung mit einem Bericht für die Weltaustellung 1873 in Wien fortführte, ist sein zweibändiges Werk "Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen der Schweiz" (Zürich 1873). - Hinzu kommt eine intensive Beschäftigung mit dem Armenwesen, die B. über Jahre zu einem Vorreiter des Paradigmenwechsels von karitativ-philanthrophischer Armenpflege zur Sozialfürsorge macht. Bei der Reorganisation des Dresdner Armenpflege 1877 wird vor allem auf Betreiben B.s das "Elberfelder System" eingeführt. Den Nutzen dieses Systems sucht er später in "Das Armenwesen in 77 deutschen Städten und einigen Landarmenverbänden" (Dresden 1886/88) auch statistisch zu erweisen. - 1875 wird B. in der Doppelstellung als Professor für Nationalökonomie und Statistik am Dresdner Polytechnikum und als Direktor des Königlich Sächsischen Statistischen Bureaus berufen und vereint beide Ämter 20 Jahre. Sein wichtigstes, in vier Sprachen übersetztes, wissenschaftliches Werk "Die Gewinnbetheiligung. Untersuchungen über Arbeitslohn und Unternehmergewinn" (Leipzig 1878) veröffentlicht er zu Beginn dieser Zeit. Mit zunehmendem Lebensalter sieht B. das Ziel seiner Lehrtätigkeit darin "erzieherisch auf meine Zuhörer zu wirken, die Nationalökonomie ihnen als Sozialethik praktisch vorzuführen." (Erinnerungen und Lebensauffassungen eines Achtzigers, in: Der Arbeiterfreund 47 (1909), 243-256, Zitat 253) - Kaum zu übersehen ist das gemeinnützige Wirken B.s. So ist er Mitglied der "Deutschen Gesellschaft für die Verbreitung der Volksbildung" und Vorsitzender des von ihm angeregten Dresdner Vereins "Volkswohl", der sich Förderung der Volksbildung und Hebung der Volksgeselligkeit zum Ziel gesetzt hat. B.s Mitgliedschaft im "Deutschen Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit" geht mit seinem Vorsitz im "Verein gegen Armennot und Bettelei" in Dresden einher, der unter der Maßgabe "Arbeit statt Almosen" armen Jugendlichen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben versucht. Zudem tritt er dem "Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" bei und sorgt für die Gründung eines Dresdner Bezirksvereins, dessen Vorsitz er ebenfalls übernimmt. - Politisch aktiv wird B. nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst 1895 noch in seinem Eintreten gegen die undemokratische Änderung des sächsischen Wahlrechtes (Der sächsische Wahlgesetzentwurf und seine Gefahren, Dresden 1896), einer erfolglosen Landtagskandidatur und einer Vermittlungsmission zur Beilegung des Crimmitschauer Textilarbeiterstreiks 1903/04. - Seine Hoffnungen auf die weltpoltischen Entwicklungen faßt der Achtzigjährige in diese Worte: "Das Deutsche Reich ist nicht bloß zur Heimatpolitik, sondern auch zur Teilnahme an einer friedlichen Weltpolitik berufen..., um eine wahrhaft humane kulturelle Entwicklung der Völker anzubahnen. Es wird dazu freilich auch eine innere Lebensweckung und religiöse Erneuerung nötig sein." (Erinnerungen und Lebensauffassungen eines Achtzigers, in: Der Arbeiterfreund 47 (1909), 243-256, Zitat 256) - B.s poltische Stellung war national- und sozialliberal. Die größten Wirkungen zeitigte neben der publizistischen seine gemeinnützige Arbeit. Nach seinem Tod wird B. als "der Pionier der Sozialpolitik in Dresden" geehrt (Vgl. Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters Blüher im Namen der Stadt Dresden, in: Dem Andenken Victor Böhmerts, Gedenkreden zu seinem Hinscheiden am 12. Februar 1918, 16-17, Zitat 16). - B.s wichtigste wissenschaftliche Leistungen liegen auf dem Gebiet der Sozialstatistik. Er ist der jüngeren Schule der historischen Nationalökonomie zuzurechnen. Gemeinsamkeiten mit Gustav Schmoller sind unverkennbar. Doch zeichnet sich B.s Werk über einen ethischen Ansatz hinaus durch explizit christliche, kulturprotestantische Positionen aus. Das ist zu ersehen in einer Vielzahl von Artikeln in der Zeitschrift des Centralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen "Der Arbeiterfreund", die B. von 1873-1914 herausgab, aber auch in den Beiträgen, die im Zusammenhang mit seiner Arbeit im Protestantenverein entstanden, wie: "Der Sozialismus und die Arbeiter-Frage" (Zürich 1872) und "Der Beruf der Kirche in der sozialen Frage" (Leipzig 1874). Im Protestantenverein trat B. mit Arwed Emminghaus und Karl August Lammers für eine sozialere Ausrichtung ein. Mit einer "Mischung von freiwirtschaftlichen Grundsätzen, gesellschaftlicher Selbstorganisation und einem protestantisch-liberalen Persönlichkeitsideal ... bestimmten die "Bremer" den Vereinskurs in der sozialen Frage" (Vgl. Claudia Lepp, Protestantisch - liberaler Aufbruch in die Moderne, Der deutsche Protestantenverein in der Zeit der Reichsgründung und des Kulturkampfes, Gütersloh 1996, 389-393, Zitat 392-393).

Bibliographie: Eine Bibliographie findet sich im Handwörterbuch des Staatswissenschaften 4, 1923. Ein Verzeichnis sozialpolitischer und gemeinnütziger Schriften bietet Peter Schmidt, Victor Böhmert und sein Wirken, in: Ders. (Hrsg.), Am Born der Gemeinnützigkeit; Festgabe zum 80. Geburtstag des Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. jur Victor Böhmert, Dresden 1909, 21-27. Die folgende Aufstellung beschränkt sich auf die wichtigsten Schriften und eine Auswahl der sozialethisch ausgerichteten und theologischen Beiträge.

Separate Veröffentlichungen: Briefe zweier Handwerker, Dresden / Döbeln 1854; Freiheit der Arbeit! Beiträge zur Reform der Gewerbegesetze, Bremen 1858; Geschichte der Bremer Schusterzunft, Bremen 1861; Beiträge zur Geschichte des Zunftwesens, Leipzig 1862 (Nachdruck, Leipzig 1969); Arbeiterunterstützungskassen, Leipzig 1868; Untersuchung und Bericht über die Lage der Fabrikarbeiter, Zürich 1868; Verhältnis von Arbeiter und Arbeitgeber, Zürich 1868; Armenpflege und Armengesetzgebung, Berlin 1869; Unentgeltlichkeit des Volksschulunterrichts, Bremen 1871; Der Sozialismus und die Arbeiter-Frage, Zürich 1872; Das Studieren der Frauen, Leipzig 1872; Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen in der Schweiz, 2 Bde., Zürich 1873; Zur Enquete über schweizerische Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen, Zürich 1873; Arbeiterverhältnisse und Fabrikeinrichtungen der Schweiz, Fortsetzung, Zürich 1874; Der Beruf der Kirche in der sozialen Frage, Vortrag, Leipzig 1874; Enquete über die Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer und andere Lohnzahlungsmethoden, Zürich 1875; Die Gewinnbeteiligung, Untersuchungen über Arbeitslohn und Unternehmergewinn, 2 Bde., Leipzig 1878; Zur Reform der Armenpflege, Dresden 1879; Aufgaben der Volkswirtschaftslehre und Statistik, Festrede, Dresden 1880; Aufgaben und Ziele des Vereins gegen Armennot und Bettelei, Vortrag, Dresden 1880; Die praktischen Versuche zur Lösung der sozialen Probleme, Berlin 1883; Bericht über die Individual-Armenstatistik des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit, Druckvorlage für den Armenpflegerkongreß Nr.1, Berlin 1884; Einige neuere Ergebnisse der Armenstatistik der Städte Berlin und Dresden, Berlin 1884; Fürsorge für vernachlässigte und mißhandelte Kinder, (Kinderschutzvereine), Druckvorlage für den Armenpflegerkongreß Nr.4, Berlin 1884; Bericht über die weitere Bearbeitung der Armenstatistik des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit, Druckvorlage für den Armenpflegerkongreß Nr.1, Berlin 1885; Bilder aus der individuellen Trinkerpflege, Dresden 1885; Der Kampf gegen den Mißbrauch geistiger Getränke im Königreich Sachsen, Dresden 1885; Die weiteren Ergebnisse der sächsischen Armenstatistik für das Jahr 1885, Dresden 1885; Die Methoden der Lohnstatistik, Dresden 1886; Der Pfarrer von Roßwein, Gotha 1886; Das Armenwesen in 77 deutschen Städten und einigen Landarmenverbänden, 2 Bde., Dresden 1886-1888; Sächsische Bettler- und Vagabunden-Statistik von 1880-1887, Dresden 1887; Kaiser Friedrich als Freund des Volkes, Leipzig 1888; Der Kampf gegen die Unsittlichkeit3, Leipzig 1888; Der Branntwein in Fabriken, Leipzig 1889; Die Armenpflege, Gotha 1890 (Zimmers Handbibliothek der praktischen Theologie Bd. 11/14, Abt. 34); Die Reform der Geselligkeit und der Wirtshäuser, Leipzig 1890; Die Erholungen der Arbeiter außer dem Hause, Berlin 1891; Die Bestrebungen zur Veredelung der Volkserholungen, Leipzig 1893; Volksbildung und Volkserholung, Leipzig 1893; Eine deutsche Stadt (Roßwein i. S.) in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von 1834-1894, Dresden 1895; Der sächsische Wahlgesetzentwurf und seine Gefahren, Dresden 1896; Die soziale Frage und das Wahlrecht, Berlin 1896; Die Handwerks- und Fabrikverhältnisse der Stadt Roßwein, Leipzig 1896; Die Volksheime und die Bildungsbestrebungen der Gegenwart, Berlin 1896; Volksparks, eine Lebensfrage für kleine und große Gemeinden, Leipzig 1897; Die Arbeiterfürsorge in Sachsen unter König Albert, Leipzig 1898; Volksgeselligkeit, Dresden 1898; Wohlfahrtspflege auf dem Lande, Dresden 1898; Rückblicke und Ausblicke eines Siebzigers, Dresden 1900; Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Dresden 1902; Festschrift zur Feier des 100 jährigen Bestehens des Vereins zu Rat und Tat in Dresden, Dresden 1903; Die Entstehung der Gesellschaft zur Verbreitung der Volksbildung, Berlin 1907; 200 Urteile über die Alkoholfrage, 2 Bde., Dresden 1907; Die 25-jährige Tätigkeit des Dresdener Bezirksvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, Jubiläumsschrift, Dresden 1908.

Aufsätze und Artikel: Armenwesen und Armengesetzgebung in der Schweiz, in: Arwed Emminghaus, Das Armenwesen, Berlin 1869, 456ff.; Die Wirtschaftslehre als ein Mittel zur Lösung der sozialen Frage, in: Der Arbeiterfreund 11 (1873), 234 ff.; Die sociale Frage im Reichstage und vor dem Reichskanzler, in: Der Arbeiterfreund 14 (1876),1-14; Eine neue Aufgabe des Arbeiterfreundes, in: Der Arbeiterfreund 15 (1877); Der Fabrikant als Lehrer und Erzieher, in: Der Arbeiterfreund 15 (1877), 241-244; Die soziale Fürsorge für die Gebrechlichen, in: Der Arbeiterfreund 16 (1878), 52-56; Goethe über Reichtum und Glück, in: Der Arbeiterfreund 17 (1879), 85-96; Der Zusammenhang der religiösen und materiellen Hebung des Volkes, in: Der Arbeiterfreund 17 (1879), 173-185; Die Fürsorge für das Arbeiterwohl als internationale Aufgabe, in: Der Arbeiterfreund 18 (1880), 1ff.; Aus der deutschen Social- und Moralstatistik, in: Der Arbeiterfreund 18 (1880), 30-43; Weiteres über den Stand der Agitation für Schulsparkassen in Deutschland, in: Der Arbeiterfreund 19 (1881), 102ff.; Grundbedingungen einer Lösung der Arbeiterfrage, in: Der Arbeiterfreund 19 (1881), 1-4; Die Arbeiterfrage und die innere Mission, in: Der Arbeiterfreund 21 (1883), 373-381; Das Arbeiterwohl und der Kampf gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, in: Der Arbeiterfreund 22 (1884), 435-445; Ein Besuch in Gustav Werner's Fabriken und Bruderhäusern, in: der Arbeiterfreund 23 (1885), 296-303; Materielle und ideelle Lösung der socialen Frage, in: Der Arbeiterfreund 24 (1886), 20-28; Sonntagsruhe und Sonntagsfreude der Arbeiter, in: Der Arbeiterfreund 25 (1887), 129-140; Die Dresdner Volksunterhaltungsabende, in: der Arbeiterfreund 25 (1887), 141-147; Gustav Werners Leistungen für die Lösung der Arbeiterfrage, in: Der Arbeiterfreund 26 (1888), 33-42; Die Förderung des Arbeiterwohls durch eine Reform der Volksgeselligkeit, in: Der Arbeiterfreund 27 (1889), 1-18; Die neueren Bestrebungen zur hauswirtschaftlichen Ausbildung des weiblichen Geschlechts, in: Der Arbeiterfreund 27 (1889), 19-31; Wie soll ein Arbeitgeber Überschüsse verwenden, Fabrikfeste feiern und überhaupt für seine Arbeiter sorgen?, in: Der Arbeiterfreund 27 (1889), 421-438; Zur weiteren Rechtfertigung der Wohltätigkeitsvereine, in: Die Christliche Welt 4 (1890), 680-682; Die Mäßigkeits- und Sittlichkeits-Bestrebungen als Grundlage der Sozialrefom, in: Der Arbeiterfreund 28 (1890), 345ff.; Die Aufgaben der Statistik in der Arbeiterfrage, in: Der Arbeiterfreund 29 (1891), 1-15; Wirtschaftliche und religiöse Auffassungen und Strömungen in der Arbeiterfrage, in: Der Arbeiterfreund 32 (1894), 445-454; Die Arbeiterfrage als Gemütsfrage und die christliche Ethik, in: Der Arbeiterfreund 40 (1902), 9-13; Ein Überblick über die notwendigsten sozialen Forderungen der Gegenwart, in: Die Sächsische Evangelisch-Soziale Vereinigung im Jahre 1904, Dresden / Leipzig 1905, 11-16; Erinnerungen und Lebensauffassungen eines Achtzigers, in: Der Arbeiterfreund 47 (1909), 243-256; Christliche Religion und sozialistische Weltanschauung, in: Der Arbeiterfreund 48 (1910), 289-305; Die Bewegung für internationale Verständigung, in: Der Arbeiterfreund 52 (1914), 1-8.

Herausgeber: Der Arbeiterfreund, Zeitschrift für die Arbeiterfrage, Organ des Central-Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, Berlin 1873-1914.

Lit.: Peter Schmidt (Hrsg.), Am Born der Gemeinnützigkeit, Festgabe zum 80. Geburtstag, Dresden 1909; - Hermann Oncken, Rudolf v. Bennigsen, Ein deutscher Liberaler und Politiker, 2 Bde., Stuttgart / Leipzig 1910; - Dem Andenken Victor Böhmerts, Gedenkreden zu seinem Hinscheiden am 12. Februar 1918, Dresden 1918; - Ludwig Heyde, Art. Böhmert, Karl Viktor, in: NDB, Bd. 2; - Volker Hentschel, Die deutschen Freihändler und der volkswirtschaftliche Kongress 1858 bis 1885, Stuttgart 1975 (Industrielle Welt 16); - Andreas Biefang, Politisches Bürgertum in Deutschland 1857-1868, Nationale Organisationen und Eliten, Düsseldorf 1994, bes. 53-64 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 102); - Claudia Lepp, Protestantisch - liberaler Aufbruch in die Moderne, Der deutsche Protestantenverein in der Zeit der Reichsgründung und des Kulturkampfes, Gütersloh 1996, 389-393; - Sebastian Kranich, Victor Böhmert (1829-1918), Nationalökonom, Jurist, Politiker, Publizist, Hochschullehrer, Staatsbeamter, Sozialreformer und Laientheologe, in: Gotteshilfe - Selbsthilfe - Staatshilfe - Bruderhilfe, Beiträge zum sozialen Protestantismus im 19. Jahrhundert, hrsg. von Klaus Tanner, Leipzig 2000, 71-88 (HCh Sonderband. 4).

Sebastian Kranich

Letzte Änderung: 24.06.2008