BORMANN, Michael, Heimatforscher, * 6.2. 1795 in Hollnich, † 27.4. 1860 in Daleiden (Eifel). - B. entstammte einer begüterten Landwirtsfamilie und erhielt seine schulische Ausbildung zunächst in der heimatlichen Winterschule, dann beim Pastor des Pfarrortes (Habscheid), seit Ostern 1807 in der Zentralschule in Luxemburg und schließlich in Steffeshausen (Kreis Malmedy) bei Pfarrer Josef Arens, der seit Jahren mit besonderer Erlaubnis des Rektors der Akademie zu Lüttich als Privatlehrer viele jungen Menschen auf das Studium der Theologie vorbereitete. Im Herbst 1816 bestand er in Trier das einschlägige Examen und wurde ins Bischöfliche Priesterseminar aufgenommen. Am 18.9. 1819 empfing er in Metz die Priesterweihe und amtierte dann als Kaplan in Nittel an der deutschen Obermosel. Ab dem 6.3. 1821 amtierte er auf seiner ersten und bis zu seinem Tode einzigen Pfarrstelle in Daleiden (Eifel). Gemeinsam mit anderen Geistlichen bildete er dort einen Lesezirkel; man hielt gemeinschaftlich die »Literaturzeitung« von Friedrich Kerz, die Zeitschrift »Unsere Zeit« sowie die »Denkwürdigkeiten« von Binterim. Auf Anraten und Drängen des Trierer Bischofs Josef v. Hommer (1824-1836) forcierte B. sein anfänglich eher bescheidenes Forschen in der Heimat- und Ortsgeschichte und dehnte sein Forschungsgebiet schließlich auf die gesamte Westeifel aus. »Trotz aller Vorsicht, mit der man die geschichtlichen Resultate Bormanns benutzen muß, sind seine Arbeiten, selbst seine gewagten Konjunkturen, nicht ohne Reiz und geben manche Anregung« (Peter Oster). B. war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, vernachlässigte aber nach dem Urteil seiner Zeitgenossen trotz seiner engagierten wissenschaftlichen Tätigkeit keineswegs seine seelsorgerlichen Pflichten. Die 1972 erbaute Grund- und Hauptschule von Daleiden trägt seinen Namen.
Werke: Allgemeine Pfarrgeschichte der Pfarrei Daleiden und der umliegenden Pfarreien, von ihrem Entstehen bis 1830, Ms. im Bistumsarchiv Trier Abt. 95 Nr. 309; Allgemeine Familienregister der ehemaligen Pfarrei Daleiden, 4 Bde., 1835, Ms. im Pfarrarchiv Daleiden; Beitrag zur Geschichte der Ardennen, 2 Bde., Trier 1841-42; Beiträge zur Geschichte der Ardennen, 1852, Ms. im Archiv der großherzogl. luxemb. Instituts, Sektion für Geschichte, Nr. 155.
Lit. (in Auswahl): August Neyen, Biographie Luxembourgeoise II. Appendice, Luxembourg 1861, 11-13; - Peter Oster, Geschichte der Dekanate Prüm-Waxweiler, Trier 1927, 731-734; - Ders., M. B., Pfarrer zu Daleiden, in: Kalender für das Trierer Land 6 (1928) 140-142; - Josef Steinhausen, Archäologische Siedlungskunde des Trierer Landes, Trier 1936, 18; - Alois Thomas, Archivalische und historische Arbeiten im Bistum Trier unter Bischof Joseph von Hommer (1824-1836), in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 1 (1949) 183-208, 207 f.; - Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, Trier 1967-1975, 56 f. (Alois Thomas); - Klaus Groben, M. B. Zum Andenken an einen großen Heimathistoriker und Europäer, in: Die Eifel 76 (1981) 337-339; unwesentlich verändert in: Heimatkalender für den Kreis Bitburg-Prüm 31 (1982) 170-172.
Martin Persch
Literaturergänzung:
2009
Hagedorn, Gerd: Pfarrer Michael Bormann von Daleiden (1795-1860): Herkunft und Jugend bis zur Kaplanszeit in Nittel, in: Der Prümer Landbote 28 (3/2009) 4-28.
Letzte Änderung: 09.04.2011