BURGER, Alois: Kath. Pfarrer u. Geistl. Rat, * 8.6. 1880 in Sigishofen, Lkr. Oberallgäu, + 6.9. 1955 in Hochwang / Ichenhausen. - B. entstammte als zehntes von dreizehn Kindern einer Bauernfamilie. Er besuchte in Kempten das Gymnasium und wanderte nach dem Abitur nach München zum Theologiestudium. Im Georgianum wohnte er zusammen mit anderen, später sehr bedeutenden Männern des Geistes, wie etwa der Dichter Peter Dörfler oder der Religionsphilosoph Joseph Bernhart. Am 25. Juli 1904 wurde er durch Bischof Maximilian von Lingg in Freising zum Priester geweiht. Seine Seelsorgsstellen waren Frechenrieden, Scheidegg im Allgäu, Ichenhausen und Hochwang. Dort in Hochwang, heute Stadtteil von Ichenhausen bei Günzburg an der Donau wurde er am 1. September 1910 Pfarrer bis zu seinem Tode im Jahre 1953. - B. war »kein Krippenforscher und kein Krippensammler und war doch ein glühender Freund und Förderer der Krippe.« (Erich Lidel). Er sah eben in der Krippe die Gelegenheit schlechthin, Menschen das Geheimnis der Weihnacht möglichst nahe zu bringen. Er war zutiefst überzeugt von der missionarischen Sendung jeder Weihnachtskrippe. B. nahm Kontakt auf mit dem Tiroler Krippenverein, dessen Mitglied er 1914 wurde. Auch bezog er bereits damals dessen Zeitschrift. Auch mit dem Prämonstratenser Mößl vom Stift Wilten in Insbruck, der der Obmamn der Tiroler Krippenfreunde war, bestand Kontakt. B. trug sich mit anderen mit dem Gedanken, nach dem Vorbild der Tiroler einen eigenen »Bayerischen Krippenverein« ins Leben zu rufen. Es kam am 4. Februar 1917 in der »Traube«zu Günzburg an der Donau zu einer zweiten diesbezüglichen Zusammenkunft. Und diese führte dann zur Gründung des Bayerischen Krippenvereins. In den beiden ersten Jahren bemühte sich B. um die Herausgabe der Zeitschrift »Der Bayerische Krippenfreund«, bis 1924 leitete er als Obmann die Vereinsangelegenheiten. Darauf folgte ihm Prälat Prof. Dr. Michael Hartig als Vorsitzender des Bayerischen Krippenvereins. Man kann B. als die Seele der jung aufblühenden Krippenbegeisterung im Süden Deutschlands im und nach dem ersten Weltkrieg und weit darüber hinaus nennen. Er gehört daher zu den großen Trägern und Förderen der bayerischen Volksreligiosität gerade im Hinblick auf Weihnachten und Dreikönig.
Lit.: E. Lidel, Ceistl. Rat Alois Burger-Pfarrer von Hochwang, der Gründer des Bayerischen Krippenvereines, in: Der Bayerische Krippenfreund, 300 (1997) Juni, 4-22.