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Band I (1990)Spalten 818-819 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

BURGER, Karl von (Personadel), luth. Theologe, * 1.5. 1805 in Bayreuth als Sohn eines Juweliers und Redakteurs, † 14.7. 1884 in Schönau bei Berchtesgaden. - B. bezog 1823 die Universität Erlangen, um Philologie zu studieren. Christian Krafft, sein späterer Schwiegervater, gewann großen Einfluß auf ihn. So wandte er sich der Theologie zu und legte unter Kraffts Anleitung den Grund zu einer umfassenden und tief eindringenden Schriftkenntnis. B. wurde 1827 Gymnasiallehrer in Erlangen. 1838 berief man ihn als Pfarrer nach Fürth und 1846 nach München. Dort wirkte er 1855-83 als Oberkonsistorialrat. B. war ein hervorragender Prediger, tüchtiger Schriftforscher, bedeutender Kirchenmann, bewußter Lutheraner ohne jede Polemik gegen die Union und das reformierte Bekenntnis, Mitarbeiter an dem 1854 eingeführten Gesangbuch und Wegbereiter des Gustav-Adolf-Vereins in Bayern. Er bemühte sich um die Belebung der Liturgie und die Erhaltung der noch vorhandenen Reste der Kirchenzucht und wirkte auch als Examinator und Leiter des Predigerseminars in München auf den bayrischen Pfarrernachwuchs. Seine biblischen Kommentare sind nicht wissenschaftlicher Art, sondern als Ertrag seiner Bibelstunden für die Gemeinde geschrieben.

Werke: Allg. Grdr. der Erdbeschreibung f. die untersten Klassen der lat. Schulen, 1838 (187933); Der 1. u. 2. Brief an die Kor., 1859/60; Die Evv. nach Mt, Mk u. Lk, 1865; Das Ev. nach Joh, 1868; Die Offb St. Joh., 1877; Predigten f. alle Sonn- u. Festtage, 1864.

Gab v. Christian Krafft heraus: Chronologie u. Harmonie der vier Evv., 1848.

Lit.: AELKZ 1884, 723 ff.; - Gustav Plitt, D. C. v. B. als Freund u. Förderer des Gustav-Adolf-Ver., 1906; - NDB III, 45; - RE III, 565 ff.; - RGG I, 1529.

Friedrich Wilhelm Bautz

Letzte Änderung: 24.06.2008