CARAFA, Carlo Jr.: Kardinal und Apostolischer Nuntius in Wien, * 1611 in Neapel, † 19.10. 1680 in Rom. - Zuerst Alumnus des römischen Seminars und Doktor in beiden Rechten, trat C. 1629 in den Orden der Theatiner ein. 1644 wurde er Bischof von Aversa. Im März 1655 sandte ihn Innozenz X. als Nuntius in die Schweiz. Am 24. April des Jahres traf er in Luzern ein. In dieser Zeit als Nuntius in Luzern bemühte er sich sehr um ein Zusammenleben von Katholiken und Reformierten. Am 14. Oktober kam er an die Nuntiatur von Venedig. Am 24. August 1658 ernannte Alexander VII. C. zum Nuntius in Wien. - C. mußte sich zunächst um den Krieg zwischen Schweden und Polen kümmern, der 1655 begonnen hatte. Als C. Nuntius in Wien war, begann auch der erste Türkenkrieg Kaiser Leopolds I. D. Squicciarini bemerkt dazu: »Bei dieser Gelegenheit autorisierte der Papst den Nuntius, Gold und Silber der Kirchen der habsburgischen Erblande zu verkaufen, um den Krieg zu ermöglichen.... Diesen ersten Krieg, bei dem die Türken sogar Wien bedrohten, beschloß man nach der siegreichen Schlacht von S. Gotthard an der Raab (1. August 1664), mit dem Frieden von Vasvar (10. August 1664), der wenigstens zeitweilig ein Ende der Türkenbedrohung für das Reich brachte.« (Die Apostolischen Nuntien in Wien... S. 144) Auch kam es während seiner Nuntiatur zu Auseinandersetzungen wegen unbesetzter Bischofssitze zwischen Rom und dem Reiche. - Alexander VII. nahm C. am 14. Januar 1664 ins Kardinalskollegium auf. 1665 kehrte C. nach Rom zurück. Nach seinem Tode wurde er in der Kirche del Gesu bestattet.