Verlag Traugott Bautz |
![]() |
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
CARPZOV, Johann Gottlob, Theologe, * 26.9. 1679 in Leipzig als Sohn des Samuel Benedikt Carpzov, † 7.4. 1767 in Lübeck. - C. studierte in Leipzig und Altdorf bei Nürnberg und wurde 1704 in Dresden und 1708 in Leipzig Diakonus. Als Reiseprediger des polnisch-sächsischen Gesandten besuchte er England und Holland. C. wurde 1719 ao. Professor der orientalischen Sprachen in Leipzig und 1730 Superintendent in Lübeck. Er stand Valentin Ernst Löscher nahe und trat mit allem Nachdruck dem Pietismus und besonders der Herrnhuter Brüdergemeine entgegen. C. war der wissenschaftlich bedeutendste unter den Theologen dieser sächsischen Gelehrtenfamilie und ist bekannt als Verteidiger der orthodoxen Verbalinspirationslehre des Alten Testaments gegen die damals einsetzende Bibelkritik eines Richard Simon, Johann Clericus, Baruch de Spinoza u. a.
Bibliographie: in: Jöcher-Adelung IV, 135 ff.
Lit.: Hans Leube, Die Reformideen in der luth. Kirche z. Z. der Orthodoxie, 1924, 136 ff.; - ADB IV, 23 ff.; - NDB III, 157; - RE III, 730 f.; - RGG I, 1624; - EC III, 930 f.; - LThK II, 956; - NCE III, 145 f.; - ODCC 240.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1991
Rudolf Smend, Spätorthodoxe Antikritik. Zum Werk d. J.G.C., in: Ders., Epochen der Bibelkritik (=Gesammelte Studien ; 3). München 1991, S. 33-42.
Letzte Änderung: 09.04.2011