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Verlag Traugott Bautz
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CESLAUS: Sel. Dominikaner, * um 1180 in Polen, † 15.7. 1242 in Breslau, Fest: 20.7. (Erzbistum Breslau), 4.7. (Dominikanerorden). - C., mit dem Familiennamen Odrowaz, wurde von seinem Onkel, dem Erzbischof Ivo von Krakau, zum Studium der Theologie und der Rechtswissenschaften nach Italien gesandt. Nach seiner Rückkehr wurde er von Erzbischof Ivo zum Kanoniker und Kustos an der Marienkirche in Sandomir gemacht. Als eines Tages Ivo nach Rom reiste, nahm er C. mit. In Rom hörte C. vom Dominikanerorden und bat um Eintritt in diesen. Der hl. Dominikus selbst überreichte ihm das Ordenskleid. Nach seinem Noviziat bat er, zu den Heiden gehen zu dürfen, was ihm auch gewährt wurde. C. reiste zunächst nach Prag, dann nach Schlesien, das er förmlich durchwanderte, um überall das Evangelium zu verkünden. Als sicher gilt nach Meinolf Lohrum, daß er um 1226 den Konvent von St. Adalbert zu Breslau gründete. Er war auch dessen erster Prior. Als die Tataren in Polen und Schlesien einfielen, mußte er mit den anderen Christen nach Breslau fliehen. - Lohrum weist auch darauf hin, daß C. mit der hl. Hedwig von Schlesien zusammengearbeitet habe. Auch schreiben die Menschen von Breslau die Befreiung ihrer Stadt von den Tartaren im Jahre 1241 dem C. zu. Papst Clemens XI. bestätigte am 27. Augut 1712 seine Verehrung. Seit 1724 befinden sich seine Reliquien in der Ceslaus-Kapelle der Adalbert Kirche in Breslau. Diese Kapelle blieb im Zweiten Weltkrieg wie durch ein Wunder vor der Zerstörung bewahrt. - In den Darstellungen gilt als sein besonderes Attribut brennende Kugeln. 1963 wurde er zum Patron Breslaus erhoben. Er erhielt die Namen: »Apostel Schlesiens« und »Retter der Breslauer Burg«.
Lit.: ActaSSiul. 4, 182-199; - B. Altaner: Dominikanermissionen des 13. Jh.; - Halberschwerdt 1924, 212 f.; - Hagiografia Polska 1, 282-290 (Lit.); - ASKG 44 (1986), 147-163; - LThK3 II, Sp. 996 (M. Lohrum); - Proprium des Predigerordens, III, Feier des Stundengebetes, Proprium der Heiligen, Köln 1991, 448-451; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation H.M. Schindler, Augsburg 1994, 198.
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
1986
Ewald Walter, Der selige Ceslaus († 1242), ein Schüler d. hl. Dominikus. Beiträge zur Biographie u. zur Verehrung, in: ASKG 44.1986, S. 147-163;-
1988
Ewald Walter, Der Selige Ceslaus († 1242), ein Schüler d. hl. Dominikus. Beiträge zur Biographie u. zur Verehrung. Teil 2, in: ASKG 46.1988, S. 45-76.
Letzte Änderung: 16.12.2008