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Verlag Traugott Bautz
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DALBERG gen. Kämmerer von Worms, Johann Friedrich Hugo Nepomuk Eckenbert, * 17. Mai 1760 in Mainz, † 26. Juli 1812 in Aschaffenburg, Schriftsteller, Komponist, Domkapitular von Trier, Worms und Speyer. - Johann Friedrich Hugo von D. (Rufname `Fritz') kam am 17. Mai 1760 in Mainz zur Welt. Sein Geburtshaus war der am Stephansberg gelegene `alte Dalberger Hof'. Am gleichen Tag empfing D. in der Pfarrkirche von St. Emmeran (Mainz) die Taufe. Seine Eltern waren Franz Heinrich (1716-1776) und Maria Sophia von Dalberg, geb. von Eltz-Kempenich (1722-1763). Von den insgesamt 11 Kindern des Ehepaares starben sechs kurz nach der Geburt. Am Leben blieben drei Söhne und zwei Töchter: Karl Theodor von Dalberg (1744-1817), Maria Anna verh. Gräfin von der Leyen und Hohengeroldseck (1745-1803), Wolfgang Heribert (1750-1806), Antonetta Franziska (1757-1818) sowie schließlich Johann Friedrich Hugo. Das Geschlecht der Dalberger geht in seiner älteren Linie (`Kämmerer von Worms') bis ins 10. Jahrhundert zurück. Ursprünglich im Wormsgau beheimatet, liefert die Familie ein Musterbeispiel für den Aufstieg aus dem herrschaftsgebundenen Dienstadel zu den höchsten Ämtern im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im 15. Jahrhundert erhielt das Geschlecht das Privileg, bei Kaiserkrönungen immer den ersten Ritterschlag in Empfang nehmen zu dürfen. Dadurch sowie durch die im Jahre 1653 erfolgte Erhebung in den erblichen Reichsfreiherrenstand rückte es langsam an die erste Stelle unter den reichsunmittelbaren Adelsgeschlechtern auf. Charakteristisch für die Familientradition war neben der engen Bindung an die katholische Kirche ein intensives politisches Engagement. Darüber hinaus stellte die Familie immer wieder bedeutende Gelehrte, etwa den Humanisten und Wormser Bischof Johann von Dalberg (1455-1503). Auf dem Felde der Politik profilierten sich im 18. Jahrhundert vor allem D's ältester Bruder Karl Theodor, der letzte Kurerzkanzler des Deutschen Reiches, sowie dessen Neffe Emmerich Joseph (1773-1833). Letzterer stieg unter Napoleon zum Herzog (Duc de France) und Vertrauten Talleyrands auf. Viele andere Familienangehörige waren Mitglieder in den rheinischen Domkapiteln, bekleideten hohe juristische Ämter oder wurden auf kulturellem Gebiet aktiv. Dalbergs zweitältester Bruder Wolfgang Heribert beispielsweise ging als Intendant des Mannheimer Nationaltheaters und Förderer des jungen Schiller in die deutsche Geistesgeschichte ein. Stammsitz der Familie, deren Wappen sechs silberne Lilien und ein schwarzes Ankerkreuz zeigt, war bis ins 19. Jahrhundert hinein Schloß Herrnsheim bei Worms. Anknüpfend an die alte Familientradition wurde D. von seinem Vater bereits früh zum geistlichen Stand bestimmt. Eine körperliche Mißbildung - D. besaß einen Buckel - könnte diese Entscheidung mitbegünstigt haben. Im Alter von acht Jahren, am 9. September 1768, fand D's Aufschwörung zum Domizellar am Domkapitel von Trier statt. Das Domizellariat in Speyer erwarb er am 18. Mai 1769, jenes in Worms am 18. April 1770. Ein von den Statuten gefordertes zweijähriges Studium an einer katholischen Universität absolvierte D. in Erfurt, wo er vom 31. Oktober 1772 bis zum 31. Oktober 1774 (`in facultate artium'?) immatrikuliert war. In Erfurt bewohnte D. mit seinem Bruder Karl Theodor, seinerzeit kurmainzischer Statthalter des Mainzer Kurfürsten Friedrich Karl Freiherr von Erthal (reg. 1775-1802), dessen Amtssitz, die repräsentative Statthalterei. Am 3. Oktober 1776 wurde D. in die Erfurter `Akademie nützlicher Wissenschaften' aufgenommen. Zwischen 1782 und 1799 verfaßte er insgesamt drei Vorträge für die Akademie, die allesamt gedruckt erschienen. Nach Abschluß seiner Erfurter Studien nahm D. ein weiteres Studium auf. Wie schon sein Bruder Wolfgang Heribert, belegte er im Frühjahr 1777 an der Universität Göttingen das Fach Jura. Während des vermutlich zweisemestrigen Aufenthaltes in Göttingen hörte D. Vorlesungen des renommierten Juristen Johann Stephan Pütter (1725-1807), in dessen Privathaus er als gefeierter Klaviervirtuose auftrat. D's Frühschrift `Ariston oder über die Wirkung der peinlichen Strafgesezze' (Erfurt 1782) läßt den Einfluß dieser juristischen Studien erkennen. Um zum regulären Kanoniker avancieren zu können, mußte D. noch die Subdiakonats- und die Diakonatsweihe empfangen. Die Priesterweihe hingegen, die nur für Dignitäre gefordert war, strebte D. nicht an. Die Weihe zum Subdiakon spendete ihm im Jahre 1783 der Speyerer Weihbischof Johann Andreas Seelmann (1731-1789), die Weihe zum Diakon im Jahre 1784 der Trierer Weihbischof Johann Nikolaus Hontheim (1701-1790). D's Aufnahme als Domherr in das Kathedralkapitel von Trier fand am 25. September 1784 statt. In das Wormser Domstift zog D. am 30. Juni 1787, in das Speyerer Stift am 21. Juli 1794 ein. Die konkrete Wirksamkeit in diesen drei Kapiteln blieb allerdings eher gering. Immerhin läßt sich nachweisen, daß D. in Trier für die Ausbildung und Prüfung der am Dom wirkenden Kirchenmusiker zuständig war. So nahm er die Prüfung des späteren Domorganisten Peter Joseph Pletz (1763-1809) vor; auch der nachmalige Kapellmeister und Komponist Philipp Jakob Riotte (1776-1856) wurde von D. gefördert. Sehr viel bedeutender war D's Tätigkeit als Vorsitzender der kurtrierischen Schulkommission. D., der den Titel eines kurtrierischen Geheimrates trug, erfreute sich der besonderen Wertschätzung des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739-1812). Dieser ernannte ihn am 9. September 1785 zum Präsidenten der einflußreichen Schulkommission. Damit unterstand D. nahezu das gesamte Bildungswesen des Trierer Kurstaates. Eine kurfürstliche Instruktion vom 1. September 1786 legte den konkreten Amtsbereich D's fest. Er erstreckte sich auf das Koblenzer Lehrerbildungsseminar (`Normalschule'), die Landschulen, die Stadt- und Trivialschulen (inklusive der Gymnasien), die lateinischen Mittelklassen und die philosophische Fakultät der Trierer Universität. Am 4. Oktober 1787 kam noch die wissenschaftliche Leitung des Bischöflichen Priesterseminars hinzu (`comissarius in scientifiis'). In allen genannten Bereichen versuchte D., die Einflüsse einer gemäßigten, im Bereich der Religion auf Johann Ignaz Felbiger (1724-1788) basierenden Aufklärung durchzusetzen. Insbesondere seiner Reform des Gymnasialschulwesens war ein durchschlagender Erfolg beschieden. Infolge der reaktionären Wendung, die der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus unter dem Eindruck der Französischen Revolution vornahm, gab D. sein Amt allerdings bereits 1789 faktisch wieder auf, obwohl er nominell bis 1792 Leiter der Schulbehörde blieb. Was folgte, war eine bis zu D's Tode im Jahre 1812 andauernde Phase des gelehrten Privatisierens. Schon vor seinem Rückzug aus der Politik hatte D. eine ganze Reihe von Reisen unternommen. 1782 war er Gast eines von Herzog Karl Eugen von Württemberg (1728-1793) in Stuttgart veranstalteten Festes zu Ehren des russischen Großfürsten Paul. Von dort aus nutzte D. die Gelegenheit zu einem Besuch bei dem Schriftsteller und Komponisten Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791), den Karl Eugen auf dem Hohenasperg inhaftiert hielt. Im Sommer 1783 unternahm er zusammen mit seinem Bruder Wolfgang Heribert und dem kurtrierischen Minister Georg Michael Frank von La Roche (1720-1788) eine Reise in die Niederlande. La Roche war der Ehemann von Wielands Jugendliebe Marie Sophie von La Roche (1731-1807), der Mutter Maximiliane von La Roches und Großmutter Clemens Brentanos. Auf dieser Reise besuchte die Gruppe u. a. den Grafen Charles von Artois (1757-1836), der von 1824 bis 1830 als König Charles X. von Frankreich regierte. 1786 war D. in Düsseldorf Gast des mit Goethe befreundeten Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819). Zwei Jahre später, von August 1788 bis Juli 1789, unternahm er zusammen mit Johann Gottfried Herder (1744-1803) und Sophie von Seckendorf (geb. Kalb), der Witwe des Komponisten und Diplomaten Karl Siegmund von Seckendorf, eine berühmt gewordene Reise nach Italien. Obgleich nun die Italienreise zu einem Eklat führte und mit der Trennung der Reisegruppe endete, blieb der intensive Gedankenaustausch mit Herder bestehen. Er umfaßte philosophische, musikalische und politische Gegenstände. Die Freundschaft endete erst mit Herders Tod im Jahre 1803. Von 1790 bis 1792 übte D. einen starken Einfluß auf die Erziehung seines Neffen Emmerich Joseph aus. Infolge eines unglücklichen Liebesabenteuers war der damals 17jährige Emmerich Joseph für einige Monate in D's Obhut nach Trier geschickt worden. Von dort aus organisierte D. Emmerich Josephs Studienaufenthalt in Zürich, wobei er seine Kontakte zu dem Schweizer Historiker Johannes von Müller (1752-1809) nutzte. Im Rahmen einer damit zusammenhängenden Reise in die Schweiz besuchte D. u. a. Johann Caspar Lavater (1741-1801). Seine zu dieser Zeit sich entwickelnde Begeisterung für Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) vermittelte er auch Emmerich Joseph. 1791 unternahm D. eine zweite Reise in die Niederlande, die ihn nach Frankreich weiterführte. In Den Haag traf er mit einem spanischen Regierungsvertreter zusammen, dem er Pläne zur Reformierung der spanischen Kolonialpolitik unterbreitete. Der darin zum Ausdruck kommende Versuch, wieder auf die Bühne der großen Politik zurückzukehren, scheiterte allerdings. Von Paris aus kommentierte D. in differenzierter Weise die politischen Zustände des revolutionären Frankreich. Im Sommer 1793 beendete er einen zweiten Italienaufenthalt. Zwischen Mitte 1793 und Mitte 1798 klafft eine Lücke in D's Biographie. Wir wissen lediglich, daß D. während dieser Zeit in das Speyerer Domkapitel einzog und zweimal nach England reiste (1794/95 und 1797/98?). In London erschienen einige seiner Kompositionen, und es fand eine prächtige Aufführung seiner Kantate `The dying Christian' statt. Nach der Säkularisation vom Jahre 1802 zog D. zusammen mit seinem Bruder Karl Theodor, der in Personalunion zum Erzbischof von Mainz und Fürstbischof von Worms ernannt worden war, nach Aschaffenburg um. D. besaß eine Wohnung im fürstlichen Schloß und eine weitere `im Sattigschen Hause' vor dem Kapuzinertor. Von Aschaffenburg aus nahm er Kontakt zu Joseph Goerres (1776-1848) auf, mit dem er einen gelehrten Briefwechsel über Fragen der orientalischen Kulturgeschichte führte. Wie seine beiden Brüder, gehörte auch D. während seines gesamten Lebens verschiedenen Freimaurerlogen sowie - in seiner Trierer Zeit - der dortigen Lesegesellschaft an. In diesem Engagement zeigte sich, ebenso wie in seinen bildungspolitischen Bemühungen und seinen Frühschriften, eine starke Neigung zum Gedankengut der Aufklärung. Auf der anderen Seite bleibt festzuhalten, daß D's politische Standpunkte, die sich u. a. in seinen Äußerungen zur Französischen Revolution, zum Tode Kaiser Josephs II. sowie zur spanischen Kolonialpolitik manifestierten, eher konservative Standpunkte vertraten. Als Mitglied einer reichsunmittelbaren Dynastie bildete in den Augen D's das aristokratische, auf den Kaiser als höchste verfassungsmäßige Spitze hin orientierte Herrschaftssystem immer die unverbrüchliche Grundlage allen politischen Handelns. Im Sinne eines reformoffenen, aufgeklärten Absolutismus war D. allerdings durchaus bereit, soziale oder politische Mißstände zu artikulieren und den Despotismus mancher Landesherrn in zum Teil scharfer Form zu kritisieren. D. verstarb am 26. Juli 1812 im Alter von 52 Jahren in seiner Aschaffenburger Stadtwohnung. Todesursache war vermutlich Wassersucht aufgrund von Herzinsuffizienz. Seine Beerdigung fand wohl ebenfalls in Aschaffenburg - und nicht in der Herrnsheimer Familiengruft - statt. Das Grab ist nicht mehr vorhanden. - D's Schriften erstrecken sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Themen und Wissensgebiete. Die zwischen 1776 und 1789 entstandenen Frühwerke heben sich kaum über den traditionellen Horizont der philanthropisch-humanistisch geprägten Literaturepoche hinaus. Besondere Erwähnung aus dieser Gruppe verdienen zunächst die 1786 in Erfurt erschienenen `Betrachtungen über die leidende Kraft des Menschen'. Dieser Text stellt eine physiologisch begründete Darstellung der menschlichen Leidens- und Schaffenskraft dar und bildet das anthropologische Fundament von D's Weltanschauung. Die ein Jahr später veröffentlichten `Betrachtungen eines Tonkünstlers in die Musik der Geister' (Mannheim 1787) nehmen in einer kühnen Verbindung von antikem und neuzeitlichem Gedankengut musikästhetische Anschauungen der Romantik vorweg. Sie deuten hin auf das stark subjektivistisch gefärbte Musikverständnis E.T.A. Hoffmanns (1776-1822) und Wilhelm Wackenroders (1773-1798). Wie die Musikgeschichtsschreibung hervorhebt, war D. der erste Musikschriftsteller, der der Tonkunst eine "noetische, kosmologische und metaphysische Idee im Sinne der Romantik" (K. M. Komma) zugrundelegte. D's ästhetisches Hauptwerk ist die 1791 anonym erschienene Schrift `Vom Erfinden und Bilden'. Dieses Werk steht ganz massiv unter dem Einfluß Herders. Es kann in seinem ersten Teil als musikalische Autobiographie, in seinem zweiten als musikästhetische Hermeneutik gelten. Nach seiner Rückkehr aus Italien wandte sich Dalberg kultur-, musik- und religionsgeschichtlichen Fragestellungen aus dem Bereich der Orientalistik zu. Hervorzuheben sind seine kommentierende Übersetzung der von Sir William Jones (1745-1794) stammenden Abhandlung `Über die Musik der Indier' (Erfurt 1802), seine Übertragung des `Gito Govinda' (Erfurt 1802) sowie seine romanhafte Darstellung der `Geschichte einer Drusenfamilie - Mehaled und Sedli' (Ffm. 1808). D's Kompositionen lassen sich nur schwer einordnen. Noch stärker als seine Schriften sind die musikalischen Werke - obwohl ihre Qualität von der zeitgenössischen Kritik durchaus anerkannt wurde - der Vergessenheit anheim gefallen. Die überlieferten Instrumental- und Vokalwerke, zu denen Kantaten, Melodramen, Lieder, Kammermusik, Klaviersonaten, Klavierwerke zu drei, vier und fünf Händen, Fantasien, Variationen u. a. gehören, knüpfen über D's Lehrmeister Ignaz Holzbauer (1711-1783) an die Tradition der Mannheimer Schule an. Die spätere Entwicklung von D's musikalischem Schaffen ist geprägt durch eine zunehmende Manifestation vor- oder frühromantischer Ausdrucksformen. Auffällig ist, daß D. keine Oper und keine Kirchenmusik komponiert hat. - D's vielschichtige Persönlichkeit und sein ausgreifendes literarisch-musikalisches Werk sind nach wie vor in weiten Teilen unerforscht. Dies gilt insbesondere für seine nur schwer faßbare Wirkungsgeschichte. Im ganzen betrachtet muß D's polyhistorisch angelegtes Werk wohl als eine Frucht des Synkretismus oder Eklektizismus betrachtet werden, das sich einer gattungs- oder epochenspezifischen Klassifizierung weitgehend entzieht. Ganz sicher jedoch gehört D. zu den faszinierendsten Gestalten der sogenannten `Goethezeit'.
Werke:[neue Werkausgabe wird von Michael Embach u. Joscelyn Godwin zur Zeit vorbereitet]. 1.) Ueber die Rechtschaffenheit. Erfurt, gedruckt bey Hieronymus Gradelmüller, herrschaftl. Buchdrucker 1776. 70 S. 2.) Ariston oder über die Wirksamkeit der peinlichen Strafgesezze. Ein Dialog. [Vorgelesen in der kurfürstlichen Mainzischen Akademie der Wissenschaften in Erfurt, den zweiten Januar 1782]. Erfurt, bey Georg Adam Keyser 1782. 28 S. [Auch abgdr. in: Johann Friedrich Plitt, Repertorium für das peinliche Recht. 2 T. Frankfurt am Main, bei den Gebrüdern van Düren 1786/90; hier: T. I (1786), S. 27-35]. 3.) [Ueber] Glückseligkeit. In: Deutsches Museum. [Hrsg. von Heinrich Christian Boie]. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung. 1782 (2), Juli-Dezember, S. 99-103. 4.) Theokles an Alydion, Von der Dauer des Genusses. Ein Fragment aus der platonischen Schule. In: Deutsches Museum. [Hrsg. von Heinrich Christian Boie]. Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung. 1783 (2), Juli-Dezember, S. 125-135. 5.) Betrachtungen über die leidende Kraft des Menschen. Mannheim, in der Schwanischen Hofbuchhandlung 1786. 112 S. (Wird vereinzelt Karl Theodor von Dalberg zugeschrieben; vgl. Veitenheimer, Druckort Mannheim, Nr. 1055 [mit Neuausgabe 1805] sowie die Neuausgabe: Betrachtungen über die leidende Kraft des Menschen. Eine philosophische Reliquie des Freiherrn Carl Theodor von Dalberg, ehemaligen Fürsten Primas und Großherzogs von Frankfurt. Neu herausgegeben. Mannheim, Schwan und Götzische Hofbuchhandlung 1830. 116 S.]. 6.) Blicke eines Tonkünstlers in die Musik der Geister. Mannheim, in der neuen Hof- und akademischen Buchhandlung 1787. 21 S. - Zweitdruck [?]: Blikke eines Tonkünstlers in die Musik der Geister. O. O. u. J. [1787?; 1800?]. [Bis auf das Titelblatt druckidentisch mit dem Erstdruck; wird von Veitenheimer, Druckort Mannheim, Nr. 754 ebenfalls der Neuen Hof- und akademischen Buchhandlung zugewiesen]. 7.) Bittschrift des Papiers an die Gelehrten besonders von teutscher Art und Kunst. Philadelphia 1789. 28 S. [Nachdrucke 1909 bei Riquet & Gautzsch in Leipzig; 1938 bei V. O. Stomps in Berlin; 1948 bei R. Zech in Berlin sowie 1990 als Koedition des Berliner Bibliophilen-Abends und des Museums für Verkehr und Technik Berlin]. 8.) Eine Rede über gesetzliche Ordnung. Frankfurt am Main, in der Hermannischen Buchhandlung, 1789. 24 S. - 9.) Trauer-Chor auf den Tod Josephs des Zweiten; gedichtet, und in Musick gesetzt, von Friedrich Freiherrn von Dalberg. Mannheim, gedruckt mit Hospitals Schriften 1790. 3 S. 10.) Vom Erfinden und Bilden. Frankfurt am Mayn, bei Johann Christian Hermann 1791. 78 S. 11.) Kriegslied der vorländischen Bürger, als sie wider die Neufranken an den Rhein zogen. In: Journal des Luxus und der Moden, März 1794, S. 114 f. [Komposition Dalberg, Text?]. 12.) Versuche, den Dreyklang und die harmonischen Mitlaute vermittelst Glasstäben an Metallsaiten hervorzubringen. In: Allgemeine Musikalische Zeitung (2) 1799, Nr. 6 vom 6. Nov., Sp. 105-111; Nr. 7 vom 13. Nov., Sp. 129-134 [+ Taf. I]; Nr. 8 vom 20. Nov., Sp. 146-151. 13.) Untersuchungen über den Ursprung der Harmonie und ihre allmählige Ausbildung. Mit Kupfern. [Eine Vorlesung in der Akademie nützlicher Wissenschaften zu Erfurt vom 2ten November 1799]. Erfurt, im Verlag bey Beyer und Maring. 1800. XII, 52, [3] S. [ebenso: in: Nova Acta der Akademie nützlicher Wissenschaften, Bd. 2, 1802]. 14.) Die Aeolsharfe. Ein allegorischer Traum. Erfurt, bey Beyer und Maring 1801. XVI, 72 S. [Spätere Aufl. Erfurt, Beyer 1808 und/oder Erfurt, Maring 1808?]. 15.) Ueber die Musik der Indier. Eine Abhandlung des Sir William Jones. Aus dem Englischen übersetzt, mit erläuternden Anmerkungen und Zusätzen begleitet. Nebst einer Sammlung indischer und anderer Volks-Gesänge, und 30. Kupfern. Erfurt, bey Beyer und Maring 1802. XVI, [4], 132, 56, XXX S. 16.) Lieder der Indier und anderer orientalischer Völker. Erfurt, Beyer und Maring 1802. VIII, 56 S. 17.) Gito-Govinda oder die Gesänge Jajadeva's, eines altindischen Dichters. Aus dem Sanskrit ins Englische, aus diesem ins Deutsche übersetzt mit Erläuterungen von F. H. Dalberg. Erfurt [Beyer und Maring? Otto?]. 1802. 18.) Ueber griechische Instrumental-Musik und ihre Wirkung. In: Allgemeine Musikalische Zeitung (9) 1806, Nr. 2 vom 8. Okt., S. 18-29. 19.) Fantasien aus dem Reiche der Töne. Erfurt, bey Beyer und Maring 1806. 122 S. [Enthält: Urania oder Blicke eines Tonkünstlers in die Musik der Geister. 2. [überarb. u. veränd.] Aufl., zerfallend in: Die himmlische und irdische Musik. Ein allegorischer Traum [S. III-XIV]; Blicke eines Tonkünstlers in die Musik der Geister [S. XV-XVIII = Vorwort des Verlegers; Text: S. 5-47]; Polyhymnia oder vom Geiste und den Wirkungen der Musik [S. 47-122]]. 20.) Das Geschlecht der Frommen, eine sizilianische Idylle. In: Morgenblatt für gebildete Stände Nr. 126 vom 27. Mai 1807, S. 502 f. 21.) Die edle Tochter, eine russische Romanze. In: Morgenblatt für gebildete Stände Nr. 143 vom 16. Juni 1807, S. 569-571. 22.) Der Geist der Harmonie. In: Morgenblatt für gebildete Stände, Supplement. Nr. 181 vom 30. Juli 1807, nach S. 724. 23.) Die Blumen. In: Morgenblatt für gebildete Stände, Supplement. Nr. 208 vom 31. August 1807, nach S. 832. 24.) Mellica am Grabe ihres Gatten. Neugriechische Elegie. In: Morgenblatt für gebildete Stände Nr. 209 vom 31. August 1808, S. 832 f. 25.) Geschichte einer Drusenfamilie. Mehaled und Sedli. Eine Drusen Erzählung. Frankfurt am Main, in der Andreäischen Buchhandlung 1808. 239 S. - Franz. Übersetzung: Mehaled et Sedli, histoire d'une famille druse, par M. le baron de Dalberg, frère de S. A. R. le grand duc de Francfort. Paris, F. Schoell 1812. 2 Vol. - Engl. Übersetzung: Mehaled and Sedli; or, the History of a Druse family: with some account of the Druses, an ancient people of Syria. 2 Vol. in one. London, Gale & Fenner 1816. 26.) Der Tod Fatimas, Mahomeds Tochter, aus dem Deh Mujlis. In: Morgenblatt für gebildete Stände vom 16. Februar 1809, S. 158 f. 27.) Scheik Mohammed Fani's Dabistan oder von der Religion der ältesten Parsen. Aus der Persischen Urschrift von Sir Francis Gladwin ins Englische, aus diesem ins Deutsche übersetzt von F. v. Dalberg. Nebst Erläuterungen und einem Nachtrage die Geschichte der Semiramis aus indischen Quellen betreffend. Aschaffenburg, bei Carl Christian Etlinger 1809. 118 S. [2. Aufl. 1817; 5. Aufl. 1824; vgl. Hamberger/Meusel, Bd. 22/1 (1829), S. 565]. 28.) Simorg der Persische Phönix, eine Mythe. In: Fundgruben des Orients (1) 1809, S. 199-208. 29.) Die Chöre, oder: Vom Geist des christlichen Gesanges. In: Sammlung einiger in dem Frankfurter Museum vorgetragenen Arbeiten. T. 1. Frankfurt [am Main] 1810, S. 70-79. 30.) Die sieben Pagoden. In: Allgemeine geographische Ephemeriden (32) 1810, 1. Stück (Mai), S. 3-18 [dazu Kupferstich Nr. X: Inschriften von Mahabalipuram]. 31.) Mohammeds Tod nach dem Deh-Medschlis. In: Fundgruben des Orients (2) 1811, S. 114-117. 32.) Ueber Meteor-Cultus der Alten, vorzüglich in Bezug auf Steine, die vom Himmel gefallen. Ein Beytrag zur Alterthumskunde. Heidelberg, bey Mohr und Zimmer 1811. VI, 262 S. [2. Aufl. Heidelberg, bey Mohr und Zimmer 1821. VI, 202 S.; vgl. Bad. Landesbibl. Karlsruhe, Sign. 57 A 1613]. 33.) Nachrichten - Ueber Kaufmanns Harmonichord. In: Allgemeine musikalische Zeitung (13) 1811, Sp. 254-257.
Lit.: F. J. Fétis, [Hrsg.], Artikel `D.'. In: Biographie universelle des musiciens et Bibliographie générale de la musique. 2. Ed. Paris 1875. Impression anastatique Bruxelles 1972, S. 413 f.; - Karl Michael Komma, Artikel `D'. In: MGG. Bd. 2. 1952, Sp. 1869-1871; - Eitner [Hrsg.], Artikel `D'. 2. Aufl. Bd. 3. 1959, S. 132-134; - Carl J. H. Villinger, Friedrich Hugo von D. - Komponist und Musiktheoretiker. In: Herrnsheim 771-1971. Festbuch zur 1200-Jahrfeier. Hrsg. von Otto Bardong. 1971, S. 128-144; - Christina E. Brantner, Friz D's `Blicke eines Tonkünstlers in die Musik der Geister' und Heinrich Wackenroders Äußerungen zur Musik. In: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft (49) 1989, S. 203-210; - Michael Embach, Johann Friedrich Hugo von D. und seine Beziehungen zu Johann Gottfried Herder. In: AMrhKG (43) 1991, S. 165-209; - Günter Wagner, Friedrich Hugo von D. als Liederkomponist. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte (60) 1993, S. 405-429; - Michael Embach, Die erkenntnistheoretischen Grundpositionen Johann Friedrich Hugo von D's (1760-1812), dargelegt an seiner 1791 erschienenen Schrift `Vom Erfinden und Bilden'. In: Kurtrierisches Jahrbuch (35) 1995, S. 267-292; - Ders., Johann Friedrich Hugo von Dalbergs `Bittschrift an die Gelehrten besonders von teutscher Art und Kunst' (1789). In: FS Franz-Josef Ronig (im Druck).- Michael Embach und Joscelyn Godwin: Johann Friedrich Hugo von Dalberg (1760-1812). Schriftsteller - Musiker - Domherr. Trier 1997 (Arbeitstitel; im Druck).
Michael Embach
Literaturergänzung:
2006
Martin A. Völker, Raumphantasien, narrative Ganzheit u. Identität. E. Rekonstruktion d. Ästhetischen aus d. Werk u. Wirken der Freiherren von D. [Laatzen] 2006.
Letzte Änderung: 16.12.2008