DINDINGER, Johannes Baptist, kath. Missionswissenschaftler, * 8.9. 1881 in Heinrichsdorf (Lothringen), † 31.7. 1958 in Rom. - D. trat 1901 in das Noviziat der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria in Houthem (Holland) ein und wurde wegen seiner besonderen Fähigkeiten 1902 nach Rom geschickt, wo er an der Gregoriana Philosophie und Theologie studierte, zum Dr. phil. promovierte und am 30.3. 1907 die Priesterweihe empfing. Aus Gesundheitsrücksichten mußte D. 1908 seine Studien abbrechen, kehrte in die Heimat zurück und hielt im Ordenshaus St. Bonifaz in Hünfeld Vorlesungen über Philosophie. Bald wurde er Mitarbeiter an der "Bibliotheca Missionum" seines Ordensbruders Robert Streit (1875-1930) und setzte nach dessen Tod unter Mitarbeiter von Johannes Rommerskirchen das Werk fort als Herausgeber der Bände VI-XIII und XV-XXI. Die "Bibliotheca Missionum" ist nicht ein einfacher Katalog des Missionsschrifttums in chronologischer Ordnung, sondern enthält auch viele Angaben über Inhalt und Verfasser mit Literaturangaben. Als Streit 1924 als Leiter der Bücherei der Vatikanischen Missionsausstellung nach Rom berufen und diese Bücherei 1927 mit der Bibliothek der "Congregatio de Propaganda Fide" (kurz "Propaganda" genannt), der obersten Behörde der katholischen Mission zu Rom, vereinigt wurde, hat D., der 1926 nach Rom kam, für die Neuordnung und Katalogisierung der Propaganda-Bibliothek gesorgt, deren Leiter er 1930 wurde. 1932 mit Vorlesungen über Missionsgeschichte an der Hochschule des Collegium Urbanum in Rom beauftragt, wirkte D. 1933-48 als Professor für Missionsgeschichte an dem von Pius XI. gegründeten Missionswissenschaftlichen Institut, das mit der Hochschule der Propaganda verbunden ist. Auch an der "Bibliografia Missionaria", die Rommerskirchen seit 1936 jährlich herausgab, hat sich D. als Mitarbeiter und Mitherausgeber mit Rat und Tat beteiligt. An der Herausgabe der "Sylloge", einer 1939 namenlos veröffentlichten Sammlung von Missionserlassen der Päpste und der Römischen Kongregationen seit 1907, hatte er einen wesentlichen Anteil. Trotz all dieser Arbeiten und Dienstverpflichtungen fand D. noch die Zeit und Kraft zur Veröffentlichung zahlreicher missionswissenschaftlicher Aufsätze und Abhandlungen. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster hat ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.
Lit.: Dorotheus Schilling, I 60 anni di Padre D., in: Il Pensiero Missionario 14, Rom 1942, 136 ff.; - Missionswiss. Stud. Festg. Prof. Dr. J. D. z. 70. Lebensj. dargeboten v. Freunden u. Schülern, hrsg. v. Johannes Rommerskirchen u. Nikolaus Kowalsky, 1951 (mit Bibliogr. v. Robert Becker, 16 ff.); - Joh. Beckmann, J. D. z. 70. Geb.tag, in: NZM 7, 1951, 305 ff.; - Max Bierbaum, Zum 70. Geb.tag des Bibliothekars der Bibl. der Propaganda, P. J. D., in: ZM 35, 1951, 226 ff.; - P. D. 70 J. alt, in: Eccleaia apostolica. Jb. des Akadem. Missionsbundes, 1951, 79; - Nikolaus Kowalsky, J. D., in: Der Weinberg. Mbll. der Hünfelder Oblaten f. Dtld. u. Östr. 59, Hünfeld bei Fulda 1958, 348 f.; - Johannes Specker, P. Dr. J. D., in: NZM 14, 1958, 296; - P. J. D. †, in: ZM 42, 1958, 332; - LThK III, 395.
Letzte Änderung: 09.04.2011