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Band XIX (2001)Spalten 179-180 Ekkart Sauser

DINKEL, Pankratius v.: Bischof von Augsburg, * 9.2. 1811 in Staffelstein, † 8.10. 1894 in Augsburg. - Sein Vater war Gastwirt und Bürgermeister. Nach dem Abitur 1828 studierte er am Bamberger Lyceum Philosophie und Theologie. Am 31. August 1834 weihte ihn Erzbischof Josef Maria von Fraunberg zum Priester. Als Kaplan wirkte er zunächst 9 Jahre an St. Martin in Forchheim. Hier zeichnete er sich besonders aus durch sein Interesse an Jugend und Schule. Als Katechet und Pädagoge erwarb er sich bald einen bedeutsamen Ruf. An Allerheiligen 1843 wurde er Pfarrer der ganz kleinen kath. Gemeinde in Erlangen. Seine vielfältigen Bemühungen hier veranlaßten Sigmund Freiherrn von Pölnitz, D. »den Schöpfer des katholischen Erlangen« zu nennen. Sein Ansehen in Erlangen war so groß, daß er bei seinem Weggang die Würde eines Ehrenbürgers verliehen bekam. Nach der Erhebung des Augsburger Bischofs Michael von Deinlein auf den erzbischöflichen Stuhl von Bamberg, wurde D. sein Nachfolger. Am 21. November 1858 wurde er vom Münchner Erzbischof Gregor von Scherr im Augsburger Dom konsekriert und inthronisiert. D. veröffentlichte bald einen neuen Katechismus, ein neues Gesang- und Gebetbuch. Er ließ den Dom und die Kirche St. Ulrich und Afra restaurieren und gründete ein Knabenseminar. Auch dem Priesterseminar galt seine ganz besondere Sorge. Die Bestellung von Joh. Ev. Wagner 1863 zum Regens dieses Hauses war von größter Wichtigkeit. Generationen von Augsburger Priestern wurden durch Wagner geprägt. Auch den Orden war D. sehr zugetan. Vor allem galt seine Zuneigung den Missionsbenediktinern von St. Ottilien wie der Benediktinerabtei St. Stephan in Augsburg. Auch belebte D. die notwendigen Pfarrvisitationen wieder. Auf dem 1. Vaticanum war er anwesend und trat dort mehrfach hervor. In der Frage der päpstlichen Unfehlbarkeit stand D. auf seiten der Minorität, die eine solche ablehnte. Mit Schmerzen mußte es D. erleben, daß viele seiner Gläubigen zum Altkatholizismus übertraten. Auch gegen Prof. Ignaz v. Döllinger in München nahm D. Stellung und drängte auf einen raschen Ersatz für diesen. D. galt auch als ein Bischof, der das Georgianum in München sehr hoch schätzte. Mit Recht wird angenommen, daß D. der bedeutendste Bischof von Augsburg im 19. Jh. gewesen ist. Unvergessen blieb, daß D. im Kulturkampf viele aus Preußen ausgewiesene Priester und Seminaristen im Bistum Augsburg aufnahm. Er setzte sich entschieden für die Konfessionsschule ein.

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Lit.: J. G. Fußenecker: Pankratius, Bischof von Augsburg, Donauwörth 1883; - Bigelmair: Pankratius von Dinkel, in: S. von Pölnitz: Lebensläufe aus Franken VI, Würzburg 1960, 109-127; - P. Rummel: Pankratius von Dinkel: E. Gatz, Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803-1945, Berlin 1983, 131-136 (Lit.); - J. Urban (Hrsg.): Der Bischof aus Staffelstein, Lebensstationen von Pankratius Dinkel. Ausstellungskatalog, Bamberg u. Staffelstein 1994; - LThK2 Bd. 3, Sp. 396 (F. X. Haimerl); - W. Dürig (†): Marginalien eines Bischofs zur Seelsorge. Briefe des Augsburger Bischofs Pankratius von Dinkel (1811-1894) an Professor Valentin Thalhofer (1825-1891), Augsburg 1996; - LThK3 Bd. 3, Sp. 236 (P. Rummel); - P. Rummel: D.: Jb. des Ver. für Augsburger Btm.-Gesch. 24 (1990) 57-61.

Ekkart Sauser

Werkeergänzung:

2009

Unbekannte Briefe d. Augsburger Bischofs Pankratius von Dinkel an Professor Valentin Thalhofer. Ed. von Claudius Stein und Thomas Groll, in: JVAB 43.2009, S. 779-807.

Literaturergänzung:

1975

Frumentius Renner, Die Designation des Bischofs Pankratius Dinkel zum Koadjutor von Freiburg 1859/60. In: Rummel, Peter (Schriftleitung): Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte. - 9. Jahrgang (1975)

Letzte Änderung: 09.04.2011