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Band XVI (1999)Spalten 423-430 Autor: Matthias Wolfes

ECK, Samuel Adalbert, evangelischer Theologe, * 28. Dezember 1856 in St. Petersburg / Rußland, † 31. Dezember 1919 in Gießen. - E. entstammte einer deutschen Herrnhuterfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Niesky (Oberlausitz) studierte er Philologie, Philosophie und Theologie an den Universitäten Leipzig, Tübingen, Göttingen und Gießen. 1882 absolvierte er in seiner Heimatstadt St. Petersburg das Vikariat. Von 1883 bis 1887 war er als Geistlicher der Evangelischen Kirche in Rußland Pastor und Lehrer in Ackermau und in Odessa. 1887 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er zunächst landeskirchlicher Pfarrer in Rumpenheim am Main wurde. 1899 wechselte er in die Fabrikstadt Offenbach und 1903 nach Darmstadt. Unter dem Eindruck der massiven Notlage der Arbeitschaft wandte E. sich verstärkt sozialpolitischen Fragen zu. An den Arbeiten des Evangelisch-Sozialen Kongresses nahm er über Jahre hinweg engagiert teil. Die pastoralen und pfarramtlichen Aufgaben in einer von sozialen Problemen erschütterten Umwelt prägten auch die theologischen Arbeiten, denen E. sich in dieser Zeit widmete. Unter anderem erörterte er die Frage: »Welchen Segen bringt die Beschäftigung mit der modernen Theologie unserm praktischen Berufsleben« (Leipzig 1894). Eine brisante theologische Thematik der Zeit griff er in einer Schrift unter dem Titel »Über die Bedeutung der Auferstehung Jesu für die Urgemeinde und für uns« (Leipzig 1898) auf. Beide Studien erschienen als »Hefte zur `Christlichen Welt'«. Dem Kreis um Martin Rade (1857-1940), dem Gründer der »Christlichen Welt«, schloß E. sich bereits in den frühen neunziger Jahren an. Auch der »Vereinigung der Freunde der Christlichen Welt« gehörte er seit ihrer Gründung im Herbst 1903 bis zu seinem Tode an (zu E.s gelegentlicher Beteiligung an den diversen Auseinandersetzungen innerhalb des Rade-Kreises vgl. Johannes Rathje: Die Welt des freien Protestantismus, Stuttgart 1952, 68. 90.111). E.s wirtschaftliche Verhältnisse waren in den Jahren der Pfarrtätigkeit dauernd prekär. Nach dem Tod seiner Frau im Februar 1903 war es ihm nur aufgrund einer Sammlung unter den Freunden der »Christlichen Welt« möglich, einen Grabstein zu erwerben. Auch später war E. zur Anschaffung wichtiger theologischer Studienwerke, darunter der Erlanger Luther-Ausgabe, einer Melanchthon-Gesamtausgabe: und der Herzogschen Realencyklopädie, auf die Unterstützung vermögender Freunde im Rade-Kreis angewiesen. - In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen verlieh die Gießener Theologische Fakultät E. 1892 die Würde eines Lic. theol. h.c. 1904 wurde er im Zuge eines nicht unumstrittenen Berufungsverfahrens auf eine ordentliche Professur für Systematische Theologie an der Universität Gießen berufen (vgl. hierzu Anthonie Frans Verheule: Wilhelm Bousset. Leben und Werk. Ein theologiegeschichtlicher Versuch, Amsterdam 1973, 49-50). Ein Jahr später erhielt er durch die Marburger Theologische Fakultät die Ehrendoktorwürde. Gießen und die Evangelische Kirche von Hessen-Darmstadt blieben E.s primäres Wirkungsfeld. Er gehörte der Landessynode an und engagierte sich in einer Vielzahl theologischer und kirchlicher Vereine und Gruppen. Während des Krieges beteiligte E. sich an der Durchführung theologischer »Kriegshochschulkurse« für im Feld stehende Theologiestudenten (Kriegshochschule Fournies). Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches entschied E. sich, ähnlich wie Rade, Rudolf Otto (1869-1937) und Ernst Troeltsch (1865-1923), zur Mitwirkung am politischen Neuaufbau. 1919 erhielt er als Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ein Mandat im Hessischen Landtag. Er konnte dieses Mandat jedoch nur vom 13. Februar bis zum 25. März 1919 ausüben. Krankheitsbedingt mußte er sich im Frühjahr aus allen beruflichen und politischen Tätigkeiten zurückziehen. Er starb nach längerer Leidenszeit am Sylvestertag 1919. - E.s theologischer Entwurf, der nur in Ansätzen entfaltet wurde, konzentriert sich auf die Frage nach dem Verhältnis von »Religion und Geschichte« (Tübingen 1907). In dieser Verhältnisbestimmung stehen nicht nur christlicher Glaube und säkulares Bewußtsein, religiöser Geltungsanspruch und historische Relativität, sondern überhaupt protestantische Theologie und moderne Welt in einer spannungsreichen und doch unlösbaren Beziehung einander gegenüber. Die Aufgabe der Theologie besteht nach E. darin, die Bedeutung aufzuweisen, die - etwa im Blick auf den Persönlichkeitsgedanken - dem christlichen Glauben für die Konstitution der Moderne zukommt und zugleich deutlich werden zu lassen, inwiefern die »individuelle christliche Lebensanschauung« immer auch eine Infragestellung und Herausforderung des modernen, auf Naturbeherrschung ausgerichteten Weltverständnisses ist. E. nahm damit die zentrale Problematik der zeitgenössischen liberalen Theologie auf (vgl. Ernst Troeltsch: Glaube: IV. Glaube und Geschichte, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 2, Tübingen 1910, 1447-1456). Thesenartig hat er seine Überlegungen in folgender Weise zusammengefaßt: »Die protestantische Ausprägung des Christentums ist eine individualistische Gestaltung der Religion. Sie erweist eben damit ihre Zugehörigkeit zur modernen Welt.« Dabei stehen sich Individualismus und Geschichte, als »individuell-eigne und historisch-überlieferte Religion«, als nie ganz auszugleichende Gegensätze gegenüber. Insofern sind auch »die Geschichte und das Geschichtsbild« nie identisch. Insbesondere das »religiöse Geschichtsbild« ist immer ein Erzeugnis jeweilig-gegenwärtiger Religion. Aus dieser Voraussetzung ergibt sich für das Verhältnis von Glaube bzw. Religion und Geschichte folgende Konsequenz: »Die der modernen Naturanschauung parallel laufende Grenzenlosigkeit der Geschichtsanschauung kann wohl in der historischen Kleinarbeit, nicht aber für das aus dem Einheitstrieb des Erkennens notwendige Geschichtsbild im Ganzen auf die Frage nach dem Unendlichen, das in ihm wirksam ist, verzichten. Die überraschende Wendung zur Religionsgeschichte, die die Forschung auf den verschiedensten Gebieten genommen hat, drängt die Religion in den Vordergrund des geschichtlichen Interesses und kann auf die Dauer die Frage nach dem letzten Realen, das in beiden, in Religion und Geschichte, wirksam ist, nicht umgehen. Unter den Weltreligionen erweist sich das Christentum als die einzige, in der die beiden Größen unlöslich, weil innerlich, mit einander verbunden sind. Denn die beiden Pole der individuellen christlichen Lebensanschauung: Persönlichkeit und Liebe, sind zugleich als letzte Kräfte und Ziele geschichtlichen Lebens verständlich« (Religion und Geschichte, in: Die Christliche Welt 20 (1906), 417-418). Vor diesem Hintergrund hat die Theologie nach E. eine eminent kirchliche Funktion: »Es ist Aufgabe der evangelischen Kirche, durch ihre Wissenschaft (Theologie) gegenüber der modern-weltlichen Wissenschaft ebenso das christliche (kirchliche) Selbstvertrauen neu zu wecken wie die Anerkennung der modernen Kultur zu erlangen - dadurch daß die Theologie den doppelten Nachweis führt, daß sie auf eignen Füßen steht (keines Anlehnens bei der weltlichen Wissenschaft bedarf), daß sie aber zugleich zum Zweck ihrer Selbsterhaltung es nicht für notwendig findet, dem Betrieb der weltlichen Wissenschaften Vorschriften zu erteilen.« Die Kirche habe die Aufgabe, »ihre Wissenschaft des Glaubens, ohne jedes ängstliche Verhüllen, der Gesamtgemeinde zumal durch die Mittel der Presse darzubieten«. In diesem Sinne solle die Kirche durch ihre »wissenschaftlich geschulten Geistlichen, durch Predigt, Unterricht, Seelsorge (Vorträge) in den Gemeinden das zuversichtliche Bewußtsein [...] wecken, daß zwischen ihrem christlichen und weltlichen Denken kein Zwiespalt einzutreten oder dauernd sich einzunisten braucht, sobald jenes sich ausschließlich auf die offenbare Person Christi stützt und von daher sich von jeder Angst vor den `Ergebnissen' oder `Fortschritten' weltlichen Erkennens frei macht«. In kirchenpolitischer Wendung dieses Standpunktes erklärt E., daß, da »die soziale Krisis in der modernen Wissenschaft ihre innerste geistige Kraft besitzt«, die Kirche - vorausgesetzt sind die staatskirchenrechtlichen Verhältnisse vor 1918 - »von ihren höchsten rechtlichen Organen, d.h. den Obrigkeiten der Landeskirchen«, fordern müssen, »daß sie allen Versuchen wehren, welche die jener [scil.: der modernen Wissenschaft] allein gewachsene freie Theologie lahmlegen wollen, und daß sie auf die wissenschaftliche Fortbildung ihrer Geistlichen im Pfarramt ein verschärftes Augenmerk habe« (Die soziale Krisis und die evangelische Kirche. Dem Evangelisch-sozialen Kongreß zur Begrüßung dargeboten, in: Die christliche Welt 4 (1890), 486-495, hier: 492).

Archivalien: Im Universitätsarchiv der Justus-Liebig-Universität Gießen befinden sich zwei Personalakten zu Eck (Signatur: Theol K 10 und PrA Theol Nr. 2).

Bibliographie: Ein Verzeichnis der Veröffentlichungen Ecks liegt bisher nicht vor. Die nachfolgende Aufstellung beschränkt sich auf eine Auswahl der wichtigsten Texte.

Separate Werke: Zinzendorf und seine Nachwirkung in der Gegenwart. Nebst einem Anhang: Die soziale Krisis der evangelischen Kirche, Leipzig 1890; Die kirchliche Lage in den baltischen Provinzen Rußlands. Vortrag, gehalten auf der allgemeinen Pfarrconferenz der evangelischen Geistlichen der Provinz Starkenburg, Darmstadt 1891; Welchen Segen bringt die Beschäftigung mit der modernen Theologie unserm praktischen Berufsleben (Hefte zur »Christlichen Welt«. Nr. 14), Leipzig 1894; Über die Bedeutung der Auferstehung Jesu für die Urgemeinde und für uns (Hefte zur »Christlichen Welt«. Nr. 32), Leipzig 1898; David Friedrich Strauss, Stuttgart 1899; Aus den großen Tagen der deutschen Philosophie. Drei gemeinverständliche Vorträge, Tübingen 1901; Goethes Lebensanschauung, Tübingen 1902; Religion und Geschichte (Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Gebiet der Theologie und Religionsgeschichte. Nr. 46), Tübingen 1907; Über die Herkunft des Individualitätsgedankens bei Schleiermacher. Programm Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Hessen und bei Rhein Ernst Ludwig zum 26. August 1908 gewidmet von Rektor und Senat der Landesuniversität, Gießen 1908; Johann Calvin. Rede bei der Calvin-Feier der Universität Gießen, Tübingen 1909; 1813. Festrede zur Jahrhundertfeier der Stadt und Universität Gießen, gehalten am 1. Juni 1913, Gießen 1913; Rechtfertigungsglaube und Geschichte. Akademische Festrede zur Feier des Jahresfestes der Großherzoglichen Hessischen Ludwigs-Universität am 1. Juli 1913, Gießen 1913; Gedanke und Persönlichkeit. Akademische Festrede vom 1. Juli 1914, Gießen 1914.

Aufsätze und Artikel: Die soziale Krisis und die evangelische Kirche. Dem Evangelisch-sozialen Kongreß zur Begrüßung dargeboten, in: Die christliche Welt 4 (1890), 486-495; Familie und Ehe. Geschichtliche Skizzen zu Naumann's Vortrag [vor dem 3. Evangelisch-Sozialen Kongreß 1892], in: Zeitschrift für Theologie und Kirche 3 (1893), 1-30; Die orthodoxe anatolische Kirche, in: Die christliche Welt 9 (1895), 410-416; Die geheimen Fesseln der wissenschaftlichen und praktischen Theologie, in: Die christliche Welt 10 (1896), 607-610; Ueber David Friedrich Strauß, in: Die christliche Welt 11 (1897), 9-12. 34-39. 54-57. 74-79; Allein und Frei, in: Die christliche Welt 13 (1899), 449-451; Theodor Kliefoths Einleitung in die Dogmengeschichte, in: Die christliche Welt 13 (1899), 1011-1018; Lebensideale [zu Erich Foerster: Lebensideale, Tübingen und Leipzig 1901], in: Die Christliche Welt 15 (1901), 1224-1226; Das Bild des Christentums bei den großen deutschen Idealisten, in: Die Christliche Welt 16 (1902), 1064-1066; Religion und Geschichte. Thesen für Stuttgart 9. Mai, in: Die Christliche Welt 20 (1906), 417-418; Goethes »Geheimnisse«, in: Die Christliche Welt 21 (1907), 465-473. 489-495; Zu Wendts System der christlichen Lehre, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche 17 (1907), 451-454; Das Frömmigkeitsideal der modernen Theologie in gegnerischer Beleuchtung, in: Die Christliche Welt 22 (1908), 26-30; [Rezension zu:] Georg Wehrung: Der geschichts-philosophische Standpunkt Schleiermachers zur Zeit seiner Freundschaft mit den Romantikern. Zugleich ein Beitrag zur Entwickelungsgeschichte Schleiermachers in den Jahren 1787-1800, Stuttgart 1907 / Hermann Mulert: Schleiermachers geschichts-philosophische Ansichten in ihrer Bedeutung für seine Theologie (Studien zur Geschichte des neueren Protestantismus. Heft 3/4), Gießen 1907, in: Die Christliche Welt 23 (1909), 114-116; Die neue Moral, in: Schleiermacher, der Philosoph des Glaubens. Sechs Aufsätze von Ernst Troeltsch, Arthur Titius, Paul Natorp, Paul Hensel, Samuel Eck, Martin Rade und ein Vorwort von Friedrich Naumann (Moderne Philosophie. Band 6), Berlin-Schöneberg 1910, 104-124; Erlanger Schule, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 2, Tübingen 1910, 461-468; Gebet: IV. Dogmatisch, in: Ebd., 1161-1166; Geschichtsphilosophie, in: Ebd., 1358-1370; Gotteskindschaft, in: Ebd., 1590-1597; Gottvertrauen, in: Ebd., 1602-1611; Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, in: Ebd., 1916-1923; Heiligung, in: Ebd., 2055-2057; Heilsordnung, in: Ebd., 2062-2063; Goethes Festspiel »Des Epimenides Erwachen«. Ein Vortrag, in: Die Christliche Welt 26 (1912), 561-575; Rechtfertigung und Geschichte. Eine akademische Festrede, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche 24 (1914), 1-20; Von einem Kriegshochschulkurs hinter der Front, in: Die Christliche Welt 32 (1918), 123-124.

Lit.: Ferdinand Kattenbusch: Von Schleiermacher zu Ritschl. Zur Orientierung über die Dogmatik des neunzehnten Jahrhunderts. Dritte vielfach geänderte Auflage. Mit einem Nachtrag über die neueste Entwicklung, Gießen 1903; - Martin Rade: Christliche Welt und Freunde der Christlichen Welt, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 1, Tübingen 1909, 1703-1708; - Ernst Troeltsch: Rückblick auf ein halbes Jahrhundert der theologischen Wissenschaften, in: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 51 (16), 1909, 97-135; in überarbeiteter Fassung in: Gesammelte Schriften. Band 2: Zur religiösen Lage, Religionsphilosophie und Ethik, Tübingen 1913, 193-226; - Wilhelm Bousset: Gedächtnisrede am Sarge des Geheimen Kirchenrat Professor Dr. Samuel Eck, gehalten vom Prodekan der theologischen Fakultät Dr. Wilhelm Bousset 5. Januar 1920, Gießen o.J. [1920]; - Die Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. Ihre Entstehung und Entwicklung (Elsaß-Lothringische Hausbücherei. Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Institut der Elsaß-Lothringer im Reich. Band 3), Berlin / Leipzig 1922; - Emil Walter Mayer: Ethik. Christliche Sittenlehre (Sammlung Töpelmann. Erste Gruppe: Die Theologie im Aufriß. Band 4), Gießen 1922; - [Hermann Mulert (Hrsg.):] Vierzig Jahre »Christliche Welt«. Festgabe für Martin Rade zum 70. Geburtstag 4. April 1927. Im Auftrag der Freunde zusammengestellt von Hermann Mulert, Gotha 1927; - Jahresversammlungen der Freunde der Christlichen Welt [von 1892 bis 1927], in: [Martin Rade (Hrsg.):] An die Freunde. Vertrauliche d.i. nicht für die Oeffentlichkeit bestimmte Mitteilungen. Nr. 87 vom 8. August 1927, 999-1002; - Martin Rade: Liberalismus III. Kirchlicher Liberalismus, in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Zweite Auflage. Band 3, Tübingen 1929, 1626-1629; - Horst Stephan: Geschichte der evangelischen Theologie seit dem Deutschen Idealismus (Sammlung Töpelmann. Die Theologie im Abriß: Band 9), Berlin 1938; - Walther Koehler: Ernst Troeltsch, Tübingen 1941; - Johannes Rathje: Die Welt des freien Protestantismus. Ein Beitrag zur deutsch-evangelischen Geistesgeschichte. Dargestellt an Leben und Werk von Martin Rade, Stuttgart 1952; - Wilhelm Schneemelcher: »Christliche Welt«. Das Problem des `Freien Protestantismus', in: Evangelische Theologie 10 (1955), 255-281; - Wolfgang Baumert: Die Christliche Welt und die Nationalsozialen 1886-1903. Diss. phil. München 1956; - Anthonie Frans Verheule: Wilhelm Bousset. Leben und Werk. Ein theologiegeschichtlicher Versuch, Amsterdam 1973; - Hans-Joachim Birkner: »Liberale Theologie«, in: Martin Schmidt und Georg Schwaiger (Hrsg.): Kirchen und Liberalismus im 19. Jahrhundert (Studien zur Theologie- und Geistesgeschichte im 19. Jahrhundert. Band 19), Göttingen 1976, 33-42 [zuerst in: Zeugnis und Dienst. Beiträge zu Theologie und Kirche in Geschichte und Gegenwart. Günter Busch zum 70. Geburtstag. Herausgegeben von Gottfried Sprondel, Bremen 1974, 174-186]; - Anne Nagel: Martin Rade als Politiker. Politische Publizistik, parteipolitisches Engagement und Marburger Hochschulpolitik 1904 - 1940 (Magisterarbeit). Marburg 1988; - Friedrich Wilhelm Graf: Rettung der Persönlichkeit. Protestantische Theologie als Kulturwissenschaft des Christentums, in: Rüdiger vom Bruch / Friedrich Wilhelm Graf / Gangolf Hübinger (Hrsg.): Kultur und Kulturwissenschaft um 1900. Krise der Moderne und Glaube an die Wissenschaft, Stuttgart 1989, 103-132; - Martin Rade. Theologe - Publizist - Demokrat (1857-1940). Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Marburg vom 26. April bis 20. Mai 1990. Herausgegeben von Ana Maria Mariscotti de Görlitz, Uwe Bredehorn und Hans-Gerd Happel (Schriften der Universitätsbibliothek Marburg. Band 47), Marburg 1990; - Martin Rade. Aspekte seines Wirkens. Redaktion: Ana Maria Mariscotti de Görlitz und Walter Wagner (Schriften der Universitätsbibliothek Marburg. Band 52), Marburg 1990; - Trutz Rendtorff: Das Verhältnis von liberaler Theologie und Judentum um die Jahrhundertwende, in: Trutz Rendtorff: Theologie in der Moderne. Über Religion im Prozeß der Aufklärung (Troeltsch-Studien. Band 5), Gütersloh 1991, 59-72; - Manfred Jacobs: Liberale Theologie, in: Theologische Realenzyklopädie. Band 21, Berlin 1991, 47-68; - Hans Martin Müller (Hrsg.): Kulturprotestantismus. Beiträge zu einer Gestalt des modernen Christentums, Gütersloh 1992; - [Martin Rade (Hrsg.):] An die Freunde. Vertrauliche d.i. nicht für die Oeffentlichkeit bestimmte Mitteilungen (1903-1934) [Nr. 1/1903 - Nr. 111/1934]. Nachdruck mit einer Einleitung von Christoph Schwöbel, Berlin / New York 1993; - Friedrich Wilhelm Graf (Hrsg.): Liberale Theologie. Eine Ortsbestimmung (Troeltsch-Studien. Band 7), Gütersloh 1993; - Hartmut Ruddies: Liberales Kulturluthertum. Martin Rade 1857-1940, in: Friedrich Wilhelm Graf (Hrsg.): Profile des neuzeitlichen Protestantismus. Band 2: Kaiserreich, Gütersloh 1993, 399-422; - Gangolf Hübinger: Kulturprotestantismus und Politik. Zum Verhältnis von Liberalismus und Protestantismus im wilhelminischen Deutschland, Tübingen 1994; - Friedrich Wilhelm Graf: Rade, Paul Martin, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz. Fortgeführt von Traugott Bautz. Band VIII, Herzberg 1994, 1195-1223; - Anne Christine Nagel: Martin Rade - Theologe und Politiker des Sozialen Liberalismus. Eine politische Biographie (Religiöse Kulturen der Moderne. Band 4), Gütersloh 1996; - Der Briefwechsel zwischen Adolf von Harnack und Martin Rade. Theologie auf dem öffentlichen Markt. Herausgegeben und kommentiert von Johanna Jantsch (Veröffentlichung der Forschungsstelle für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte an der Philipps-Universität Marburg), Berlin / New York 1996; - RGG1 2, 187; - RGG2 2, 10; - DBE 3, 6-7.

Matthias Wolfes

Letzte Änderung: 26.02.2002