EINSIEDEL, Detlev Graf von, sächsischer Minister, ein Führer der sächsischen Erweckungsbewegung, * 12.10. 1773 in Wolkenburg (Erzgebirge), † daselbst 20.3. 1861. - E. wurde 1801 Geheimer Finanzrat, 1809 Kreishauptmann des Meißener Kreises, 1831 Kabinettsminister und Staatssekretär der inneren und auch der auswärtigen Angelegenheiten. Nach der Völkerschlacht von Leipzig begleitete er den gefangenen König nach Berlin und später nach Preßburg und leitete die Unterhandlungen während des Wiener Kongresses. Durch Berührung mit der Brüdergemeine war E. für ein lebendiges Christentum gewonnen worden und hat sich um das Neuerwachen des Glaubenslebens in der sächsischen Landeskirche verdient gemacht. Wegen seiner Abneigung gegen eine zeitgemäße Änderung der Verfassung und Hinneigung zum Pietismus wurde er 1830 gestürzt und zog sich auf seine Güter zurück. Seit 1825 war E. Präsident der Sächsischen Bibelgesellschaft, gehörte dem Komitee des Missionsvereins an und förderte durch Stiftungen das Fletchersche Schullehrerseminar und die Diakonissenanstalt in Dresden.
Lit.: Karl v. Weber, in: Arch. f. sächs. Gesch. 1, 1863, 58 ff. 129 ff.; - E. Johnson, Zur Lebensgesch. des Kabinettsministers D. Gf. v. E., in: NA f. sächs. Gesch. 12, 1891; - Walter v. Bötticher, Gesch. des oberlausitz. Adels u. seiner Güter I, 1912; - Karl Hennig, Die sächs. Erweckungsbewegung im Anfange des 19. Jh.s (Diss. Leipzig), 1929 (gekürzt), 150 ff.; - ADB V, 760; - NDB IV, 400 f.