ENDERLE, Johann Baptist: Barockmaler, * 15.6. 1725 in Söflingen/Ulm, + 15.2. 1798 in Donauwörth. - E. wurde berühmt durch die bei ihm immer wieder auftauchenden Themen aus der Weihnachtsgeschichte. Mit diesen schmückte er Kirchen und Kapellen. So gilt besonders für ihn die Feststellung von Erich Lidel: »Trotzdem darf man annehmen, daß die vielen Gemälde und Fresken mit weihnachtlichen Motiven in den Kirchen des 18. Jahrhunderts auf den Krippenbau bildend, befruchtend und wegweisend eingewirkt haben.« (In: Der Bayerische Krippenfreund, Juni 1998, 5). - Durch seine Heirat mit der Malerwitwe Maria Theresia Reismiller im Jahre 1755 kam E. nach Donauwörth und erwarb dort das Bürgerrecht. Zum zweitenmal heiratete er 1796 Ursula Schiffelholz aus Wörnitzstein. Zu seinen berühmtesten Arbeiten zählen der Engelsturz im Chor der Pfarrkirche von Unterrammingen bei Mindelheim, die Anbetung der Weisen in Oberrammingen und Allerheiligen, der Besuch Mariens bei Elisabeth in Oberrammingen, die Flucht nach Ägypten in Oberrammingen wie die Rückkehr aus Ägypten in Allerheiligen. Aus dem Leben der Hl. Familie kommen die Bilder: St. Josef lehrt Jesus das Schreiben, die Hl. Familie wie der zwölfjährige Jesus im Tempel, alle in Allerheiligen, einer Wallfahrtskirche zu Jettingen-Scheppach, Landkreis Günzburg a.d.D.
Lit.: E. Lidel: Johann Baptist Enderle als Führer durch die Kindheit Jesu, in: Der Bayerische Krippenfreund, Juni 1998, 35-46.
Ekkart Sauser
Literaturnachträge:
R.G. Weißenhorn 'Der Enderle-Zyklus im Pfarrhof zu Zaisertshofen (Unterallgäu) ...', P. Rummel (Hrsg.) in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte e.V., 32. Jahrgang, Augsburg 1998, 261-304; - R.G. Weißenhorn, 'Freskomalerei in Bayrisch Schwaben ...', Münster (Westfalen), 1998.