Verlag Traugott Bautz |
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EPIPHANIUS, Bischof von Pavia, * 438 oder 439 in Pavia (Ticinum), † daselbst 21.1. 496. - E. wurde 457 Subdiakon, 459 Diakon und Verwalter des Kirchenvermögens und 466 Bischof seiner Vaterstadt. Er ist bekannt als Friedensstifter Italiens in der Zeit der Völkerwanderung, als das weströmische Reich seiner Auflösung entgegenging. E. hat versöhnend und mildernd zwischen Siegern und Besiegten seines Bischofsamtes gewaltet. Als der Oberfeldherr Ricimer in Mailand zum Feldzug gegen den Kaiser Anthemius (476 bis 472), seinen Schwiegervater, rüstete, begab sich E. auf dringendes Bitten des Volkes und des Adels von Ligurien nach Rom zu Friedensverhandlungen, die erfolgreich verliefen. Der vorletzte weströmische Kaiser Julius Nepos (474-75) betraute ihn 474 mit einer Gesandtschaft nach Toulouse an den Westgotenkönig Eurich. Es gelang dem Bischof, Eurich von Feindseligkeiten gegen das weströmische Reich abzuhalten. Nach der Einnahme Pavias durch den Heruler Odoaker 476 baute E. die Stadt wieder auf und erlangte vom Sieger für seine Landsleute Steuererlaß auf 5 Jahre. Im Auftrag des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen ging E. 494 als sein Gesandter nach Lyon zum Burgunderkönig Gundobad und löste 6000 Ligurier aus der Gefangenschaft. Im Winter 495 reiste er nach Ravenna zu Theoderich, um eine Milderung der Lasten seiner Landsleute zu erwirken. Dabei zog sich E. eine Erkältung zu, an deren Folgen er nach seiner Rückkehr nach Pavia starb. Seine Leiche wurde 962 von dem Bischof Othwin von Hildesheim geraubt und 963 im Dom in Hildesheim beigesetzt. - E. wird als Heiliger verehrt. Sein Fest ist der 21. Januar.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1984
Egidio Pietrella, La figura del santo-vescovo nella "Vita Epifani" di Ennodio di Pavia, in: Augustinianum 24.1984, S. 213-226; -
2006
Bernhard Gallistl, Ein neuer Textfund zur Translatio S. Epiphanii in d. Hildesheimer Dombibliothek, in: JGKBH 74.2006, S. 123-152; -
2008
Martina Giese, Der "Transitus sancti Epiphanii" u.d. "Translatio sancti Epiphanii". Neue Handschriftenfunde, in: DA 64.2008, S. 519-546.
Letzte Änderung: 09.04.2011