ERB, Matthias, Reformator, * 1494 in Ettlingen (Baden), † 1571 in Rappoltsweiler (Oberelsaß). - E. widmete sich in Bern humanistischen Studien und wurde schon 1520 für die Reformation gewonnen. 1531 war er Feldprediger der Berner Truppen im Kappeler Krieg. Später wurde E. Pfarrer in Entfelden bei Aarau und kurz danach auf Empfehlung seines Landsmanns Kaspar Hedio Hofprediger des Markgrafen Bernhard III. an der Stiftskirche in Baden-Baden. Nach dem Tod des Markgrafen von dort vertrieben, kam E. 1536 als Schulmeister nach Gengenbach im Schwarzwald. Graf Georg, Bruder des Herzogs Ulrich von Württemberg, beauftragte ihn 1538 mit der Reformierung der württembergischen Besitzungen im Oberelsaß, Reichenweier und Horburg bei Kolmar. Infolge des Augsburger Interims von 1548 war E. 1549-52 ohne Amt. Als nach Georgs Tod 1558 Herzog Christoph von Württemberg eine lutherische Kirchenordnung einführte, wurde E., weil er dagegen protestierte, 1560 mit Ruhegehalt entlassen.
Werke: Verz., in: Prot. Kirchen- u. Schulbl. f. das Elsaß, 1838, 193.
Lit.: Carl Friedrich Vierordt, Gesch. der ev. Kirche in Baden I, 1847, 318. 336; - Timotheus Wilhelm Röhrich, M. E., Reformator v. Reichenweyer, in: Ders., Mitt. aus der Gesch. der ev. Kirche des Elsasses III, 1855, 255 ff.; - Heinrich Rocholl, M. E., ein elsäss. Glaubenszeuge aus der Ref.zeit. Auf Grund archival. Dokumente, 1900; - Johann Adam, Ev. KG der elsäss. Territorien bis z. Frz. Rev., 1928; - Heinrich Neu, Pfr.buch der ev. Kirche Badens v. der Ref. bis z. Gegenw. II, 1939, 143; - Schottenloher I, Nr. 5850-5852a; VII, Nr. 54483; - ADB VI, 184; - RGG II, 538.
Letzte Änderung: 09.04.2011