ERDMANN, David, Theologe, * 28.7. 1821 in Güstebiese an der Oder (Neumark) als Sohn eines Kätners, der bald nach Groß-Wubiser bei Mohrin übersiedelte, † 11.3. 1905 in Dresden. - E. besuchte seit 1835 das Gymnasium in Königsberg (Neumark) und studierte seit 1843 in Berlin, wo er vor allem August Neander nahekam, dessen Amanuensis er zeitweise war, und auch Ernst Wilhelm Hengstenberg Einfluß auf ihn gewann. E. wurde 1850 Domhilfsprediger in Berlin und kurz darauf Vikar in Fürstenberg bei Frankfurt an der Oder, 1851 Divisionspfarrer und 1853 Privatdozent in Berlin, 1856 in Königsberg (Preußen) o. Professor für Neues Testament und Kirchengeschichte und zugleich Pfarrer der Altstädtischen Gemeinde, 1864 Generalsuperintendent von Schlesien und 1865 zugleich o. Honorarprofessor in Breslau. Seit seinem Amtsantritt hielt er regelmäßig Generalkirchenvisitationen ab, oft zwei in einem Jahr. 1878-1900 leitete E. den schlesischen Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung und gründete 1882 den Verein für die Geschichte der evangelischen Kirche Schlesiens, dessen Vorsitzender er bis 1900 war. E. trat 1900 in den Ruhestand, den er in Dresden verlebte.
Werke: Lieben u. Leiden der ersten Christen, 1854; Die Ref. u. ihre Märtyrer in It., 1855; Die Bücher Samuelis (in: Theol.-homilet. Bibelwerk von Johann Peter Lange), 1873; Der Brief des Jak. erkl., 1881; Luther u. die Hohenzollem, 1883; Luther u. seine Beziehungen zu Schlesien, insbes. zu Breslau, 1887.
Lit.: Linh. Eberlein, Aus einem reichen Leben. Bll. der Erinnerung an D. E., 1907; - RE XXIII, 428 ff.; - RGG II, 550.