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Band XV (1999)Spalten 525-526 Autor: Ekkart Sauser

ERHARD: hl. Bischof von Regensburg, geb. vor 700 in Südfrankreich, gest. nach 700 in Regensburg, Fest: 8. 1. - E. war wahrscheinlich Missionsbischof am Hofe der Agilofingerherzöge in Regensburg. Er soll auch im Elsaß während seiner Missionstätigkeit viele Klöster gegründet haben. Eine alte Tradition sagt, daß er der von Geburt an blinden elsässischen Herzogstochter Odilia (siehe Odilienberg) das Augenlicht geschenkt haben soll - und dies während er sie taufte. Seit 680/690 wirkt er in Regensburg. Dort stand er in engsten Kontakt mit Herzog Theodo, in den Jahren um 680 bis um 717. Sein Grab befindet sich seit merowingischer Zeit an der Nordmauer des Niedermünsters. Seine Gebeine wurden am 8. Oktober 1052 von Papst Leo IX. erhoben. Berühmt wurde sein Bild im Evangelistar der Äbtissin Uta von Niedermünster, Regensburg um 1020, heute in der Staatsbibliotek zu München. Auf diesem Bild ist E. dargestellt als Zelebrant der hl. Messe zusammen mt seinem Diakon. Im Mittelalter wurde E. im Elsaß sehr verehrt. Zahlreiche Krankenhäuser stehen unter seinem Patronat. Der bedeutendste Wallfahrtsort zu E. ist seit dem 14. Jh. St. Erhard in der Steiermark. Hier wie in Niederbayern wurde er im Barock zum Viehpatron. In Regensburg galt er auch als Pestpatron. In der Stadt Salzburg steht am Fuße des Nonnbergs die Pfarrkirche von St. Erhard. - In der Kunst wird er oft dargestellt als Bischof, manchmal mit Buch, auf dem zwei Augen liegen - wegen der Blindenheilung an der hl. Odilia. Er gilt als Patron des Viehs, der Schumacher, Schmiede, Bäcker. Im Bistum Regensburg ist er Nebenpatron.

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Lit.: LThK3 Bd. V, Sp. 763-64 (H. Flachenecker); - LCHI Bd. 6, Sp. 164-65 (G. Koschwitz); - BiblSS IV, 1287 (A.M. Raggi); - G. Koschwitz: Legende, Kult und Ikonographie des hl. Erhard von Regensburg (Diss. Würzburg 1972); - P. Mai: Der hl. Erhard, Bischof von Regensburg: Lebensbilder aus der Geschichte des Bistums Regensburg, Bd. I, Regensburg 1989, 38-53; - J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972, 28; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation von H. M. Schindler, Augsburg 1994, 8; - LThK2 Bd. 3, 988-989 (R. Bauerreiss); - MGSS rer. Mer. VI 1-21; - Zimmermann I 58, 60; - J.M.B. Clauss: Die Heiligen des Elsaß, Düsseldorf 1935, 153-157; - O. Lechner-U. Schütz: Mit den Heiligen durch das Jahr, Freiburg-Basel-Wien 19882, 20.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 09.04.2011