Verlag Traugott Bautz |
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ERHARTER, Helmut: österreichischer Pastoraltheologe, * 1932 in der Wildschönau/Tirol, Erzbistum Salzburg, † Dez. 1999, Wien. - Seine theologischen Studien nahm er gleich nach seinem Abitur an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck auf. Er war damals anfangs der 50er Jahre fast der einzige Laientheologe an dieser Fakultät. Er genoß diese Situation in heiter-ernstem Sinne, in dem seine gesunde Tiroler Art schon frühzeitig und in dieser Umgebung bestimmend wurde. Unter seinen Lehrern ragten besonders hervor der weltweit bekannte Liturgiker Josef Andreas Jungmann wie der Dogmatiker Karl Rahner. Sicher gehörte auch Hugo Rahner noch zu seinen großen und bestimmenden Lehrern. Seine Doktorväter waren Jungmann und Karl Rahner. Bei ihnen promovierte E. im Jahre 1958 als der erste Laientheologe an der Innsbrucker Theologischen Fakultät. E. Leben, seine publizistisch-theologische Tätigkeit war schon gleich zu Anfang geprägt durch das Pontifikat von Johannes XXIII. und das Zweite Vatikanum. E. wirkte schon sehr früh als Redakteur des damals unter Karl Rahner herauskommenden Lexikons für Theologie und Kirche. Nach dieser Tätigkeit erfolgte ein ganz wichtiger Schritt in seinem Leben: Die österreichische Bischofskonferenz berief E. als Generalsekretär des bekannten, ja fast durch die Jahrzehnte berühmt gewordenen Seelsorgeinstitutes in Wien. Zum erstenmal übernahm ein Laie diese Stelle. Er hat das Erbe dieses Institutes bejaht und es in Verbindung gebracht mit dem konziliaren Aufbruch von 1965. Die konziliare Erneuerung war stets das Herzensanliegen von E. Hier haben auch nach seinen Vorstellungen Priester und Laien eine bedeutsame, gemeinschaftliche Aufgabe. E. lag es aber auch sehr am Herzen, die Anliegen der Erneuerung in einer eigenen Zeitschrift Lesern vorzulegen. So wirkte er in einer ganz besonderen Art und Weise in und durch die Zeitschrift, »Diakonia«. In ganz besonderer Weise hat Prof. Wilhelm Zauner aus Linz an der Donau es verstanden, die charakterlichen Stärken von E. aufzuweisen. Er tat dies in seinem Artikel: »Die Redlichkeit der Freundschaft« in Diakonia 30 (1999) 1, 4-7. Hier fällt im Hinblick auf E. das Wort von der »Freundschaft als Kategorie kirchlicher Zusammenarbeit«. (S. 6). Als Generalsekretär des österreichischen Pastoralinstitutes hatte er auch die Hauptlast zu tragen für die Planung der großen Pastoraltagungen in Wien wie für die Pastoralplanung in Österreich überhaupt. Hier lebte gleichsam als Seele des Ganzen redliche Freundschaft. Grundtenor von E. Theologie und Praxis heute war die Verbindung von »Menschenbeziehung barmherziger und Gottesbeziehung erlösender« (O. Fuchs). Man ist »versucht« hier an den großen Joseph Wittig aus Breslau zu denken. - In einem Gedenkartikel in »Christ in der Gegenwart« (Nr. 2/00) heißt es über E.: »Seine bescheidene, doch beharrliche Art die Seelsorge auch in der Glaubens-Reflexion voranzubringen, hat viele Türen zur Erneuerung geöffnet.«
Lit.: In Treue zum Konzil - Helmut Erharter zu Ehren, in: Diakonia 30 (1999) 1, 1-42; - Christ in der Gegenwart 52 (2000) 2, 10.
Ekkart Sauser
Textanmerkungen:
Helmut Erharter wurde am 5.5.1931 in Oberau/Wildschönau in Tirol geboren, er starb am 22.12. 1999. Er hatte von 1965 bis 1998 die Schriftleitung der Zeitschrift "Diakonia" inne.
Werkeergänzung:
(Hrsg.), Hoffnung für alle. Weihnachts-Seelsorgertagung 29.-31. Dezember 1969. Wien 1970; (Hrsg.), Prophetische Diakonie - Impulse und Modelle für eine zukunftsorientierte Pastoral (Ferdinand Klostermann zum 70. Geburtstag). Wien/Freiburg 1977; (Hrsg.), Frau - Partnerin in der Kirche. Perspektiven einer zeitgemässen Frauen-Seelsorge. Österr. Pastoraltagung, 27.-29. Dezember 1984. Wien u.a. 1985; (Hrsg.), Versöhnte Christen - Versöhnung in der Welt. Bußpastoral u. Bußpraxis heute. Österr. Pastoraltagung, 2.-4. Jänner 1986. Wien u.a. 1986; (Hrsg.), Kirche in gemeinsamer Verantwortung. Österr. Pastoraltagung, 29.-31. Dez. 1986. Wien u.a. 1987; (Hrsg.), Der Mensch in der Arbeitswelt - unsere Verantwortung als Kirche heute. Österr. Pastoraltagung, 28.-30. Dezember 1987. Wien u.a. 1988; (Hrsg.) Beziehung leben in Ehe und Familie. Österr. Pastoraltagung, 28.-30. Dezember 1988. Wien u.a. 1989; (Hrsg.), Christliche Gemeinden für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Österreichische Pastoraltagung, 27.-29. Dezember 1989. Wien 1990; (Hrsg.), Liturgie zwischen Mystik und Politik. Österreichische Pastoraltagung, 27.-29. Dezember 1990. Wien 1991; (Hrsg.), Von der Missionierung zur Evangelisierung - Zur Zukunft der Kirche in Amerika und Europa. Österreichische Pastoraltagung, 2.-4. Jänner 1992. Wien 1992; (Hrsg.), Wie heute von Gott reden? Österreichische Pastoraltagung, 28.-30. Dezember 1992. Freiburg u.a. 1993.
Literaturergänzung:
H. Krätzl, Ansprache zur Beerdigung von Dr. Helmut Erharter, in: Diakonia 31 (2000) 133; - W. Zauner, Predigt zur Begräbnismesse, in: ebd. 134f.
Letzte Änderung: 09.04.2011