ERKANBERT (Ercumbert, Herkumbert): 1. hl. Bischof von Minden, gest. 7.6. 830 in Minden. Fest: 7.6. - Nach heutigen Erkenntnissen stammte er aus dem Gollachgau bei Würzburg. Dort sind auch drei Schwestern von ihm nachweisbar. »Vermutlich« (H. Kluger) Mönch aus dem Kloster zu Fulda unter Abt Baugulf. Ab dem Jahre 785 finden wir ihn »als Missionar im mittleren Weserraum tätig«. (H. Kluger). Von daher dürfte wohl auch seine Bezeichnung »Episcopus de Saxonia« stammen. Um das Jahr 790 wird seine Bischofsweihe angesetzt. Nach den Jahren 803/804 hat ihn Karl der Große zum Missionsbischof des neuen Bistums Minden bestimmt. Dieses neue Bistum umfaßte die Gebiete zwischen Hunte und Aller (Hannover, Celle, Soltau, Dümmersee, Polle, Nienburg) das zur Erzdiözese Köln gehörte. Sein Fest erscheint im Proprium von Osnabrück vom Jahre 1652 am 9. Juli, in den Mindener Nekrologien am 7. Juni.
Lit.: LThK
2 Bd. 5, Sp. 248 (K. Honselmann); - LThK
3 Bd, 3, Sp. 767-768 (H. Kluger); - Series episc. V/1, 87 f. (Lit. ); - E. Müller: Entstehungsgeschichte der sächsischen Bistümer unter Karl d. Gr., Hildesheim 1938, 46-51; - J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 1985
11, 162.
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
2009
Petrus W. Tax, Der Kommentar des "Erkanbert" zum Johannes-Evangelium. Ein Beitr. zur Verfasserschaft, Quellenfrage u. Textkritik, in: SE 48.2009, S. 169-190.
Letzte Änderung: 09.04.2011