ERMINOLD: sel. Benediktinerabt, gest. 6.1. 1121 in Prüfening, Fest: 6.1. - E. entstammte einem schwäbischen Rittergeschlecht. Bald wurde er Mönch in Hirsau. Hier in Hirsau wurde er als Schüler Wilhelms erzogen. In den Jahren 1106-1107 wurde er mit der Reform von Lorsch beauftragt. Man spricht in diesen Zusamnenhang vom »Lorscher Erneuerungsversuch«. Im Jahre 1114 berief ihn Bischof Otto von Bamberg als Vertreter der strengen klösterlichen Zucht nach der Regel des Wilhelm von Hirsau, zum ersten Abt von Prüfening. 1117 erfolgte die Ordination. Ein Mönch, der mit der Strenge des E. unzufrieden war, mißhandelte E. so schwer, daß er am darauffolgenden Tage, am 6. Januar 1121, verstarb. Die Erhebung seiner Gebeine erfolgte im Jahre 1283. Noch heute befindet sich das Hochgrab aus dem 14. Jh. in der Klosterkirche zu Prüfening. Seit der Mitte des 13. Jh. gibt es einen nicht amtlichen Kult. In der Kunst wird er dargestellt als Abt mit Regelbuch, Brote verteilend.
Lit.: P. Jaffe: MGSS XII 481-500; - BHL 2615 f.; - Zimmermann I 49 ff.; - BiblSS 5, 61; - LMA 3, 2158; - A. Schwarz: Die Trad. des Klosters Prüfening, München 1991; - LThK
2 Bd. V, Sp. 1032 (G. Baader); - LThK
3 Bd. V, Sp. 826 (St. Haering); - J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 1997
2, 25; - O. Lechner-U. Schütz: Mit den Heiligen durch das Jahr, Freiburg-Basel-Wien 1988
2, 17; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation von H. M. Schindler, Augsburg 1994, 6; - LCHI Bd. 6, Sp. 168 (K. G. Kaster).
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011