ESKIL von Lund, Erzbischof von Lund, † 6. oder 7.9. 1181 als Mönch in Clairvaux. - E. studierte in Hildesheim und wurde nach seiner Rückkehr zuerst Kanonikus, später Dompropst in Lund, 1134 Bischof von Roskilde und 1138 Erzbischof in Lund. 1139 hielt er in Lund das erste nordische Provinzialkonzil und weihte 1145 den Dom in Lund. In den innenpolitischen Streitigkeiten verfocht er wie sein Nachfolger Absalon die kirchlichen Freiheitsansprüche und verteidigte erfolgreich die Selbständigkeit Lunds gegen Hamburg-Bremen. E. war ein Freund Bernhards von Clairvaux und eifriger Förderer des Mönchtums, besonders der Zisterzienser und Prämonstratenser, denen er mehrere Klöster baute. Auf die Botschaft von dem Tod Bernhards reiste E. 1154 nach Clairvaux und von dort nach Rom. Auf der Heimfahrt wurde er 1156 von einigen Rittern überfallen und ins Gefängnis geworfen. Da Friedrich I. Barbarossa nicht bereit war, ihm Freiheit und Genugtuung zu verschaffen, kam es zum Konflikt zwischen dem Kaiser und den päpstlichen Legaten, die für den Erzbischof eintraten. Da E. in dem Streit zwischen Papst und Kaiser unentwegt zu Alexander III. (1159-81) stand, während König Waldemar I. (1157-82) von Dänemark sich dem Gegenpapst Viktor IV. angeschlossen hatte, entzweiten sich beide. E. verließ 1161 sein Vaterland und das Erzbistum und verbrachte 7 Jahre in freiwilliger Verbannung, teils in Clairvaux, teils in Sens am Hof Alexanders III. Nachdem Waldemar I. auf die Seite Alexanders III. übergetreten war, kehrte E. nach Lund zurück. Mit dem streitbaren Bischof Axel (= Absalon) von Roskilde beteiligte er sich an dem Kreuzzug des Königs von Rügen gegen die heidnischen Wenden. 1174-76 weilte E. wieder in Clairvaux. Seinen Wunsch, dort seine Tage als Klosterbruder zu beschließen, erfüllte ihm 1177 Alexander III.
Lit.: Hermann Reuter, Gesch. Akexanders III. u. der Kirche seiner Zeit, 1860-64
2, I, 25 f. 216 f.; III, 411 ff. u. ö.; - Hans 0lrik, Konge og Praestestand i den danske Middelalder II, Kopenhagen 1895, 20 ff.; - Lauritz Ulrik Absalon Weibull, in: Hist. Tidskrift för Skåneland 5, 1914, 188 ff.; 6, 1915, 286; - Ders., Den skånska kyrkans äldsta historia, 1917; - Ders., in: Scandia 1, Stockholm 1928, 84 ff.; 4, 1931, 270 ff.; 22, 1953/54, 72 ff.; - Knut Bernhard Westman, Den svenska kyrkans utveckling från St. Bemhards tidevarv till Innocentius III, 1915; - C. Weibull, in: Hist. Tidskrift för Skåneland 6, 1915, 237 ff.; - Hal Koch, Kirkehistoriske Samlinger 6. Reihe, 1, 1934, 241 ff.; - Ders., Danmarks Kirke i den begyndende Højmiddelalder I, Kopenhagen 1936, 81 ff.: - Johannes Oskar Andersen in Scandia 23, Stockholm 1955/56, 102 ff.; - Torsy 145; - DHGE XV, 884 f.; - LThK III, 1104; - NCE V, 542; - RE V, 498 ff.; - RGG II, 689 f.
Letzte Änderung: 09.04.2011