FABARIUS, Ernst Albert, ev. Geistlicher, Pädagoge, * 15.9. 1859 Saarlouis, † 28.10. 1927 Witzenhausen. - Der Sohn des ev. Pfarrers Eduard Fabarius (1817-1892) und dessen Ehefrau Bertha, geb. Wiedemann, verlebte seine Jugendzeit in Reideburg bei Halle (Saale). Im Anschluß an den Besuch der Klosterschule zu Roßleben (1873-1881) studierte er ev. Theologie und Jura an den Universitäten Bonn, Berlin, Tübingen und Halle. 1886 wurde F. Hilfspfarrer in Reideburg, von 1888 bis 1891 war er Pfarrer und wissenschaftlicher Lehrer am Kadettenhaus zu Oranienstein (b. Diez/Lahn), anschließend Divisionsgeistlicher in Koblenz. Hier trat er in Verbindung mit der 1887 entstandenen Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG), einer Vereinigung "zur Förderung des kolonialen Gedankens im deutschen Volk, zur Erweiterung des Kolonialbesitzes in Übersee und seit etwa 1893 zur Vergrößerung der Kriegsflotte zum Schutz der Kolonien vor Angriffen" (Günter Cordes). 1899 gründete F. in Witzenhausen die Deutsche Kolonialschule, die sich seit 1918 "Hochschule für In- und Auslandssiedlung" nannte. F., der Direktor und Kurator der Schule war, gilt als Begründer der deutschen Kolonialpädagogik.
Werke: Arbeiten zur Kolonialpolitik und Kolonialpädagogik.
Lit.: Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck (1942), 77-86; - Neue Deutsche Biographie 4 (1959), 717f.; - K. Hildebrand, Vom Reich zum Weltreich (1969); - Otto Renkhoff, Nassauische Biographie (21992), 182.