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Band II (1990)Spalte 13-14 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

FELIX, Bischof von Urgel in der Spanischen Mark, † 816/818 in Lyon. - F. ist bekannt durch den abendländischen »adoptianischen« Streit (782-799),. der im sarazenischen Spanien entstand. Der Erzbischof Elipandus von Toledo (s. d.) und F., die Hauptvertreter des »Adoptianismus«, entwickelten auf Grund des »Chalcedonense« und im Anschluß an Formeln der mozarabischen Liturgie ihre adoptianische Christologie: Christus ist nach seiner göttlichen Natur »Dei filius natura«, seiner menschlichen Natur nach »filius Dei adoptivus«, »filius Dei gratia«. Christus ist nach seiner Menschheit Adoptivsohn Gottes: »non genere sed adoptione, non natura sed gratia«. In der Kirche von Asturien im nordwestlichen Spanien, der heutigen Provinz Oviedo, erhob sich dagegen sofort Widerspruch. Hadrian I. (s. d.) verwarf 787 diese Lehre als »Nestorianismus« (s. Nestorius). Die meisten Bischöfe im sarazenischen Spanien vertraten die vom Papst verdammten »adoptianischen« Anschauungen. Während Elipandus unter sarezenischer Herrschaft stand, gehörte das Bistum des F. zum Reich Karls des Großen (s. d.). Darum mischte sich dieser in den Streit. Auf der Synode in Regensburg 792 verteidigte F. den »Adoptianismus«, der aber von den Bischöfen verworfen wurde. Obwohl er widerrief, sandte ihn Karl der Große in Begleitung des Abtes Angilbert (s. d.) von St. Riquier bei Abbeville in der Picardie nach Rom. Hadrian I. ließ F. gefangenhalten, bis er ein orthodoxes Bekenntnis feierlich beschworen hatte. Nach seiner Rückkehr in das Bistum Urgel bekannte er sich aber wieder zu seinen früheren Anschauungen und floh auf sarazenisches Gebiet. Vergeblich mahnte ihn Alkuin (s. d.) brieflich, seine Irrlehre aufzugeben. Elipandus wandte sich an Karl den Großen mit der Bitte um Untersuchung der christologischen Streitfrage und Wiedereinsetzung des F. Der »Adoptianismus« wurde auf der Synode in Frankfurt 794 verurteilt und von Alkuin literarisch bekämpft. Eine Synode in Rom verdammte 798 F., falls er nicht widerrufe. Erzbischof Leidrad von Lyon (s. d.), ein eifriger Gegner des »Adoptianismus«, erlangte von F. die eidliche Zusage, einer Vorladung Karls des Großen Folge zu leisten, wenn er ihm freies Gehör vor den Bischöfen zusichere. Nach einer sechstägigen öffentlichen Disputation mit Alkuin widerrief F. im Juni 800 auf der Synode in Aachen seine christologische Irrlehre und richtete an den Klerus des Bistums Urgel eine »confessio fidei«, um die Irrlehrer und die Irrenden dem katholischen Glauben zurückzugewinnen. F. wurde nicht wieder in sein Bischofsamt eingesetzt, sondern Leidrad übergeben, unter dessen Aufsicht er den Rest seines Lebens in Lyon verbrachte. Elipandus und die übrigen Bischöfe im sarazenischen Spanien aber verharrten bei ihren »adoptianischen« Anschauungen.

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Werke: MPL 96, 847 ff. 881 ff.

Lit.: Hermann Größler, Die Ausrottung des Adoptianismus im Reiche Karls d. Gr., 1879; - Zacarias García-Villada, Historia eclesißstica de España II, Madrid 1936, 58 ff.; - José Madoz, Una obra de F. de U., falsamente adjudicada a San Isidoro de Sevilla, in: EE 23, 1949, 147 ff.; - Angel C. Vega, El liber de variis quaestionibus no es de F. de U., in: La Ciudad de Dios 161, Escorial 1949, 217 ff.; - Hauck II, 307 ff.; - Wattenbach-Levison 2, 226; - DCB II, 497 ff.; - Catholicisme IV, 1159 f.; - DHGE XVI, 915 f.; - EC V, 1137; - LThK IV, 71; - RE I, 181 f.; - RGG II, 896.

Friedrich Wilhelm Bautz

Letzte Änderung: 09.04.2011