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Band II (1990)Spalte 64 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

FLORIAN, Heiliger, † 4.5. 304. - Die geschichtlich wertlose Legende erzählt: F., ein römischer Veteran, eilte bei Ausbruch der Christenverfolgung unter Diokletian (s. d.) auf die Kunde, in Lauriacum (Lorch) in Noricum (Oberösterreich) seien 40 Christen ins Gefängnis geworfen, von seinem Wohnsitz Cetium nach Lauriacum. Da er sich als Christ weigerte, den Göttern zu opfern, wurde er auf Befehl des Statthalters mit einem Stein um den Hals von einer Brücke herab in die Enns geworfen. Der Leichnam wurde an einen Felsen geschwemmt, wo ihn ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln beschützte. Eine fromme Frau begrub die Leiche an dem ihr in einer Vision bezeichneten Ort, zwischen den Mündungen der Traun und der Enns etwas landeinwärts. Über dem Grab des F. wurde eine Kapelle gebaut und später das Augustinerchorherrenstift St. Florian in Oberösterreich. - F. wird erstmalig im 8. Jahrhundert erwähnt. Er ist der Schutzheilige Oberösterreichs und wird besonders hier und in Süddeutschland als Patron gegen Feuersgefahr und anhaltende Dürre angerufen. Sein Fest ist der 4. Mai.

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Lit.: Passio s. Floriani, hrsg. v. Bruno Krusch, in: MG SS rer. Merov. III, 65 ff.; - Bruno Krusch, Zur F.s- u. Lupuslegende, in: NA 24, 1889, 535 ff.; 28, 1903, 567 ff.; - Bernhard Sepp, Die Passio s. Floriani, 1903; - Ders., Die Cellula s. Floriani u. die Civitas Lauriacensis, 1904; - Hermann Ubell, Zur Ikonogr. der F.-Legende, in: Btrr. z. Landeskunde in Östr. ob der Enns 56, 1904, 1 ff.; - Julius Strnadt, Legenden v. Hl. F. u. Maximilian, 1905; - Max Heuwieser, Gesch. des Bist. Passau I, 1939, 13 f. 294 f.; - Ämilian Kloiber, in: Jb. der oberöstr. Musealver., 1951; - Rudolf Noll, Frühes Christentum in Östr. v. den Anfängen bis um 600 n. Chr., Wien 1954, 22 ff.; - Ignaz Zibermayr, Die F.-Legende als erstes Zeugnis des Christentums in Ufernoricum, in: Ders., Noricum, Baiern u. Östr. Lorch als Hauptstadt u. die Einf. des Christentums, Horn (Niederöstr.) 19562, 17 ff.; -Wilhelm Hünermann, F. Unter dem Adler, in: Ders., Der endlose Chor. Ein Buch v. den Hll. f. das christl. Haus, 19608, 242 ff.; - Willibrord Neumüller, Sie gaben Zeugnis - Lorch, Stätte des hl. F. u. seiner Gefährten, 1968; - Ders., Der hl. F. u. seine »Passio«, in: Mitt. des Oberöstr. Landesarch. 10, Linz 1971, 1-35; - Reguliertes Augustiner-Chorherrenstift Sankt F.: Erbe u. Vermächtnis; Festschr. z. 900-J.-Feier, 1971; - Bernhard Kötting, F., in: Die Hll., hrsg. v. Peter Manns, 1975, 92 f.; - AS Mau 1, 467 ff.; - VSB V, 86 f.; - BS V, 937 ff.; - R6au III, 507; -Künstle 232 ff.; - Braun 261 ff.; - Bächtold-Stäubli II, 1635 f.; VII, 528; VIII, 965; IX, 263; - NDB V, 254 f.; - RE VI, 115; XXIII, 452; - RGG II, 981; - DHGE XVII, 622 ff.; - EC V, 1454 - LThK IV, 178; - Doyé I, 390; - Wattenbach-Levison 42.

Friedrich Wilhelm Bautz

Textanmerkungen:

Der hl. Florian ist entsprechend dem Beschluß der oberösterreichischen Landesregierung vom 17. März 2004 und Wirksamkeit vom 4. Mai 2004 neben dem hl. Leopold der zweite Landespatron Oberösterreichs

Literaturergänzung:

1986

Die Verehrung d. hl. F. im Barock, in: Die Welt des Barock. Oberösterreich. Landesausstellung 1986. Bd. 1. Linz 1986, S. 172-179; - Karl Böck, Menschen und Heilige. 2. Aufl. Donauwörth 1986, S. 442-444; -

2005

Erwin M. Ruprechtsberger, Einige Gedanken zum zeitl. u. kulturellen Umfeld d. Martyrers Florianus von Norikum - e. Essay. 2. Aufl. Linz 2005; -

2008

Vittoria Camelliti, Il santo patrono e la città. Petronio e Floriano: due mostre, due modelli di santità, in: Sanctorum 5.2008, S. 200-208; -

2009

Florian Trenner, St. F. Geschichte u. Verehrung. Lindenberg im Allgäu 2009.

Letzte Änderung: 09.04.2011