Verlag Traugott Bautz |
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FLORIAN, Heiliger, † 4.5. 304. - Die geschichtlich wertlose Legende erzählt: F., ein römischer Veteran, eilte bei Ausbruch der Christenverfolgung unter Diokletian (s. d.) auf die Kunde, in Lauriacum (Lorch) in Noricum (Oberösterreich) seien 40 Christen ins Gefängnis geworfen, von seinem Wohnsitz Cetium nach Lauriacum. Da er sich als Christ weigerte, den Göttern zu opfern, wurde er auf Befehl des Statthalters mit einem Stein um den Hals von einer Brücke herab in die Enns geworfen. Der Leichnam wurde an einen Felsen geschwemmt, wo ihn ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln beschützte. Eine fromme Frau begrub die Leiche an dem ihr in einer Vision bezeichneten Ort, zwischen den Mündungen der Traun und der Enns etwas landeinwärts. Über dem Grab des F. wurde eine Kapelle gebaut und später das Augustinerchorherrenstift St. Florian in Oberösterreich. - F. wird erstmalig im 8. Jahrhundert erwähnt. Er ist der Schutzheilige Oberösterreichs und wird besonders hier und in Süddeutschland als Patron gegen Feuersgefahr und anhaltende Dürre angerufen. Sein Fest ist der 4. Mai.
Friedrich Wilhelm Bautz
Textanmerkungen:
Der hl. Florian ist entsprechend dem Beschluß der oberösterreichischen Landesregierung vom 17. März 2004 und Wirksamkeit vom 4. Mai 2004 neben dem hl. Leopold der zweite Landespatron Oberösterreichs
Literaturergänzung:
1986
Die Verehrung d. hl. F. im Barock, in: Die Welt des Barock. Oberösterreich. Landesausstellung 1986. Bd. 1. Linz 1986, S. 172-179; - Karl Böck, Menschen und Heilige. 2. Aufl. Donauwörth 1986, S. 442-444; -
2005
Erwin M. Ruprechtsberger, Einige Gedanken zum zeitl. u. kulturellen Umfeld d. Martyrers Florianus von Norikum - e. Essay. 2. Aufl. Linz 2005; -
2008
Vittoria Camelliti, Il santo patrono e la città. Petronio e Floriano: due mostre, due modelli di santità, in: Sanctorum 5.2008, S. 200-208; -
2009
Florian Trenner, St. F. Geschichte u. Verehrung. Lindenberg im Allgäu 2009.
Letzte Änderung: 09.04.2011