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Band XXIX (2008) Spalten 462-483 Autor: Michael Spöttel

FROBENIUS, Leo Viktor, Ethnologe; * 29. Juni 1873 Berlin, † 9. August 1938 Biganzolo/Italien. - Leo Frobenius war der bekannteste deutsche Ethnologe in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Seine Bücher erschienen in großen Auflagen und erreichten einen weiten Kreis interessierter Laien. - Das Lebenswerk von Frobenius läßt sich in zwei Teile zerlegen; der Erste Weltkrieg bildet eine Scheidelinie. Inspiriert wurde Frobenius zunächst durch seinen Großvater Heinrich Bodinus, der seit 1871 Direktor des Zoologischen Gartens in Berlin war und enge Kontakte zu bekannten Afrikareisenden pflegte (er sei sozusagen auf dem Schoß von Gustav Nachtigal groß geworden, hat Frobenius einmal bemerkt). Und: im Zoo wurden in dieser Epoche die Menschen anderer Kontinente und Kultur Tieren gleich dem Publikum vorgeführt, so daß Frobenius erste visuelle Eindrücke erhielt, insbesondere von Afrika - dem Kontinent also, dem seine besondere Liebe galt. - Frobenius besuchte wohl verschiedene Gymnasien, das Abitur blieb ihm jedoch versagt. Nach einem kurzen Aufenthalt auf einem Bauernhof absolvierte er eine Kaufmannslehre in Bremen. In dieser Zeit sah er nicht nur im Bremer Hafen die Schiffe aus fernen Weltgegenden ein- und auslaufen (einschließlich der angeheuerten ausländischen Arbeitskräfte), sondern beschäftigte sich in seiner Freizeit intensiv mit Reisebeschreibungen und Forschungsberichten, die Afrika betrafen. Anstelle eine kaufmännische Karriere einzuschlagen, engagierte sich Frobenius mit großem Interesse an den völkerkundlichen Museen in Bremen und Basel und publizierte ab 1893 wissenschaftliche Aufsätze und Bücher. In Bremen lernte er den dort angestellten Ethnologen Heinrich Schurtz kennen, der ein bekanntes Werk über Männerbünde verfaßt hat. Frobenius versuchte sich seinerseits an einer Dissertation über afrikanische Geheimbünde, die Annahme wurde freilich von einer deutschen Fakultät verweigert. Frobenius sammelte leidenschaftlich ethnographische und ethnologische Motive und Bilder; 1898 weitete er in Berlin seine Sammlung zu einem `Afrika-Archiv´ aus. Zu dieser Zeit arbeitete Frobenius am Museum für Völkerkunde in Leipzig mit. - Von Anfang an war Frobenius von dem Versuch getrieben, die isolierten Einzelbeobachtungen der von ihm rezipierten Forschungsreisenden zu ordnen und in ein übergreifendes, alle Kulturen in ihrer historischen Genese umfassendes System zu integrieren. Dabei stützte sich Frobenius sowohl auf den materiellen Kulturbesitz wie auch auf die geistige Seite der untersuchten Kulturen: auf Weltanschauung, Mythologie und Religion. - 1897 veröffentlichte Frobenius den Aufsatz `Die Kulturkreislehre´. Aus scheinbar identischen Kulturelementen wird auf den Bestand eines `Kulturkreises´ geschlossen, eines an eine Region gebundenen, jedoch überethnischen Gebildes. Frobenius insistierte darauf, daß afrikanische `Kulturformen´ keine eigenständigen Entwicklungen hinter sich gebracht hätten, sondern unter dem Druck der aus dem asiatisch-ozeanischen Raum einströmenden kulturellen Innovationen - also durch Diffusion - entstanden seien. Frobenius propagierte ein romantisch-spirituelles Kulturkonzept: Kultur und alle ihre Teile (etwa die Wissenschaft) entwickeln sich gleich einem lebendigen Organismus; als eine metaphysische Entität führt die Kultur ein Eigenleben unabhängig von Menschen und Völkern. Zu diesem Zeitpunkt vertrat Frobenius ein evolutionistisches und universal gültiges Kulturkonzept; anhand der jeweiligen Weltanschauung lasse sich der kulturelle Fortschritt bemessen. Auf die `naive Weltanschauung´ der `Primitiven´ sei die `Weltanschauung der hohen Mythologie´ gefolgt, die von der `manistischen Weltanschauung´ und schließlich von der `geistigen Weltanschauung´ abgelöst worden sei. Der `Kampf ums Dasein´ sei der Motor der Evolution - Frobenius bestand zu diesem Zeitpunkt auf den `naturwissenschaftlichen´ Charakter seiner Lehre. Die kulturphilosophischen Überlegungen Frobenius´ basierten in dieser Phase seines Schaffens vornehmlich auf den Theorien von Friedrich Ratzel und Adolf Bastian. Wichtige Anregungen dürfte Frobenius überdies von dem Rechtshistoriker und Altertumsforscher Johann Jacob Bachofen empfangen haben. Bachofen hatte 1861 sein berühmtes Werk `Das Mutterrecht´ vorgelegt; eine Interpretation antiker Mythen, die ihre Spuren in zahlreichen akademischen Fächern hinterlassen hat. - Ab 1904 suchte Frobenius seine durch ausgiebiges Literaturstudium gebildete Kulturtheorie durch ethnographische Erforschung vor Ort zu vertiefen. Insgesamt unternahm er zwölf Expeditionen nach Afrika. Die erste Reise 1904 führte ihn in den Kongo; er erforschte u.a. die Ethnien am Kiulu. Der passionierte Sammler brachte ca. 8000 Objekte afrikanischer Kunst von dieser Expedition mit nach Hause. Auch auf den sich anschließenden Reisen hat Frobenius ausgiebig seiner Sammlerleidenschaft gefrönt. Neben indigener Kunst waren es die lokalen Mythen und Legenden, die ihn in ihren Bann zogen. So brachte er von seiner dritten Reise 1910 nach Nordafrika eine umfangreiche Sammlung von Berbermärchen mit. Die vielleicht spektakulärsten Funde aber waren die Felsbild-Dokumentationen, die Frobenius in den Jahren 1926-1935 während der Expeditionen 7-12 in die Sahara und nach Südafrika anlegte. - Zu den interessierten Lesern und Förderern des Ethnologen zählte der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II. Im Dezember 1912 hatte Wilhelm II. Frobenius eine halbstündige Audienz gewährt und war von dessen Theorien so fasziniert, daß er den Forscher am Abend zu einem mehrstündigen privaten Gespräch empfing. Fortan bestand ein reger Kontakt zwischen dem Kaiser und dem Ethnologen, Wilhelm II. wurde zum Mäzen mancher Unternehmungen. Frobenius´ siebte Expedition, die 1915 durch die Türkei bis nach Äthiopien führte, war als `Kaiserliche Geheimmission´ deklariert. Dieser Kontakt hielt bis zum Exil des Kaisers in Holland an und manifestierte sich dort in der `Doorner Arbeitsgemeinschaft´. Insbesondere waren es vermutlich Frobenius´ nach dem 1.Weltkrieg erschienene Studien und Interpretationen des sakralen Königtums, die den Kaiser fasziniert haben, zumal sich diesem die Parallelen zur untergehenden Monarchie in Mitteleuropa aufgedrängt haben dürften. Während britische Ethnologen wie Evans-Pritchard und Gluckman den politischen Kern dieser Institution und der der damit verbundenen Rituale freizulegen suchten, ist nach Frobenius der machtvolle Gottkönig das Symbol einer Gemeinschaft, die ergriffen, hingebungsvoll und von profanen Zwecken unberührt die ewig gültige und heilige Ordnung des Kosmos spielt - `die große Tragödie vom Werden und Vergehen´ -, die ihren Ausdruck im Jahreszeitenwechsel und im Wandel der Gestirne findet. In seinen eigenen Schriften griff Wilhelm II. Frobenius´ Theorien über archaische Religiosität auf. - In den Jahren 1920-1922 verlegte Leo Frobenius das Afrika-Archiv zunächst nach München und benannte es in `Forschungsinstitut für Kulturmorphologie´ um. Das Archiv war nun in einem Trakt des Nymphenburger Schlosses untergebracht. Es war seinerzeit die einzige außerakademische, gleichwohl aber von wissenschaftlichem Anspruch getragene Einrichtung der Völkerkunde in Deutschland. Frobenius begann mit den Arbeiten am `Atlas Africanus´, der von 1921-1931 in acht Teilen herausgegeben wurde. Und Frobenius - siehe sein 1921 erstmals erschienenes Werk `Paideuma. Umrisse einer Kultur- und Seelenlehre´- goß seine `Kulturkreislehre´ in die endgültige Form der Kulturmorphologie. Kultur interpretierte er nun als `Paideuma´; das Paideuma ( Kulturseele) manifestiere sich in einer spezifischen Kulturform, die sich über einen eingegrenzten geographischen Raum erstrecke. Kultur wird so zu einer selbständigen Wesenheit, die das Leben der Einzelnen determiniert: sie `ergreife´ den Menschen. Kulturen, das ist die erkenntnistheoretische Position der Kulturmorphologie, lassen sich nicht analytisch erschließen, sondern lediglich intuitiv erfassen; dies setzt die Anerkennung eines vorgegebenen Planes voraus. Die vermeintlich `naturwissenschaftliche´, tatsächlich sozialdarwinistische Position der frühen Kulturkreislehre ist von Frobenius aufgegeben worden zugunsten eines metaphysischen Kulturverständnisses, die evolutionistische Tönung ist einer zivilisationskritischen gewichen: die Gegenwart interpretierte Frobenius als Epoche der `Anwendung´, d.h. zweckrationalen Denkens, wohingegen die Vergangenheit ein Zeitalter des `Ausdrucks´, d.h. zweckfreier paganer Religiosität durchlaufen habe. Weiter ist die Kulturmorphologie bestimmt von der Dichotomie zwischen den äthiopischen (bodenbauenden) und den hamitischen (viehzüchtenden) Kulturen - eine Dichotomie, die Frobenius zufolge in erster Linie eine seelische Differenz bedeutet und zugleich den Unterschied zwischen `Ausdruck´ und `Anwendung´ beinhaltet. - Die Neuausrichtung seiner Kulturphilosophie ist unter dem Einfluß Oswald Spenglers und dessen Werkes `Der Untergang des Abendlandes´ entstanden. Frobenius hatte Spengler 1919 in München kennen gelernt. Die über Jahre hinweg freundschaftliche Beziehung zerbrach offensichtlich an der von Frobenius angemaßten Lehrerrolle. Nachdem Leo Frobenius anläßlich eines Vortrags in Frankfurt/M. seine Zuhörer begeistern konnte und zahlungskräftige Spender für seine Projekte gewann, wurde das Institut für Kulturmorphologie 1925 nach Frankfurt verlegt. Die Stadt kaufte das sich im bankrotten Zustand befindliche Institut auf und schloß es der Wolfgang-von-Goethe-Universität an. Dort war Frobenius ab 1932 als Honorarprofessor tätig.1934 wurde er zum Direktor des Städtischen Museums für Völkerkunde in Frankfurt ernannt. - 1938 gründete Leo Frobenius die ethnologische Fachzeitschrift `Paideuma´, die bis zum heutigen Tage vom Frobenius-Institut Frankfurt/M. herausgegeben wird. In den dreißiger Jahren entfaltete Frobenius eine über die Völkerkunde hinausgreifende rege publizistische Tätigkeit, markant ist vor allem seine Beurteilung der NS-Machtübernahme in der `Deutschen Allgemeinen Zeitung´ in den Jahren 1933/34. Anläßlich des Zweiten Deutschen Thing 1934 in Bremen handelt ein `Schicksalskunde´ überschriebener Aufsatz von der sich gerade vollziehenden, religiös getönten `Ergriffenheit´ des deutschen Volkes. Bereits in den zwanziger Jahren hatte Frobenius die deutschnationale Dimension der Kulturmorphologie betont; der für sein Konzept zentrale - empirisch unhaltbare - Gegensatz zwischen Äthiopen und Hamiten beschränke sich keineswegs auf Afrika, sondern sei auch in Europa vorzufinden. Deutschland interpretierte der Ethnologe als eine äthiopische und insofern jugendliche und religiös-empfängliche Kultur, die sich anschicke, eine seelische Revolution zu vollziehen, die weit über die Grenzen des eigenen Landes hinausreiche. Die hamitische Kultur der westlichen Zivilisation - hier waren die im 1.Weltkrieg siegreichen Nationen gemeint - sei dagegen dem Untergang geweiht. Anders als Spengler war Frobenius von der Erneuerung der europäischen Kultur aus einem vorzivililisatorischen Geist überzeugt. - Aus dem intellektuellen Umfeld der Kulturmorphologie, die von Beginn an eine sowohl interdisziplinäre wie auch internationale Resonanz fand, ragt neben Spengler der Altphilologe Walter F. Otto heraus, der sich der Mythenforschung verschrieben hatte und der sogenannten Mythologen-Schule angehörte, die Frobenius in Frankfurt umworben und unterstützt hat. Weiter sind Ottos Freund und Schüler Karl Kerény, Graf Hermann Keyserling und Karl Reinhardt zu nennen. Außer Reinhardt haben die genannten Gelehrten weitgehend mit der herkömmlichen, rationalen Kriterien verpflichteten akademischen Tradition gebrochen. In Frankreich erschienen in den dreißiger Jahren nicht nur Übersetzungen einiger Aufsätze und Bücher von Frobenius, die von seinem Institut gesammelten Felsbilder wurden in Ausstellungen gezeigt. Die erste Ausstellung, die südafrikanische Wandmalereien und Felsbilder umfaßte, fand vom 20.11. bis 20.12. 1930 in Paris statt; Frobenius hielt in ihrem Rahmen einen Lichtbilder-Vortrag. Georges Bataille hat diese Ausstellung mit lobenden Worten in der Zeitschrift 'Documents´ besprochen; er sah darin eine tiefgründige Bezugnahme zu den lebendigsten Formen einer frühen Epoche der menschlichen Evolution. Im Mittelpunkt einer zweiten Ausstellung im Jahre 1933 stand die nordafrikanische Felsbildkunst. - Auch in Italien wurden die Werke des deutschen Afrikaforschers rezipiert, zum Teil auch übersetzt. Frobenius korrespondierte und diskutierte bereits in den Jahren 1923/24 mit dem Religionsforscher Raffaelle Pettazoni (`Der allwissende Gott´). - 1936 erschien die französische Übersetzung der `Kulturgeschichte Afrikas´, 1940 die der `Schicksalskunde im Sinne des Kulturwerdens´. In Frankreich lebende afrikanische Intellektuelle wie Léopold S. Senghor, Suzanne und Aimé Césaire knüpften in ihren Schriften an Frobenius´ Bestehen auf Intuition und Synthese, auf Mystik und Ergriffenheit und auf einer eigenständigen `jungen´ afrikanischen Kultur an. Die Kulturmorphologie lieferte die theoretische Grundlage der um eine eigenständige afrikanische Identität bemühten Strömung Négritude. Freilich hat man ausschließlich das von Frobenius kolportierte Bild der Äthiopen weiter gedacht, sein Ressentiment gegenüber den ebenso afrikanischen Hamiten blieb ausgeklammert.- Trotz der empirischen und ideologischen Probleme, die die Kulturmorphologie aufwirft, trotz der Widersprüche, die eine sich auf Intuition stützende Erkenntnistheorie prinzipiell in sich trägt, ist einzuräumen, daß Leo Frobenius nicht nur ein Liebhaber der afrikanischen Kultur war, sondern auch ihre hohe Entwicklungsstufe erkannt und anerkannt hat - eine im zeitgenössischen Kontext ungewöhnliche Position. Dank dieser Positionierung hat er die Originalität und Qualität afrikanischer Kunst richtig eingeschätzt. Als rassenbiologische Argumentationsmuster en vogue waren, hat Frobenius konsequent den Vorrang der Kultur vor der Rasse betont. Fruchtbar ist bis heute seine Interpretation des archaischen Menschen als homo mimus. Überdies hat Frobenius die poetische Dimension jeder Ethnologie reflektiert. - Leo Frobenius verstarb 1938 in seinem italienischen Domizil in Biganzolo am Lago Maggiore an einem Herzanfall. Der Forscher litt über Jahrzehnte unter seinem labilen Gesundheitszustand. Während seiner ersten Afrikaexpedition war er von einem vergifteten Pfeil getroffen worden, die Wunden am Schienbein verheilten niemals und bereiteten gerade in den letzten Lebensjahren große Schmerzen. Überdies machten ihm Angina pectoris-Anfälle zu schaffen. Sein Mitarbeiter Hans Rhotert überführte den bereits Toten am 1.August 1938 im Auto nach Frankfurt. - Nach dem Tod von Leo Frobenius sollte sein Schüler Adolf Ellegard Jensen das Institut für Kulturmorphologie übernehmen. Dies scheiterte am Einspruch nationalsozialistischer Politiker, die sich am Vorrang, den die Kulturmorphologen der Kultur vor der Rasse einräumen, stießen. Jensen wurde 1940 sogar die Venia legendi entzogen. Nach dem 2.Weltkrieg wurde Jensen zum Ordinarius für Völkerkunde an der Universität Frankfurt ernannt. Das Institut für Kulturmorpologie heißt seit 1946 `Frobenius-Institut´. Jensen suchte die Kulturmorphologie von ihrem ideologischen Ballast zu befreien und konzentrierte sich auf religionswissenschaftliche Aspekte. In seinem Hauptwerk `Mythos und Kult bei Naturvölkern´ (1951) formulierte Jensen den Gedanken, daß die Trennung zwischen säkularer und profaner Sphäre das Dilemma der Moderne verkörpere. Die Genese monotheistischer Weltbilder bedeutet Jensen zufolge die Entgöttlichung der Welt. Insbesondere bei viehzüchtenden Kulturen hätten sich Hochgottvorstellungen ausgeprägt, die die rationalistischen Tendenzen der Moderne begründet hätten. Gegen die entzauberte und zerrissene Welt der Gegenwart entwarf Jensen das Bild der göttlichen Vergangenheit `altpflanzerischer´ Gesellschaften, deren Weltbild von der Vorstellung einer gewaltsam getöteten Gottheit besetzt gewesen sei, aus deren Körperteilen eßbare Pflanzen und andere Kulturgüter entsprossen. Dieser Schöpfungsakt sei in der Mythologie der Altpflanzer thematisiert und in kultischen Handlungen wieder und wieder reaktualisiert worden. Jensen spricht in diesem Zusammenhang von zweckfreien Darstellungen einer `erkannten Wirklichkeit´. Er reproduziert insofern die bei Frobenius angelegte Dichotomie zwischen Äthiopen und Hamiten.- Jensens Überlegungen zu archaischen Gesellschaften sind u.a. in die Institutionentheorie von Arnold Gehlen (`Urmensch und Spätkultur´, 1956) und in die religionswissenschaftliche Theorie von Gunnar Heinsohn (`Die Erschaffung der Götter: das Opfer als Ursprung der Religion´, 1997) eingeflossen.

Werke: Staatenentwickung und Gattenstellung im südlichen Kongobecken, in: Deutsche Geographische Blätter, 16 (3), 1893:225-250 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 1, 1925: 71-124); Die Fensterthüren im Congo-Becken, in: Globus, 64, 1893:326-328; Die Ba Tshonga, in: Globus, 65, 1894: 206-210; Die Geheimbünde Afrikas. Ethnologische Studie, Hamburg 1894; Hühner im Kult. Studie aus West-Afrika, in: Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten, 7, 1894: 265-270; Die Keramik und ihre Stellung zur Holzschnitzerei im südlichen Kongobecken, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 7, 1894:10-32; Der Handel im Kongobecken, in: Deutsche Geographische Blätter, 17 (3), 1894: 208-229; Die Zweige afrikanischer Weltanschauung, in: Feestbundel van Taal-, Letter-, Geschied- en Aadrijkskundige Bijdragen ter Gelegenheid van zijn tachtigsten Geboortedag aan Dr. P. J. Veth door eenige Vrienden en Oudleerlingen aangeboden, Leiden; Rezension von: Oskar Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle (Berlin 1894), in: Deutsche Geographische Blätter, 17, Bremen 1894: 253f. (dazu Antikritik und Entgegnung ebd.: 336-340); Rezension von: Lieutenant Masui, D´Anvers à Banzyville, lettres illustrées (Brüssel 1894), in: Globus, 66, 1894: 291; Museen für Völkerkunde, in: Mitteilungen der Ethnogr. Sammlung der Universität Basel, Heft 2, 1895: 160-165; Ein Motiv des Gefäß-Cultes, in: Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, 1895: 532-549 (Wiederabdruck unter dem Titel: Der Seelenwurm, in: Erlebte Erdteile, Bd.1, 1925: 185-207); Holzwaffen und Industrieformen Afrikas, in: Globus, 68, 1895: 218-221; Die afrikanische Baumverehrung, in: Aus allen Weltteilen, 27, Berlin 1895/96: 290-294; Die Kunst der Naturvölker, in: Westermanns Illustrierte Deutsche Monatshefte, 79, 1895/96: 329-340, 593-606; Bedeutung, Umfang und Behandlungsweise der Maskenkunde, in: Verhandlungen der Naturforscherversammlung in Lübeck, 1896: 133-141; Stilgerechte Phantasie, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 9, 1896: 129-136 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 1, 1925: 131-154; Das Hakenkreuz in Afrika, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 9, 1896: 205-207; Ein Teponaztli im Ethnographischen Museum der Universität Basel, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 9, 1896: 252; Der Kameruner Schiffsschnabel und seine Motive, in: Nova Acta. Abhandlungen der Kais. Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher, 70, Nr. 1, 1897; Die afrikanische Religion, in: Afrika, Neuhaldensleben, 1897; Die bildende Kunst der Afrikaner, in: Mitteilungen der Anthropolog. Gesellschaft in Wien, 27 (17), 1897: 1-17; Beitrag zur afrikanischen Keramik, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 10, 1897: 155; Notizen über Masken und Maskeraden von Neu-Pommern und Duke of York, in: ebd.: 69f.; Über Fische in melanesischen Masken, in: ebd.: 206-209; Der westafrikanische Kulturkreis, in: Petermanns Geographische Mitteilungen, 43, 1897: 225-236, 262-267, 44, 1898: 193-204, 265-271; Die Entwicklung der Geheimbünde Oceaniens, in: Leopoldina, 24, Heft 34, Leipzig 1898; Die Masken und Geheimbünde Afrikas, in: Nova Acta. Abhdl. der Kais. Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher, 74, Leipzig 1898; Der Ursprung der afrikanischen Kulturen, Berlin 1898; Die Weltanschauung der Naturvölker, Weimar 1898 (Kap. 22 wieder abgedruckt unter dem Titel: Die Religion vom Standpunkte der Ethnologie, in: Erlebte Erdteile, Bd. 1, 1925: 209-242; Über die Eidechsen in melanesichen Masken, in: Intern. Archiv für Ethnographie, 11, 1898: 82-85; Über die Vögel in melanesischen Masken, in: ebd.: 130f.; Über Schädelmasken, in: ebd.: 162-164; Über die Masken der Neuhebriden, ebd.: 164; Der Urspung der afrikanischen Kulturen, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 33, 1898: 111-125 (Engl. Übers.: The origins of African civilizations, in: Smithonian Report for 1898, Washington 1900; Die Entwicklung der Geheimbünde Oceaniens, in: Leopoldina, 24 (34) 1898; Die Buschvölker, in: Afrika, Neuhaldensleben 1898; Rezension: Löbel, D. Theophil: Hochzeitsbräuche in der Türkei, Amsterdam 1897, in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 44, 1898; Die naturwissenschaftliche Culturlehre, in: Naturwissenschaftliche Wochenschrift, Heft 20, Berlin 1899 (Wiederabdruck in: Die Probleme der Kultur, 1901, weiter in: Erlebte Erdteile, Bd. 1, 1925: 307-367); Die Geschichte der afrikanischen Kultur, in: Afrika, 1899: 245-156, 272-284, 303-309; Völkerkunde und Kolonialpolitik, in: Deutsche Kolonialzeitung, 1899, 36, 1899; Die Nackenstütze Neuguineas, in: Centralblatt der Bauverwaltung, 19, 1899: 553-556, 557-559 (Wiederabdruck unter dem Titel: Eine Kritik der Formwendung, in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925: 261-289; Das `Gute und Böse´ der Naturvölker, bemessen nach dem Seligkeitsglauben, in: Zeitschrift für Missionskunde und Religionswissenschaft, 14, 1899: 321-336 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 43-89; Die englische Weltherrschaft, in: Beiträge zur Kolonialpolitik und Kolonialwissenschaft, Heft 7, 1899: 214-216; Ideen über die Entwicklung der primitiven Weltanschauung, in: Archiv für Religionswissenschaft, 2, 1899 (Wiederabdruck unter dem Titel: Gedanken über die Entwicklung der primitiven Weltanschauung, in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 91-126; Die Steinbeilkulturen Oceaniens, in: Mutter Erde, 3, 1899: 14, 33, 41, 83, 10, 329, 344; Alt-Ägyptische Kunst, in: ebd.: 304f.; Die Amerikaner, in: ebd.: 486-488; Die Mentawej-Insulaner, in: ebd.: 250-254; Über Trommeln, in: ebd.; Rezension von: Haberlandt, Michael: Völkerkunde, Leipzig 1898, in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 45, 1899; Rezension von: Plehn, Rudolf: Beiträge zur Völkerkunde des Togo-Gebiets, Halle 1898, in: ebd.; Rezension von: Borrows, Guy: The land of the Pigmies, London 1898, in: ebd.; Rezension von: Biró, Ludwig: Beschreibender Katalog der ethnographischen Sammlung aus Deutsch-Neuguinea (Berlinhafen), Budapest 1899, in: ebd.; Rezension von: Parkinson, Richard: Zur Ethnographie der nordwestlchen Salomo-Inseln, Berlin 1899, in: ebd.; Die Mathematik der Oceanier, Berlin 1900 (Wiederabdruck in: Die Probleme der Kultur, 1901, weiter in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925: 41-107; Die Schilde der Oceanier, Berlin 1900 (Wiederabdruck in: Die Probleme der Kultur, 1901, weiter in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925, 109-190); Die Zukunft Englands, in: Freie Worte, Sammlung moderner Flugschriften, Minden 1900; Die Kulturformen Ozeaniens, in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 1900: 204, 234, 262; Die Kulturformen Ozeaniens, in: Das Magazin für Literatur, 1900: 606, 626, 658; Das Erfinden, in: Die Gesellschaft, 3, 1900: 133-144; Gutenberg, in: Socialistische Monatshefte, 4 (6), 1900: 403-406; Hausbau und Dorfanlage bei den Eingeborenen Nord-Sumatras, in: Mutter Erde, 4, 1900: 92, 225; Die Totenbestattung, in: ebd.: 43, 209, 315; Koloniales aus den Philippinen, in: ebd.: 341-344; Kultur- und Naturvölker, in: ebd.: 373-375; 388-392; Malajonigritische Kultur, in: ebd.: 479; Rezension von: Bücher, Karl: Arbeit und Rhythmus, Leipzig 1899², in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 46, 1900; Die Bogen der Oceanier, Berlin 1901 (Wiederabdruck in: Die Probleme der Kultur, 1901, weiter in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925: 191-256); Aus den Flegeljahren der Menschheit. Bilder des Lebens, Treibens und Denkens der Wilden, Hannover 1901 (Engl. Übersetzung: The childhood of man: A popular account of the superstitions, manners, games, arts, ccupations, and folklore of primitive man, London 1909); Die Probleme der Kultur, Berlin 1901; Afrikanische Messer, in: Prometheus, 12, 1901: 753-759; Die Saiteninstrumente der Naturvölker, in: ebd.: 625-628, 648-652; Die reifere Menschheit. Bilder des Lebens, Treibens und Denkens der Halbkulturvölker, Hannover 1902; Weltgeschichte des Krieges, Hannover 1903; Hrsg.: Menschenjagden und Zweikämpfe, Jena 1903; Das Zeitalter des Sonnengottes. Bd. I, Berlin 1904 (Wiederabdruck der Seiten 3-55 unter dem Titel: Kulturformen und Kulturzeiten in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925: 291-394); Geographische Kulturkunde, Leipzig 1904 (Wiederabdruck der Seiten Vf. u. 441-450 in: Erlebte Erdteile, Bd. 2, 1925: 393-428); Diskussion zu den Vorträgen von Graebner, Fritz: Kulturkreise und Kulturschichten in Ozeanien u. Ankermann Bernhard: Kulturkreise und Kulturschichten in Afrika, in: Zeitschrift für Ethnologie, 37, 1905: 88-90; Forschungsreise in das Kasaigebiet I, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, 6, 1905:467-471; L´explorateur Frobenius dans la région du Kasaï in: Le Mouvement Géographique, XXII, 30, le 23 juillet 1905:357-360; Bericht aus Dima, in: Zeitschrift für Ethnologie, 37, 1905: 767-770; Bericht über die völkerkundlichen Forschungen vom 30. Mai bis 2. Dezember 1905, in: Zeitschrift für Ethnologie, 38, 1906:736-741; Forschungsreise in das Kasaigebiet II, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde, 7, 1906: 114-118; Forschungsreise in das Kasaigebiet III, in: ebd.: 426-431; Forschungsreise in das Kasaigebiet IV, in: ebd.: 493-497; Dans la région du Kasai, in: Le Mouvement Géographique, XXIII, 31, le 5 août 1906: 391-393; Die Landschaften des südlichen Kongobeckens, in: Grube, A.W.: Geographische Charakterbilder, Leipzig, 20.Aufl., 1907 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 171-192); Forschungsreise in das Kongo-Becken, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1907: 205f.; Ethnologische Ergebnisse der ersten Reisen der Deutschen Inner-Afrikanischen-Forschungs-Expedition, in: Zeitschrift für Ethnologie, 39, 1907: 311-333; Im Schatten des Kongostaates. Bericht über den Verlauf der 1. Reise der Diafe von 1904 bis 1906 über deren Forschungen und Beobachtungen auf geographischem und kolonialwirtschaftlichem Gebiet, Berlin 1907 (Wiederabdruck der Seiten 78-82, 100-108, 352-361 unter dem Titel: Kongoreise, in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925, 127-169); Kolonialwirtschaftliches aus dem Kongo-Kassai-Gebiet. Eigene Beobachtungen in: Mitteilungen der Geogr. Gesellschaft in Hamburg, 22, 1907 (Wiederabdruck unter dem Titel: Kolonialwirtschaftliches in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 193-252); Bericht über die Deutsche Innerafrikanische Forschungs-Expedition, in: Mitteilungen des Vereins für Erdkunde Leipzig, 1907:17; Forschungsreise in das Niger-Gebiet. Reisebericht, in: Zeitschrift für Ethnographie, Heft 5, Berlin 1908; Bericht über den Verlauf der Reisen durch Senegambien nach Liberia und zurück nach Bamako vom 13. Okt. 1907 bis zum 15. April 1908, in: Zeitschrift für Erdkunde zu Berlin, 1908: 427-431; Reisebericht, in: Zeitschrift für Ethnologie, 6, 1908: 799-803, 976, 978; Aus Timbuktu, in: Zeitschrift für Ethnologie, 1908:929; Bericht über den Verlauf der Reise von Bamako über Timbuktu nach Togo vom April bis Dezember 1908, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1909: 122-126; Reisebericht, in: Zeitschrift für Ethnologie, 1909: 262-266; Kulturgeographische Betrachtung Nordwest-Afrikas, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1909: 677-688 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 285-313); Vorläufige ethnographische Ergebnisse der Deutschen Innerafrikanischen Forschungsexpedition 1907-1909, in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 9, 1909; Ethnologische Ergebnisse der zweiten Reiseperiode der Deutschen Innerafrikanischen Forschungsexpedition, in: Zeitschrift für Ethnologie, 1909: 759-785; Kulturtypen aus dem Westsudan. Auszug aus den Ergebnissen der II. Diafe. Nebst einem Anhang über Kulturforschung in Afrika und Kulturzonen. (Ergänzungsheft zu Petermanns Geogr. Mitteilungen), Gotha 1910 (Wiederabdruck: der Seiten 110-115 unter dem Titel: Betrachtungsweisen reisender Naturforscher in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 335-347); Das schwarze Dekameron. Belege und Aktenstücke über Liebe, Witz und Heldentum in Innerafrika. Gesammelt von Leo Frobenius, Berlin 1910 (Spanische Ausgabe: El Decamerón negro, Madrid 1925; Teilabdrucke: Der Held Gossi, in: Das Lagerfeuer, Berlin 1930: 17-28; Samba Kulung se hace caballero, in: Revista de Occidente, 1, Madrid 1923: 309-311; Le vaillant gossi, in: Cahiers du Sud, 14, 1936: 305-317); Auf dem Wege nach Atlantis, Berlin 1911 (Wiederabdruck der Seiten 50-58 u. 219-223 unter dem Titel Nigerreise, in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 255-283, Wiederabdruck der Seiten 389-396 unter dem Titel Atlasländer [dritte Reise] in Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 315-334, Auszug: span. in: Revista de Occidente, Bd. I, Madrid 1923); Der Weg nach Atlantis, in: Hamburger Nachrichten 9.5.1911; Die Nachkommen des alten Atlantis, in: Frankfurter Zeitung 27.5.1911; Der Kampf um die Atlantis, in: Berliner Tageblatt 31.5.1911; Auf der Schwelle von Atlantis, in: Berliner Tageblatt 6.5.1911; Entdeckung von Atlantis, in: Tägl. Rundschau 2.2.1911; Von Atlantis nach Aethiopien, in: Jahrbuch des Städt. Museums für Völkerkunde zu Leipzig, 5, 1911/12: 173; Alte und junge afrikanische Kunst, in: Die Kunstwelt, 2 (2), 1912: 97-114; Gibt es geschichtliche Urkunden in Afrika?, in: Vossische Zeitung, 3.9.1912; W. Wundt und wir, in: Berliner Tageblatt 12.8.1912; Die Möglichkeit einer Deutsch-Inner-Afrikanischen Luftflottenstation. Unter Mitwirkung von v. Deutz und Ing. A. Martius, Berlin 1913; Und Afrika sprach...Bericht über den Verlauf der 3. Reiseperiode der D.I.A.F.E. in den Jahren 1910-1912, Berlin-Charlottenburg 1913 (Engl. Ausgabe: The Voice of Africa, 2 Bde., Bd. 3 ist nahezu vollständig weggefallen, London 1913); Und Afrika sprach...Wissenschaftlich erweiterte Ausgabe des Berichts über den Verlauf der dritten Reiseperiode der D.I.A.F.E. in den Jahren 1910-1912, 3 Bde., Berlin-Charlottenburg 1912-13; Bd. 1: Auf den Trümmern des klassischen Atlantis; Bd. 2: An der Schwelle des verehrungswürdigen Byzanz; Bd. 3: Unter den unsträflichen Äthiopen; Schwarze Seelen. Afrikanisches Tag- und Nachtleben. Neue Erzählungen gesammelt von Leo Frobenius, Berlin 1913; Spiele und Tänze in Innerafrika, in: Das Wissen, 7, 1913: 171-173; Der afrikanische Gott, in: Der Greif, .Cottasche Monatsschrift, 1, 1913/14: 177-188 (Wiederabdruck in: Erlebte Erdteile, Bd. 3, 1925: 417-446); Der kleinafrikanische Grabbau. Einzelbericht aus dem Arbeitsergebnis der 4. Reiseperiode der Deutschen Inner-Afrikanischen Forschungs-Expedition, in: Prähistorische Zeitschrift, 1916: 1-84; Verlauf der vierten Reiseperiode der Deutschen Inner-Afrikanischen Forschungsexpediton, in: Petermanns Geogr. Mitteilungen, 62, 1916: 12-16, 58-61, 98-100; Zu Zweit auf Forschungsreisen, in:Neu-Deutschlands Frauen, 1916: 4-8; Sudan contra England?, in: III. Kriegszeitung, 1916, Nr. 96; Barbarentreue am Kongo, in: Ueber Land und Meer, 1916: 748-750; Wanderung zu afrikanischen Kulturstätten, in: Weser-Zeitung, Bremen, 18.11.1916; Eine kabylische Volkserzählung, in: Festschrift Eduard Hahn, Stuttgart 1917:308-317 (Vorabdruck aus: Atlantis, Bd. 2, 1922: 216f.); Der Völkerzirkus unserer Feinde (Vorwort), Berlin 1917: 3-14; Deutschlands Gegner im Weltkrieg (Vorwort u. Begleittexte zu Bildtafeln), Berlin 1917: I-X; Unsere farbigen Gefangenen, in: Vossische Zeitung, 2.5.1917; Paideuma. Umrisse einer Kultur- und Seelenlehre, München 1921 (1928², 1953³); Atlantis, Volksmärchen und Volksdichtungen Afrikas, Jena 1921ff.; Band 1: Volksmärchen der Kabylen: Weisheit, 1921; Band 2: Volksmärchen der Kabylen: Das Ungeheuerliche, 1922; Band 3: Volksmärchen der Kabylen: Das Fabelhafte, 1921; Band 4: Märchen aus Kordofan, 1923; Band 5: Dichten und Denken im Sudan, 1925; Band 6: Spielmannsgeschichten der Sahel, 1921; Band 7: Dämonen des Sudans, 1924; Band 8: Erzählungen aus dem Westsudan, 1922; Band 9: Volkserzählungen und Volksdichtungen aus dem Zentralsudan, 1926; Band 10: Die atlantische Götterlehre, 1926; Band 11: Volksdichtungen aus Oberguinea, 1924; Band 12: Dichtkunst der Kassaiden, 1928; Terrakotten aus Ife, in: Feuer, 3, Weimar 1921: 26; Gassires Laute, in: Feuer, 3, Weimar 1921: Heft 1; Samba Gana, in: ebd.; Karten als Sinnbilder der Kulturbewegung. Einführung in den Atlas Africanus, München 1921; Hrsg. Frobenius, Leo u. Ritter v. Wilm: Atlas Africanus. Belege zur Morphologie der afrikanischen Kulturen. Heft 1: Einführung. Stoffe der Tracht. Bett und Haus. Blick und Blut. Gebläse. Die Bewegung der hamitischen Kultur, München 1921; Heft 2: Gewandung. Der König ein Gott. Schmied und Gesellschaft. Speicher zur Nahrung. Die süderythräische Kultur. Die syrtische Kultur, München 1922; Heft 3: Reife des Mannes. Schlangenkultus. Werden und Wesen der Lanze. Wasser und Weg. Niederer und erhabener Sitz. Die norderythräische Kultur, München 1922; Heft 4-7: Morphologie des afrikanischen Bogengeräts, Berlin 1929 (Sonderdruck Berlin/Leipzig 1930, engl. Edition Berlin/Leipzig 1932); Heft 8: Alkohol. Die äthiopische Kultur. Die atlantische Kultur, Berlin 1931; Kulturmorphologie, in: Berliner Tageblatt 13.12.1922; Der Nabel der Erde, in: Frobenius, Leo u Ritter v. Wilm (Hrsg.): Zeiten und Völker, 19, 1923: 225-230; Das sterbende Afrika (1. Band), München 1923; Vom Kulturreich des Festlandes. Dokumente zur Kulturphysiognomik, München 1923; Afrikanisches Heldentum. Forscher, Völker und Kulturen eines Erdteils, 6 Bde., unter Mitarbeit von Frobenius, Leo, Stuttgart 1923; Das unbekannte Afrika. Aufhellung der Schicksale eines Erdteils, München 1923; Die jüngste Atlantis. Schatzkammer von Rapa-Nui (Osterinsel), in: Allgemeine Zeitung München, 26.11.1923; Der Nabel der Erde, in: Zeiten und Völker, 19, Stuttgart 1923: 225-230; La Cultura de Atlantida, in: Revista de Occidente, 1, Madrid 1923: 289-318; Der Kopf als Schicksal, München 1924 (Teilabdruck: Trois Femmes d´Afrique, in: Cahiers du Sud, Marseille, 25, 601-625); Kultur als deutsches Schicksal, in: Münchner Neueste Nachrichten, 29.6.1924; Hadschra Maktuba. Urzeitliche Felsbilder Kleinafrikas. Zusammen mit Obermaier H., München 1925; Erlebte Erdteile,. Ergebnisse eines deutschen Forscherlebens, Frankfurt am Main 1925ff; Band 1: Ausfahrt: Von der Völkerkunde zum Kulturproblem, 1925; Band 2: Erschlossene Räume: Das Problem Ozeanien, 1925; Band 3: Vom Schreibtisch zum Äquator: Planmäßige Durchwanderung Afrikas, 1925; Band 4: Paideuma: Umrisse einer Kultur- und Seelenlehre. 1928² [1.Aufl. 1921]; Band 5: Das sterbende Afrika: Die Seele eines Erdteils, 1928; Band 6: Monumenta Africana: Der Geist eines Erdteils, 1929 (Weimar 1938²); Band 7: Monumenta Terrarum: Der Geist über den Erdteilen, 1929; Ehe und Mutterrecht, in: Keyserling, Graf Hermann (Hrsg.): Ehe-Buch, Celle 1925; Arbeit und Schmuck, in: Deutscher Hausschatz, 50, Regensburg 1925:299; Die deutsche Kultur im Raum, in: Almanach des Kurt Wolff Verlages, München 1925; Die Entelechie der deutschen Presse, in: Deutsche Gedanken aus der Ostmark. Festschrift zur 31. Hauptversammung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Königsberg 1925: 42f.; Gassires Laute, Hamburg 1925; Georg Schweinfurth, ein Letzter, in: Frankfurter Zeitung 10.10.1925; Der Sinn der Kulturkreislehre, in: Vox Studentium, 3, Genf 1926: 5f.; Kulturforschung, in: Jahrbuch der Frankfurter Bürgerschaft, 2, 1926: 79-83; Rezension von: Rasmussen, Knud: Thulefahrt, Frankfurt 1926, in: Frankfurter Zeitung 12.12.1926; Die Predigt eines Märchenerzählers, in: Deutsche Rundschau, 53, 1927: 118-128; Erdenschicksal und Kulturwerden, in: Graf Hermann Keyserling (Hrsg.), Mensch und Erde, Darmstadt 1927: 139-160; Kulturattachés, in: europäische Revue, 3, Leipzig 1927/28: 561-570; Recht und Gesetz. Eine Märchenpredigt aus Nubien, in: Zeitwende, 4, München 1928: 410-427; Early African Culture as an Indication of Present Negro Potentialities, in: The Annals, American Academy of Political and Social Sciences, 140, Philadephia 1928: 153-165; Aufgaben der 9. Forschungsreise nach Afrika, in: Frankfurter Zeitung 20.7.1928; Afrikanischer Tanz, in: Rheinisch-Westfälische Zeitung, Essen, 8.8.1928; Auf den Spuren alter Menschheitskultur, in: Frankfurter Nachrichten 2.12.1928; Geleitwort zu: Zabel, Rudolf: Das heimliche Volk. Erlebnisse eines Forschungsreisenden am Lagerfeuer und vor den Höhlen des Urvolkes der Tarahumare-Indianer, Berlin 1928: 15-23; La signification et la tâche des Musées ethnographiques, in: Mousaion, Paris 1929: 1-13; Südafrikanische Felsbilder, in: Atlantis, Berlin 1929: 308-313; L´art de la silhoette, in: Cahiers d`Art, 4, Paris 1929: 397-401; Mystery of South Africa´s prehistoric art: newly discovered rock-drawings of divergent style - the problem of their age and affinities, in: III. London News, 175, 1929:333; Prehistoric Art in South-Africa: `The Kings´s Monuments´ a unique series of rock-drawings recently discovered in South Rhodesia, in: III. London News, 176, 1930: 338; Meine neunte Deutsche Inner-Afrikanische Forschungsexpedition 1928-1930, in: Die Umschau, Frankfurt/M., 34, 1930: 1030, 1035, 1931: 9, 52, 93, 134, 170; Die Expedition von 1928-30 (9. Diafe zur Mehrung des Afrika-Archivs), in: Mitteilungen des Forschungsinstitutes für Kulturmorphologie, Heft 5-9, Frankfurt/M. 1930: 87; Allgemeines über Felsbilder Südafrikas, in: ebd.: 88; Bilder großer Vergangenheit, in: Hochschule und Ausland, 8, 1930: 1-16; Licht im dunklen Erdteil, in: Atlantis, Berlin, Zürich 1930: 631-637; L´art africain, in: Cahiers d´Art, 5, Paris 1930: 395-436; Les fresques rupestres découvertes en Afrque du Sud, in: Les Beaux-Arts, Paris 26.12.1930; Dessins rupestres du sud de la Rhodésie, in: Documents. 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Der Erdball im Wandel der Weltanschauung, in: Der Erdball, Berlin 1931: 81-85; Die Kunst Afrikas, in: ebd.: 85-114; Ein Märchen und eine Mythe, in: ebd.: 114-119; Anfänge der Schiffahrt, in: ebd.: 361-368; Des Menschen Schicksal auf dieser Erde, in: ebd.; Azume und Ghazije, in: Der Erdball, ebd.: 452-454; Kulturkreislehre und Kulturmorphologie, in: Rhein-Mainische Volkszeitung, 23.10.1931; Madsimu Dsangara. Südafrikanische Felsbilderchronik, 2 Bände, Berlin/Zürich 1932; Südostafrikanische Märchen, in: Festschrift und L. Jahresbericht 1931-1932 des Württ. Vereins für Handelsgeographie E. V., Museum für Länder und Völkerkunde, Linden-Museum, Stuttgart 1932: 47-70; Kulturwende, in: Der Erdball, 6, 1932: 1-5; Mensch und Maske, in: ebd.: 41-45; Das schwarze Afrika 1932, in: Die Woche, Berlin, 16. Januar 1932; Vor 10000 Jahren gezeichnet, in: Berliner III. Zeitung, 1932: 1494-1497; Literaturbericht zur Völkerkunde, in: Frankfurter Zeitung, 24.4.1932; 10. 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Nov. 1932; Kulturgeschichte Afrikas, Prolegomena zu einer Historischen Gestaltlehre, Zürich 1933 [Wien 1954²] (Französische Ausgabe: Histoire die la Civilisation Africaine, Paris ca. 1936 [Paris 1952³], Nachdruck unter dem Titel La Civilisation africaine, Monaco 1987); Afrika in hundert Jahren, in: Die Woche, 18. März 1933; Das deutsche Kulturbewußtsein, in: Deutsche Allgemeine Zeitung, 19. und 26. März, 1933; Einführung in die Felsbilderwerke von Fezzan, in: Beiblatt 3 der Mitteilungen des Forschungsinstituts für Kulturmorphologie, Frankfurt/M. 1933; Die Erschließung einer in der Wüste verschollenen Altkultur, in: Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur, 106. Bericht, 1933: 168; Graphimes préhistoriques du Sahara (Habeter et Fezzan), in: Art et Décoration, 62, Paris 1933: 109-116; L´art préhistorique dans le désert libyque; in: L´Illustration, Paris, 14. 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Michael Spöttel

Literaturergänzung:

1986

Fritz W. Kramer, Die Aktualität d. Exotischen. Der Fall d. "Kulturmorphologie" von F. u. Jensen, in: Die Restauration der Götter. Antike Religion u. Neo-Paganismus. Hrsg. von Richard Faber u. Renate Schlesier. Würzburg 1986, S. 258-270.

Letzte Änderung: 05.12.2008