Die GEFÄHRTEN des JUSTINUS: Märtyrer, gest. 165 in Rom, Fest: 1.6. - Zusammen mit dem Philosophen Justinus wurden am selben Tag in Rom unter Marcus Aurelius Antoninus folgende Christen verhaftet: Chariton, Charito, Euelpistos, Hierax, Paion und Liberianus. Sie wurden dem Stadtpräfekten von Rom, der Rusticus hieß, vorgeführt. Dieser Rusticus war laut den antiken Quellen während der Jahre 163-167 im Amte. - Die Gefährten des Justinus, mehrere Männer und eine Frau, hatten bei diesem Philosophen zuvor "Förderung im Glauben gefunden". (Hugo Rahner). - Bemerkenswert ist es, mit welchen Worten diese Gefährten ihrem christlichen Glauben vor Rusticus bekannten. - Chariton sagte: "Ich bin ein Christ. Gott will es!", Charito hingegen bekannte: "Ich bin eine Christin, mit Gottes Gnade!", Euelpistos, der ein Sklave aus dem kaiserlichen Hausgesinde gewesen ist, antwortete auf die Frage des Rusticus: "Und was bist denn du?": "Auch ich bin ein Christ. Von Christus bin ich zum Freigelassenen gemacht worden, und dank der Gnade Christi nehme ich teil an der Hoffnung der anderen!" - Hierax bekannte: "Jawohl. Ich bin ein Christ. Anbetend verehre ich den gleichen Gott wie die übrigen!" Darauf fragte Rusticus: "Hat euch denn dieser Justinus zu Christen gemacht?" und Hierax entgegnete: "Nein, ich war von Jugend an Christ und werde es immer bleiben." - Paion, der neben Hierax stand, bekannte nun: "Auch ich bin ein Christ!", Rusticus sagte zu ihm: "Wer hat dir das eigentlich beigebracht?" Darauf Paion: "Von den Eltern haben wir dieses schöne Bekenntnis gelernt." - Euelpistos fügte dazu: "Wohl bin ich mit Freuden dem Unterricht des Justinus gefolgt. Aber auch ich habe es bereits von meinen Eltern gelernt, ein Christ zu sein." Rusticus fragte weiter: "Wo wohnen deine Eltern?" - und Euelpistos: "In Kappadokien." Dann wandte sich Rusticus an Hierax: "Und wo wohnen deine Eltern?" Hierax: "Unser wahrer Vater ist Christus, und der Glaube an ihn ist unsere Mutter. Meine irdischen Eltern aber sind schon gestorben. Mich hat man mit Gewalt von Ikonium in Phrygien weggeschleppt, und so kam ich hier nach Rom." - Liberianus schließlich antwortete auf die Frage des Rusticus: "Und was hast du auszusagen? Bist auch du ein Christ und somit Feind unserer Religion?": "Auch ich bin ein Christ. Ich fürchte und bete an einzig den einen, wahren Gott." - Schließlich riefen alle Gefährten den Drohungen des Stadtpräfekten zum Trotz: "Tu, was du willst. Wir sind Christen, und den Götzenbildern opfern wir nicht!" - Dann heißt es in den Gerichtsakten: "Da verkündete der Stadtpräfekt das Endurteil... Sie sind zur Enthauptung verurteilt, wie das Gesetz es vorschreibt. Da stimmten die heiligen Blutzeugen ein Loblied an auf Gott und ging hinaus zur hergebrachten Richtstätte. Dort wurden sie enthauptet. So vollendeten sie ihr Blutzeugnis in einmütigem Bekenntnis des Erlösers. Ein paar Gläubige konnten sich heimlich ihrer Leichname bemächtigen und begruben sie an einem würdigen Ort".
Lit.: MartRom (Ed. 2001) 298; - H. Rahner: Die Märtyrerakten des Zweiten Jahrhunderts, Zeugen des Wortes 32, 49-54, Freiburg i. Br. 1941.