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Band II (1990)Spalte 206-207 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

GENOVEFA (franz.: Geneviève), Heilige, Patronin von Paris, um 422 in Nanterre bei Paris, † 3.1. um 502 in Paris. - Die Legende berichtet: G. wurde mit 15 Jahren Nonne und führte ein vielfach durch Wunder ausgezeichnetes Leben der Buße und des Gebets. Durch ihre Fürbitte blieb beim Hunneneinfall des Attila 451 Paris vor der Zerstörung bewahrt. G. erbaute die Kirche Saint-Denis bei Paris zu Ehren des hl. Dionysius von Paris (s. d.). Über ihrem Grab wurde 1759-90 die Kirche Sainte-Geneviève erbaut, die aber 1791 zum Panthéon als Begräbnisstätte großer Männner der französischen Nation umgewandelt wurde. Ihre Reliquien wurden 1793 öffentlich verbrannt. - Im Mittelalter war G. die volkstümlichste Heilige Frankreichs. Mittelpunkt ihrer Verehrung ist jetzt die Kirche Saint-Étienne-du-Mont in Paris und ihr Fest der 3. Januar. Der historische Wert ihrer in drei Hauptrezensionen erhaltenen Vita ist äußerst stark umstritten.

Lit.: C. Kohler, Étude critique sur le texte de la vie latine de Ste. G., in: Bibliothèque de l'école des Hautes Études 48, 1881, 5 ff.; - Henri Lesêtre, Les saints, Paris 1899 (193018); - Carl Albrecht Bernoulli, Die Hll. der Merowinger, 1900, 191. 216; - Karl Künstle, Vita sanctae Genovefa virginis, Parisiorum patronae, Paris 1910; - G. Kurth, Étude critique sur la vie de Ste. G., in: RHE 14, 1913, 5-80; - A. D. Sertillanges, Ste. G., Paris 1917; - Elphegius Vacandard, Études de critique et d'histoire religieuse, ebd. 1923, 67 ff. 255 ff.; - Madame Reynès-Monlaur, Ste. G., ebd. 1924; - Ch. Bauvais, Ste. G., Marseille 1930; - Franz Maria Stratmann, Die Hll. u. der Staat IV, 1952, 65 ff.; - N. Jacquin, Ste. G., ses images et son culte, Paris 1952; - C. Giteau, Ste. G. dans I'art parisien du Moyen âge, ebd. 1953; - Bulletin de littérature ecclésiastique 56, Toulouse 1955, 10 ff. 16 f. 21 f.; - Wilhelm Hünermann, Der endlose Chor. Ein Buch v. den Hil. f. das christi. Haus, 19608, 2 ff.; - M. Barth, Der Kult der hl. G. (v. Paris) im dt. Sprachraum, in: FreibDiözArch 84, 1964, 213 ff.; - BS VI, 157 ff.; - Wimmer3 236 f.; - Torsy 182; - Künstle 261 ff.; - Braun 280 ff.; - Réau III, 563 ff.; - AS Jan. I, 137 ff.; - MG SS rer. Merov. III, 204 ff.; - MarlHier 24; - DACL VI, 960 ff.; - VSB I, 53 ff.; - Catholicisme IV, 1829 ff.; - EC VI, 26 f.; - LThK IV, 679; - NCE VI, 331 f.; - ODCC2 555; - RGG II, 1389 f.

Friedrich Wilhelm Bautz

Literaturergänzung:

1988

Walter Berschin, Biographie u. Epochenstil im lat. Mittelalter. Bd. 2. Stuttgart 1988, S. 8-25.

Letzte Änderung: 21.01.2009