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Band II (1990)Spalte 234 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

GESENIUS, Wilhelm, Theologe und Orientalist, * 3.2. 1786 in Nordhausen als Sohn eines Arztes, † 23.10. 1842 in Halle (Saale). - G. studierte in Helmstedt Theologie als Schüler des Rationalisten Heinrich Philipp Henke (s. d.) und widmete sich auch eifrig klassischen und semitischen Sprachstudien. Er wurde Ostern 1806 in Göttingen, wo Johann Gottfried Eichhorn (s. d.) als Orientalist sein Lehrer war, theologischer Repetent und im Herbst 1806 Privatdozent. Da er keine Aussicht auf baldige Beförderung hatte, ging G. 1809 als Professor an das katholische Gymnasium in Heiligenstadt. 1810 wurde er ao. und 1811 o. Professor für Altes Testament an der Universität in Halle, der er trotz ehrenvoller Rufe treu blieb. - G. war der Bahnbrecher einer neuen Ära der hebräischen Sprachforschung. Lexikographie und Grammatik waren seine Hauptarbeitsgebiete.

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Werke: Hebr-dt. Hdwb. über die Schrr. des AT, 1810-12 (ab 188610 u. d. T.: Hebr. u. aram. Hdwb. über das AT; 189512 bis 192121 bearb. v. Frants Buhl; Neudr. bis 1959); Hebr. Grammatik, 1813 (14-21. Aufl. v. Emil Rödiger, 22.-28. Aufl. v. Emil Kautzsch zuletzt in 29. Aufl. v. Gotthelf Bergsträßer bearb.: 1. TI. 1918; 2. TI. 1929; in viele Fremdsprachen übers.); Thesaurus philologicus criticus linguae hebraeae et chaldasse Veteris Testsmenti, I, 1828; II, 1839; III/1, 1842; III/2, 1853; Indices, 1858 (die 2 letzten Bde. hrsg. v. Emil Rödiger; das Standardwerk der hebr. Lexikogr.); Der Prophet Jes, 1820/21 (das einzige exeget. Werk v. G., theol. stark rationalist., aber noch heute wertvoll durch seine philolog. u. archäolog. Notizen).

Lit.: Robert Haym, G. Eine Erinnerung f. seine Freunde, 1842 (anonym); - Hermann Gesenius, W. G. Ein Erinnerungsbl. an den 100j. Geb. (3 ausführl. Nekrologe), 1886; - Thomas Cheyne, Founders of Old Testament Criticism, 1893, 53 ff.; - K. Benkenstein, W G., in: Festschr. z. 400 J.feier des Gymn. zu Nordhausen, 1924, 128 ff.; - Edward Fred Miller, The influence of G. on Hebrew Lexicographv, New York 1927; - Otto Eißfeldt, W. G. als Archäologe, in: FF 18, 1942, 297 ff.; - Ders., W. G. u. die Palästinawiss., in: ZDPV 65. 1942, 105 ff.; - Ders., W. G., in: 250 J. Univ. Halle, 1944, 88 ff.; - Ders., Von den Anfängen der phön. Epigraphik. Nach einem bisher unveröff. Brief v. W. G., 1948; - Kraus 151 f.; - ADB IX, 89 ff.; - NDB VI, 340 f.; - DB III, 215 ff.; - RE VI, 624 ff.; - RGG II, 1511; - LThK IV, 814 - NCE VI, 454; - ODCC2 563.

Friedrich Wilhelm Bautz

Werkeergänzung:

1987

Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über d. Alte Testament. Begonnen von Rudolf Meyer. Unter verantw. Mitarb. von Udo Rüterswörden bearb. u. hrsg. von Herbert Donner. 18. Aufl. Berlin Lfg. 1.1987ff.

Literaturergänzung:

2008

Udo Rüterswörden, W.G. als Theologe, in: Kontexte. Neukirchen-Vluyn 2008, S. 99-113.

Letzte Änderung: 09.04.2011