GEZELIN (Gozelin): Zisterzienser-Laienbruder, Hirte, geb. 11. Jh. gest. 29.7. 1149 in Alkenrath, Fest: 6.8. - Die teilweise legendarische Überlieferung läßt trotzdem einige ganz eindeutige historisch echte Züge an ihm erkennen: Er war wohl zunächst Zisterzienser-Laienbruder und kam 1135 nach Altenberg. Bis zu seinem Tode war er nun Schafhirte auf dem Abteigut Alkenrath. Schon zu seinen Lebzeiten sollen sich Wunder um seine Person ereignet haben. Angeblich soll bei einer großen Dürre auf sein Gebet hin eine Quelle entsprungen sein. Auf eigenen Wunsch wohl wurde er unter der Dachtraufe der Kirche von Schlebusch (Leverkusen-Schlehbuschrath) beigesetzt. Seit 1814 sind Reliquien in der dortigen Pfarrkirche St. Andreas. Jetzt noch kommen Pilger zu der Quelle bei der Gezelin-Kapelle, um Wasser zu trinken oder von dort mitzunehmen. Er wird angerufen bei Augenleiden, Kinderkrankheiten und wird um Kindersegen gebeten. Jedes Jahr beginnt am Sonntag nach dem Fronleichnamsfest eine Festwoche zu seinen Ehren. In der Kunst wird er dargestellt als Einsiedler, mit Schafen und Brunnen. Bedeutsam ist auch seine Anrufung gegen Epilepsi bei Kindern.
Lit.: LThK
2 Bd. 4, Sp. 878 (A. Heintz); - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 223; - ActaSS Aug. II (1867) 172 f.; - A. Schütte: Handbuch der Deutschen Heiligen, Köln 1941, 143; - J. Torsy: Lexikon der Deutschen Heiligen, Köln 1959, 193; - Zimmermann II, 544; - P. Opladen: Geschichte der Pfarre... Leverkusen-Schlehbusch l952, 79-88; - LThK
3 Bd. 4, Sp. 636 (D. Froitzheim); - D. Froitzheim: Auf den Spuren des hl. G.; - Niederwupper, Hist.Beitr., H. 14, Leverkusen 1994, 41-50 (Lit.).
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
1986
Erich Läufer, G. - der Selige aus d. Dhüntal. Moers 1986.
Letzte Änderung: 09.04.2011