GISO, Bischof von Köln, Abt des Bonner St. Cassiusstifts, † nach 694, vermtl. 711. Das Leben Abt G.s liegt weitgehend im Dunkeln. Über seine Geburt und Herkunft ist nichts bekannt. Ins Licht der Geschichte tritt er erst durch eine Urkunde des Bonner Stifts St. Cassius und Florentius aus dem Jahre 691. In dieser ältesten Urkunde des Stifts wird G. als Oberhaupt ("diaconus et abbas") der Märtyrerkirche ("basilica ss. [sanctorum] Cassii et Florentii") bezeichnet. G. stand einem Betreuungsstab von Klerikern vor, den das Stift gebildet hatte, um dem Pilgerstrom Herr zu werden, der wegen des zunehmenden Bekanntheitsgrades der Grabstätte der Heiligen Cassius und Florentius nach Bonn kam. Damit ist G. der erste uns bekannte Abt des St. Cassiusstifts. 692 erlangte G. die Bischofswürde von Köln. Sein Amt füllte er bis zu seinem Tod aus, der wahrscheinlich in das Jahr 711 fiel. Seine Ruhestätte fand G. in St. Severin in Köln.
Lit.: Wilhelm Levison, Die Bonner Urkunden des frühen Mittelalters, in: Bonner Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande und des Rheinischen Provinzialmuseums in Bonn, Heft 136/137, Bonn und Darmstadt 1932; - Josef Niesen, Bonner Personenlexikon,, 2. Aufl., Bonn 2008.
Josef Niesen
Letzte Änderung: 09.04.2011