GOBAT, Samuel, Missionar, * 26.1. 1799 in Crémines (Kt. Bern), † 11.5. 1879 in Jerusalem. - G. trat
1820 in das Basler Missionshaus ein und studierte
1823/24 in Paris die arabische Sprache. 1826 wurde er
von der »englischen Kirchenmission« ausgesandt und
arbeitete in Kairo, 1829-32 in Abessinien und nach
seiner Hochzeit mit Maria, Tochter des Inspektors
Christian Heinrich Zeller (s. d.) in Beuggen bei Basel,
1834-36 wiederum in Abessinien. G. stand dann in
der Heimat im Dienst der Mission, soweit es sein geschwächter Gesundheitszustand zuließ. Er wurde 1839
nach Malta gesandt, um von dort aus Missionsreisen
durchzuführen und den Druck der amharischen Bibel
zu überwachen. G. kehrte 1843 in die Schweiz zurück
und übernahm später die Leitung einer evangelischen
Erziehungsanstalt auf Malta. Friedrich Wilhelm IV.
von Preußen ernannte ihn 1846 zum evangelischen
Bischof in Jerusalem als Nachfolger des anglikanischen
Bischofs Michael Salomo Alexander (s. d.). G. sammelte Gemeinden, richtete Schulen ein und gründete
Krankenhäuser in Jerusalem, Jaffa, Bethlehem, Nabus
und Nazareth.
Lit.: Heinrich Thiersch, S. G., 1884; - Th. Schölly, S. G. Ein
Lb., Basel 1900; - Alfred Krafft, Ein ev. Bisch. im Hl. Lande.
Lb. des Bisch. S. G., 1928; - Hans Huppenbauer, Dem Mutigen
hilft Gott. Aus dem Leben v. S. G., Basel 1942; - Friedrich
Schick, S. G., der Blech. v. Jerusalem, 1958; - Karl Heinrich
Rengstorf, Der Brief des Blech. S. G. v. J. an den Kaiser Theodoros II. v. Äthiopien v. 28.11.1865, in: OrChr 48, 1964, 221
ff.