HADRIAN und Gefährten: hl. Märtyrer, gest. um 305 in Nikomedien. Fest: 8.9. - Das Martyrologium Hieronymianum nennt am 4. März den hl. H. mit 23 Gefährten und als Ort des Martyriums Nikomedeia. Nach der legendarischen lateinischen wie griechischen Passio war H. Offizier im kaiserlichen Heer. Das Bekenntnis von 23 Gläubigen hat ihn für den Glauben an Christus gewonnen. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Maximian starb er den Martertod. Unter dem 26. August wird ebenfalls von einem H. berichtet, der unter Licinius gemartert worden sein soll. (BHG3 26). Es ist nicht klar, ob es sich dabei um denselben Hadrian handelt. Papst Honorius I. (625-638) hat den Sitzungssaal des Senates am Forum Romanum in eine Kirche umwandeln lassen und sie dem hl. H. geweiht. Dieses Einweihungsfest wird am 8. September gehalten. H. wird in der Kunst dargestellt in ritterlichem Gewande mit Amboß, Blei und Hand. Er ist Patron der Boten, Bierbrauer, Schmiede, Gefängniswärter und Soldaten. Er wird auch angerufen gegen eheliche Unfruchtbarkeit und Pest. - Schon bald nach der Überführung seiner Reliquien nach Byzanz setzte eine starke Verehrung ein. Im 7. Jh. wurden Reliquien nach Rom übertragen. Im 12. Jh. verbreitete sich der Kult auch in Nordfrankreich und in den Niederlanden. In der Ostkirche ist der Gedenktag für H. der 26. August. Auch von seiner Frau Natalia geht immer wieder die Rede. Sie soll nach dessen Tod die Gebeine nach Byzanz übertragen haben. H. ist seit dem 14. Jh. Pestheiliger, auch Patron von Lissabon.
Lit.: LThK
2 Bd. 4, Sp. 1311 (B. Kötting); - BHL 3744 f.; - BHG
3 327 ff.; - Synaxarium CP 923 ff.; - Baudot-Chaussin VIII 496 f., IX 165 f.; - MartRom (Ed. 2001) 476; - J. Torsy-H. J. Kracht: Der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 2002, 277; - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 267; - V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 2001, 465; - LThK
3 Bd. 4, Sp. 1137 (M.-B. v. Stritzky); - BiblSS 1, 269 f.; - LChJ 5, 26 f.; - DPAC 1, 55.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011