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Band XV (1999)Spalten 693-694 Autor: Martin Persch

HAW, Johannes Maria, Ordensgründer, * 26.5. 1871 in Schweich (Mosel), † 28.10. 1949 in Leutesdorf (Rhein). - H. wurde in eine moselländische Landwirtsfamilie mit sieben Kindern hineingeboren und besuchte als Zögling des Trierer Konvikts das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, das er im Februar 1891 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Konabiturienten waren u. a. Nikolaus Bares, später Bischof von Hildesheim und Berlin, und Antonius Mönch, nachmaliger Weihbischof in Trier. Von 1891 bis 1895 studierte H. am Bischöflichen Priesterseminar in Trier Philosophie und katholische Theologie; am 30.3. 1895 wurde er zum Priester geweiht. Anschließend war er als Kaplan in Koblenz-Liebfrauen tätig, wurde am 8.10. 1897 zum Vikar in Holz und am 21.4. 1900 zum Pfarrer in Wintersdorf ernannt. Seit dem 9.7. 1906 amtierte er als Rektor des Hospitals in Trier. Am 17.4. 1909 wurde der sozial überaus engagierte H., der schon früh führend in der Antialkoholbewegung tätig war, für den Aufbau eines sozialkaritativen Apostolates freigestellt. Er nahm seinen Wohnsitz in Leutesdorf am Rhein, wo er 1919 den Johannesbund, als Initiative von Laien und Priestern zur Ausbreitung des Reiches Christi nach dem Vorbild Johannes des Täufers gedacht, gründete; ferner die Johannesschwestern sowie die Missionare vom hl. Johannes dem Täufer. Das von eucharistisch-marianischer Frömmigkeit geprägte Apostolat wirkte u. a. durch Exerzitien, Schriftumsmission und durch sozialkaritatives Engagement. Seit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft war H.s Apostolat, besonders wegen seiner in die Öffentlichkeit hinein wirkenden Publikationsorgane, bedroht, 1941 verboten, wurde aber nach dem Ende des Regimes dann wieder tatkräftig aufgebaut. Der Seligsprechungsprozeß für H. ist z. Zt. in Trier anhängig.

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Lit. (in Auswahl): Werner Schönhofen - Johannes Weber, J. M. Haw, in: Rheinische Lebensbilder 13 (1993) 277-295; - Zeitzeugen über Pater J. M. H., Leutesdorf 1993; - Johannes M. Weber, Für Christi Reich. Pater J. M. H. Lebensbild und Lebenswerk, Leutesdorf 1996; - LThK 3IV (1995) 1221 f. (Karl Suso Frank), V3 (1996) 981 (Joseph Schultheis).

Martin Persch

Literaturergänzung:

2009

Stephan Berghoff, Pater J.M.H. Sein Leben - sein Werk. 6. Aufl. Trier 2009.

Letzte Änderung: 09.04.2011