Verlag Traugott Bautz |
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HILARION von Gaza, Heiliger, Einsiedler, * 291 in Tabatha bei Gaza, † 371 in Zypern. - Alle Kenntnis von H. beruht auf der Biographie des Hieronymus (s.d.), der vom Leben des H. vor allem durch den Heiligen Epiphanius von Salamis erfahren hatte. Hieronymus stellt die legendarische Verklärung der Wundertaten des H. und dessen harte Askese in den Vordergrund seiner Lebensbeschreibung und sieht in ihm den Begründer des Einsiedler-Mönchtums in Palästina. Von seinen heidnischen Eltern wurde H. zum Studium nach Alexandria geschickt, wo er sich zum Christentum bekehrte und radikal allen Vergnügungen der Großstadt entsagte. Als er von dem Heiligen Antonius (s.d.) hörte, suchte er ihn in der Wüste auf und war einige Monate sein Schüler. H. beschloß, ebenfalls Einsiedler in seiner Heimat zu werden. Mit einigen Gleichgesinnten zog er nach dem Vorbild der ägyptischen Mönche um 307 in die Wüste bei Majuma und führte dort ein Büßerleben in äußerster Askese. Mit den Wundern und Heilungen, die er vollbrachte, nahm auch die Zahl der Schüler, der Hilfesuchenden und der Besucher zu. Darum zog H. um 356, dem Todesjahr des Antonius, wieder in die ägyptische Wüste, und als er hier ebenfalls wegen seiner Wundertaten großen Zulauf erhielt, wich er zunächst in eine Oase in der westlichen Wüste aus, ging dann nach Sizilien und von dort mit seinem Schüler Hesychios (s.d.) nach Epidauros in Dalmatien (Ragusa). Schließlich fand er an einem unzugänglichen Platz in Zypern für seine letzten Lebensjahre Ruhe vor dem Zulauf des Volkes. Hesychios soll den Leichnam nach Gaza gebracht haben, wo man später noch das Grab des H. zeigte.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1984
Ilona Opelt, Note al viaggio in Italia di S. Ilarione siro, in: Augustinianum 24.1984, S. 305-314; -
2005
Susan Weingarten The Saint's Saints: Hagiography and Geography in Jerome (Brill, Leiden, 2005); -
2010
Eleonora Bilancia, Il significato storico e politico della polemica contro la magia nella "Vita Hilarionis" di Girolamo, in: Sanctorum 7.2010, S. 155-171.
Letzte Änderung: 09.04.2011