HORN, Georg, Historiker, * 1620 in Kemnat/Oberpfalz † 10. November 1670 in Leiden. - Horn war der Sohn eines reformierten Inspektors und Superintendenten in Kemnat, der nach der Schlacht am Weißen Berg die Oberpfalz verlassen mußte und Zuflucht im heutigen Oberfranken fand. Nach dem Tod seiner Eltern besuchte er ab 1635 das Gymnasium in Nürnberg und studierte bereits zwei Jahre später an der Akademie in Altdorf, wo er theologische und medizinische Studien betrieb. Danach war er sieben Jahre lang Hauslehrer in den Niederlanden, zwei England und ging als Geschichtsschreiber nach Leiden. Dort erwarb er 1648 den Dr. theol. und wurde, nachdem er Rufe nach Frankfurt/Oder und Heidelberg ausgeschlagen hatte, noch im gleichen Jahr Professor der Geschichte, Politik und Geographie in Harderwijk. 1653 erhielt er die Professor für Geschichte in Leiden, wo er bis zu seinem Tod lebte. In der letzten Zeit seines Lebens war er geistesverwirrt. Er war der Verfasser eines lateinisch geschriebenen Lehrbuches der Universal- geschichte, das noch lange nach seinem Tode benutzt wurde.