Verlag Traugott Bautz |
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HUGEBURG von Heidenheim, Benediktiner-Nonne angelsächsischer Abstammung, * in England, † Ende des 8. Jahrhunderts vermutlich in Heidenheim. - H. erhielt eine Ausbildung in England, was für Frauen zu dieser Zeit sehr verbreitet war. Danach siedelte sie, etwa um 761, in das Missionsgebiet ihres Onkels, des Eichstätter Bischofs Willibald (s.d.). Dort lebte sie als Nonne in dem 751 vom Bruder ihres Onkels, Wynnebald (s.d.), gestifteten Doppelkloster Heidenheim. Der gemeinsame Vater dieser Brüder soll der englische König Richard gewesen sein. H.s Werke beschränken sich auf die Niederschrift der Biographien ihrer Onkel. Die "Vita Wlllibald" ist die bedeutendere von beiden, sie berichtet von seinen Pilgerfahrten ins Heilige Land und geht allein auf seine mündliche Schilderung zurück. Auch von seiner Kindheit und seiner missionarischen Tätigkeit in Eichstätt ist die Rede, worin diese Vita mit der von Wynnebald übereinstimmt. Beide Viten setzen die im 7. Jahrhundert beginnende angelsächsische Hagiographie fort. H. ist unsicher in Flexion und Rechtschreibung, verfügt jedoch über ein anschauliches, bilderreiches, dabei oft schwülstiges Latein. Sie versucht, durch Analogie- und Neubildungen aus dem Griechischen, ihren Wortschatz zu bereichern und verwendet Alliteration als Stilmittel. Obwohl H.s Werke einen relativen Bekanntheitsgrad erreicht haben, bleibt das weitere Schicksal der "Nonne von Heidenheim" ungeklärt.
Lit.: B. Bischoff, Wer ist die Nonne v. Heidenheim?, in: STMBO 49, 1931, 387 f.; - R. Bauerreis, Kirchengesch. Bayerns I, 1949; - A. Bauch, Biogr. d. Gründungszeit, in: Eichstätt. Stud. VIII, 1962; - Eva Gottschaller, H. v. Heidenheim: philolog. Unterss. zu den Mll.biogrr. einer Nonne des 8. Jh.s (Diss. München), ebd. 1973; - NDB X, 8; - Kosch LL XIII, 254; - VerfLex IV, 2. Aufl., 1982, 222; - Bibliotheca hagiographica latina, Nr. 8931, 8996, Brüssel 1898-1911.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1991
Walter Berschin, Biographie u. Epochenstil im lat. Mittelalter. Bd. 3. Stuttgart 1991, S. 18-26; -
2007
M. Peters: Geschichte Frankens. Vom Ausgang der Antike bis zum Ende des Alten Reiches, Gernsbach 2007, 37.
Letzte Änderung: 09.04.2011