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Band II (1990)Spalte 1333-1334 Autor: Franz Seiffer

IRMENGARD, * in den Jahren zwischen 831 und 833 als Tochter Kaiser Ludwigs des Deutschen, † 16.7. 866. - Ihre Erziehung genoß sie im Benediktinerkloster Buchau am Federsee in Württemberg. Sie nahm dort den Schleier und blieb einige Jahre im Kloster Buchau. Die lange vertretene Ansicht, sie sei Äbtissin dieses Klosters gewesen, trifft jedoch nicht zu. 857 übernahm sie das um 770 von Tassilo III. gegründete Kloster Frauenwörth im Chiemsee. Die neue Äbtissin fand das Kloster in einem verwahrlosten und halb verfallenen Zustand, und es gelang ihr, es in kurzer Zeit wieder aufzubauen. I. gilt daher als zweite Stifterin des Klosters. Ihr Verdienst liegt darüber hinaus in der Pflege und Förderung der sakralen Kunst, was besonders im Ausbau des Klosters Frauenwörth seinen Niederschlag fand. - Der Irmengardstag wird am 17.7. gefeiert. Ihr Symbol ist das Herz in der Hand. Pius XI. erkannte am 19.12. 1928 den Kult der seligen I. an, am 17.7. 1929 wurde sie seliggesprochen.

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Lit.: Das Geschichtsbuch des Peter Frank, Frauenchiemsee 1473 (Hauptstaatsarchiv München); - E. Geiß, Gesch. des Benedictiner-Nonnenklosters Frauenchiemsee, in: Beyträge zur Gesch., Topographie und Statistik des Erzbisthums München und Freysing I, München 1850; - J. Doll, Frauenwörth im Chiemsee, eine Studie zur Gesch. des Benediktinerordens, München/Freiburg 1912; - J. Schlecht, Die sel. I. vom Chiemsee, HPBL (1921), 125 f., 212 ff.; - Walburga Baumann, Die sel. I. v. Chiemsee, München 1922 (enthält S. 140 ff. »Das Kränzlein der sel. I.« als Faksimile des handgeschr. Gebetsbuches von 1711). Die sel. I. v. Chiemsee, hrsg. v. den Benediktinerinnen der Abtei Frauenwörth, München o. J. (1929); - H. Decker-Hauff, Die Ottonen und Schwaben, in: Zschr. f. württembergische Landesgesch. XIV (1955), 366; - V. Milojcíc, Bericht über die Ausgrabungen u. Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964, in: AAM N. F. LXV A-C (1966); - Irmengard Schuster, Die sel. I. vom Chiemsee, München 1966; - Hermann Tüchle, Lebensraum u. Lebenskreis der sel. I., Bad Buchau o. J. (1966); - Peter v. Bomhard, Die sel. I. vom Chiemsee, in: Bavaria Sancta. Zeugen christl. Glaubens in Bayern III, Regensburg 1973; - F. Graus, Sozialgeschichtl. Aspekte der Hagiographie d. Merowinger- u. Karolingerzeit. Die Viten d. Hll. der südalemannischen Raumes und der sog. Adelshll., in: Vorträge u. Forschungen XX, Sigmaringen 1974; - H. Dannheimer, Torhalle auf Frauenchiemsee. Zeugnisse z. Frühgesch. d. Klosters Frauenwörth, München/Zürich 19812; - Hans Pörnacher, Sankt I., Weißenborn 1981; - P. Stockmeyer, Die sel. I. von Frauenchiemsee und dem Christentum zw. Inn und Salzach, in: Beiträge z. altbayerischen KG XXXV (1984); - Bauerreiß I2, 136; - BS VII, 904 f.; - LThK V, 758; - ZimmermannII, 460.

Franz Seiffer

Literaturergänzung:

1986

Karl Böck, Menschen und Heilige. 2. Aufl. Donauwörth 1986, S. 149-153.

Letzte Änderung: 09.04.2011