Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band II (1990)Spalte 1334-1335 Autor: Klaus-Gunther Wesseling

IRMGARD von Köln (Irmingarda, Irmingardis, Erm(in)gardis; auch: Irmtraud, Irmentruth, Yrmenthrudis, Erminthrudis) (auch: I. von Aspel, I. von Süchteln), Äbtissin, Heilige. - I.s Lebensdaten sind nicht gesichert; sie wird um das Jahr 1000 als Tochter des wohlhabenden Godizo von Aspel und Heimbach (+ ca. 1011) geboren worden sein; die Mutter ist namentlich nicht bekannt. Von 1013 an ist I. urkundlich als regierende Gräfin von Aspel bezeugt. Da aber Aspel mit den Kirchspielen Rees und Haldern sowie den linksrheinischen Gebieten Niedermörmter und Hönnepel Allod (Herrschaft) und nicht Grafschaft, I. aber als Gräfin beurkundet ist, muß I. die Gattin des Grafen Kadalo, eine Bruders von Erzbischof Pilgrim von Köln (1021-1036) gewesen sein. Im 4. Grad mit Heinrich III. (1039-1056) verwandt, wird sie 1041 mit den Orten Herve, Vaels, Epen und Valkenberg (Provinz Limburg) belehnt. Nach angeblich drei Pilgerreisen nach Rom verbringt I. ihre letzten Jahre in Köln und stirbt an einem 5.2. in dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts. (Oediger; 19.2. vor 1065 [Torsy]; um 1080 [Künstle]). Sie wird im Kölner Dom beigesetzt: 1319 werden I.s Gebeine in den neuen Chor (Agneskapelle) überführt. Gedenktag 4.9., Erhebung der Gebeine 10.11. - Viel Legendäres rankt sich um I.s Person. Da I. eine große Wohltäterin der Kirche war, wurde öfter versucht, zwischen der Gräfin I. und I., Jungfrau und Einsiedlerin von Süchteln zu unterscheiden, zum Teil durch Konstruktion verwandtschaftlicher Verhältnisse zwecks einer stärkeren hagiographischen Konturierung von I.s Biographie, doch dürften diese spirituellen Präjudizien historisch kaum haltbar sein. - Nach 1040 (unter Anno [1056-1067]?) übertrug I. das Stift Rees der Kölner Kirche (im Gegenzug privilegierte 1142 Erzbischof Arnold von Köln die Reeser Kaufleute), wahrscheinlich zur selben Zeit gehen die Burg Boch-Aspel und der Süchteler Forst in Kirchenbesitz über; auch Schenkungen an St. Pantaleon werden mit I. in Verbindung gebracht. Die Ikonographie versieht I. die Pilgerin vor dem Kreuz mit Stab und blutigem Handschuh als Attributen und reflektiert somit die Schenkung von Märtyrererde vom Grab der heiligen Ursula an den Papst; als Gegengabe soll I. das Haupt des heiligen Silvester erhalten haben. Der historische Gehalt dieser Überlieferung dürfte eher mager sein, da die Silvesterreliquie Rom nie verließ. Unsicher ist auch die Rückführung eines Hospitals an der Hachtpforte (Domplatz) zu Köln auf I.

weiterlesen ...
Lit.: As Septemb. II, Antwerpen 1748, 290 ff.; - J. J. Sluyter, Gräfin I. von Aspel, Sonntagsbeil. zur Rhein-Westfäl. Volkszeitung 1891 Nr. 47 und Niederrhein. Gesch.freund, Kempen 1880, Nrn. 12 ff.; - P. Norrenberg, Die hl. I. von Süchteln, Bonn 1894; - J. Kleinermanns, Die hl. I. von Aspel und ihre Beziehungen zu Rees, Süchteln/Köln 1900; - J. Hundhausen/H. Neu, Frauengräber im Kölner Dom, Krefeld 1948, 4-8; - F. W. Oediger, Die ältesten Urkunden des Stiftes Rees und die Gräfin I., in: AHVNRh 148, 5-31; - R. Pfleiderer, Die Attribute der Heiligen, Ulm 1898, 16. 128; - Künstle II, 354 ff.; - Doyé I, 624; - H. Hümmeler, Helden und Heilige (Juli-Dezember), Bonn 1934, 114; - A. Schütte, Handb. der dt. Heiligen, Köln 1941, 181; - Torsy, 284; - O. Wimmer/H. Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen, Innsbruck/Wien/München 1982, 399; - LThK V, 758; - LCI VII, 6 f.

Klaus-Gunther Wesseling

Letzte Änderung: 09.04.2011